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Blieskastel
Platanen beschäftigen den Stadtrat

Die Platanen rund um den Paradeplatz sind prägend für das Blieskasteler Stadtbild.
Die Platanen rund um den Paradeplatz sind prägend für das Blieskasteler Stadtbild. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. In einem Eilantrag zur Blieskasteler Stadtratssitzung brachte die SPD das Thema Baumbestand in der Stadt aufs Tapet.

Die Platanen rund um den Paradeplatz in Blieskastel-Mitte seien von einem Pilz befallen, lautete kürzlich die Meldung in unserer Zeitung. Und offensichtlich werden hier bei den Blieskasteler Bürgerinnen und Bürgern empfindliche Emotionen geweckt. Jedenfalls sah sich die SPD-Fraktion im Stadtrat in der vergangenen Woche veranlasst, einen Eilantrag auf die Tagesordnung der Sitzung einzubringen. Am darauffolgenden Tag hatte zwar ein Gutachter die Bäume auf Standfestigkeit untersucht und die weitere Fällung eines Baumes veranlasst (wir berichteten), weswegen die Mehrheit im Stadtrat auch den Eilantrag der Sozialdemokraten zurückwies.

Gleichwohl sorgen sich die SPD-Leute im Rat insgesamt um den Blieskasteler Baumbestand. Jedenfalls hatten sie für die Presse eine ausführliche Erklärung vorbereitet. Die SPD fordert, dass der Rat die Anpflanzung und die Erhaltung unter anderem von Bäumen im Stadtgebiet, besonders in der Altstadt, entsprechend den Zielen der Biosphäre Bliesgau fördere. Die Bäume um den Paradeplatz sollten zukünftig von der Stadtverwaltung gepflegt werden. Man dürfe sie nur dann fällen, „wenn Mittel zur Unterhaltung versagen oder bei unmittelbarer Gefahr“. Der Stadtrat müsse über entsprechende Maßnahmen vorab informiert werden, nachträglich nur bei unmittelbarer Gefahr.Und weiterhin fordern die Sozialdemokraten im Stadtrat: „Sollten Bäume gefällt worden sein oder noch weitere gefällt werden müssen, wird zeitnah eine Neubepflanzung zum Erhalt des Stadtbildes veranlasst.“ Die Stadtverwaltung habe über getroffene Maßnahmen zu informieren. „Wir haben die Informationen über die Situation der Bäume aus der Presse erfahren“, rügte ein SPD-Stadtratsmitglied Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU).

Man wundere sich, so kann man in der Begründung des Antrags der Sozialdemokraten nachlesen, dass etwa der Wochenmarkt wegen der Baum-Situation verlegt worden sei, das Parken auf dem Platz sei aber weiterhin erlaubt. Zuvor hatte ein Lastwagen eine Platane am Paradeplatz gerammt, diese musste dann gefällt werden. Die SPD fordert weiterhin, dass der Stadtrat und die Öffentlichkeit über bisher getroffene Maßnahmen der Stadtverwaltung zum Erhalt der Bäume am Paradeplatz informiert werden müssten. Insbesondere wolle man wissen, in welchem Turnus die Bäume gedüngt und wann sie gewässert würden und in welchem Turnus die Gesundheit und Standfestigkeit der Platanen regulär geprüft würden. Der Paradeplatz sei schließlich der zentrale Platz inmitten des denkmalgeschützten Ensembles der Blieskasteler Altstadt. Er sei für das Stadtbild prägend und Standort für den Wochenmarkt: „Baumstümpfe geben in diesem Zusammenhang kein schönes Bild ab.“



Als Grund für ihre Wünsche und Anregungen bezüglich der städtischen Bäume verweisen die Sozialdemokraten auf die Fällung von drei über 200 Jahre alten Linden am Schlossberg (wir berichteten). Die Begründung der Maßnahme war aus Sicht der SPD „vorgeschoben“ und sei erst im Nachhinein erfolgt, „nachdem nichts mehr rückgängig gemacht werden konnte“. Es sei indes erwähnt, dass Georg Wilhelm (CDU), als weithin anerkannter Forstmann und Waldexperte als rigoroser Baumfäller absolut unverdächtig, seinerzeit begründet hatte, dass die Fällung nicht zu vermeiden gewesen sei. Und auch jetzt betonte Faber-Wegener in der Ratssitzung, dass man einen Gutachter beauftragt habe, den Zustand der Bäume zu untersuchen. Selbstverständlich sei es auch für sie und alle Mitarbeiter in der Stadtverwaltung „eine Verpflichtung, für den Erhalt der städtischen Bäume zu sorgen“.