| 20:41 Uhr

Infoblatt der Polizei informiert
So geht die Masche der falschen Polizisten

 Nach etlichen Vorfällen im Saarland warnt die Polizei vor allem Senioren vor Trickbetrügern an der Haustür.
Nach etlichen Vorfällen im Saarland warnt die Polizei vor allem Senioren vor Trickbetrügern an der Haustür. FOTO: Tom Peterson
Blieskastel. Und so gehen die falschen Polizisten vor, wie ein polizeiliches Infoblatt zum Opferschutz es anschaulich darstellt. Auszüge daraus: Die Betrüger versuchen, das Vertrauen ihrer Opfer in staatliche Organe zu missbrauchen: Sie geben sich am Telefon als Polizisten, als Staatsanwälte und andere Amtspersonen aus, um überwiegend Senioren zur Herausgabe ihrer Wertsachen zu bringen. Von Michèle Hartmann

Dabei nutzen sie eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Nummernanzeige ihrer Opfer die Notrufnummer 110, die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die des Bundeskriminalamts (BKA) erscheinen lässt.

Unter Vorwänden, wie beispielsweise die Polizei habe Hinweise auf einen geplanten Einbruch, gelingt es den Betrügern immer wieder, ihren Opfern mittels geschickter Gesprächsführung glaubwürdig zu vermitteln, dass ihr Geld und ihre sonstigen Wertsachen zu Hause nicht sicher seien. Ein Polizist in Zivil werde vorbeikommen, um das gesamte Geld und sämtliche Wertsachen „in Sicherheit“ zu bringen.

Ein anderer Vorwand ist, dass die Ersparnisse auf untergeschobenes Falschgeld überprüft bzw. Spuren gesichert werden müssten, ein Polizist komme vorbei und werde Geld bzw. Wertsachen abholen. Oder die Opfer werden dazu aufgefordert, ihr Hab und Gut in Wohnortnähe abzulegen, damit die Polizei eine angebliche Verbrecherbande festnehmen könne.



Auch auf die Konten und Bankdepots ihrer Opfer haben es die Betrüger abgesehen. Unter dem Hinweis, die Bankmitarbeiter seien korrupt, oder steckten mit den angeblichen Einbrechern unter einer Decke, sollen die Angerufenen ihr gesamtes Vermögen auf der Bank nach Hause holen und einem Unbekannten, der sich als Polizist ausgibt, übergeben, um es in Sicherheit zu bringen. Andere Betrugsopfer werden von den falschen Polizisten dazu aufgefordert, Unbekannten, die sich als Polizisten ausgeben, Geld zu übergeben oder per Western Union ins Ausland zu überweisen, damit eine angebliche Betrügerbande festgenommen werden könne. Die Täter melden sich auch immer wieder und setzen ihre Opfer so unter Druck, dass diese am Ende nicht mehr klar denken können. Reagiert ein Opfer misstrauisch, wird es unter anderem mit dem Hinweis eingeschüchtert, es behindere eine polizeiliche „Aktion“, wenn es nicht mitmache, oder es sei zur Mithilfe verpflichtet, um die Täter festnehmen zu können. So gaben sich die Betrüger auch schon als Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes in „hochgeheimer Mission“ aus.

Das oben genannte Infoblatt sowie auch ein Informationsblatt für Bankangestellte findet man im Internet unter: www.polizei-beratung.de