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Aus der Kommunalpolitik von Blieskastel
Sie sind da, wenn man sie braucht

 Das Alter fordert selbstredend seinen Tribut. Das wissen sowohl die örtlichen Behinderten- als auch die Seniorenbeauftragten. Sie haben einige Schnittstellen bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit.
Das Alter fordert selbstredend seinen Tribut. Das wissen sowohl die örtlichen Behinderten- als auch die Seniorenbeauftragten. Sie haben einige Schnittstellen bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit. FOTO: dpa / Holger Hollemann
Blieskastel. Der Senioren- und der Behindertenbeauftragte in Blieskastel möchten weiterhin ihr ehrenvolles Amt ausüben. Von Erich Schwarz

Derzeit laufen die Ausschreibungen sowohl für den Behinderten- als auch den Seniorenbeauftragten Blieskastels. Der Stadtrat wählt die beiden ehrenamtlichen Beauftragten im Dezember neu. In der letzten Sitzung gaben beide Beauftragte einen Arbeitsbericht. Der Seniorenbeauftragte Heinz Schöndorf unterstrich, es sei seine Aufgabe und die seiner Mitstreiter, „für die Würde der älteren Generation zu kämpfen“. Die Bevölkerung altert zunehmend, die Aufgaben der Seniorenbeauftragten werden immer wichtiger, aber auch vielfältiger.

Schöndorf berichtete auch vom Seniorenbeirat, dessen Mitglieder mehrmals getagt hatte. Wobei einige Mitglieder des Gremiums „die Erwartungen nicht erfüllt“ hätten. Schöndorf führte aus, dass ihm die Aufgabe sehr viel Spaß mache, er bekomme auch viel Dank zurück. Zu seinen Aufgabenbereichen zählten „alle Lebensbereiche“, sogar um die Verfassungsbeschwerde eines älteren Mitbürgers habe er sich gekümmert. Ansonsten heiße es: beraten, helfen, stützen, aber auch durchaus innerfamiliäre Konflikte zu moderieren. „Leider rufen die älteren Menschen oft viel zu spät an“, beklagte sich der Mann. Eines der größten Probleme älter Menschen sei ihre Einsamkeit.

Alle Angebote sind kostenlos, wobei der Seniorenbeauftragte auch Sprechstunden in Blieskastel, Altheim und Niederwürzbach anbietet, meist it dem Behindertenbeauftragten Wolfgang Giffel. „Denn es gibt in beiden Bereichen viele Schnittmengen“, so der Seniorenbeauftragte. Schöndorf bietet zudem mehrmals im Jahr Senioren-Busfahrten an. Sie, so betonte er, würden besonders gut ankommen. Er bietet weiterhin Fitnesstage an und unterstützt in Fragen der Pflege, bei Überschuldung und generell bei finanziellen Angelegenheiten oder bei Fragen rund um die Rente.



Der städtische Behindertenbeauftragte Wolfgang Giffel überraschte in seinem Bericht zunächst einmal mit einer Zahl: Bei rund 21 000 Einwohnern von Blieskastel haben 6400 – das sind rund 30 Prozent – einen Behindertengrad. Seit 2016 hat Giffel das Amt des Behindertenbeauftragten inne, Grundlage der Arbeit sei die UN-Behindertenrechtskonvention und das saarländische Behindertengleichstellungsgesetz.

Gleichwohl sei die „Arbeit des Behindertenbeauftragten bestimmt durch die Anliegen der Betroffenen“, erläuterte Giffel. Die Mehrzahl der betroffenen Personen seien betagte Menschen, die wegen ihres hohen Alters oder auch durch Krankheit geh- oder sehbehindert sind. Oft wohnten deren Kinder weit weg, Bekannte oder Verwandte lebten nicht mehr und könnten oder wollten nicht helfen, was auch für manche Nachbarn gelte.

Wolfgang Giffel ist bestens mit vielen für diesen Bereich relevanten Stellen oder Institutionen vernetzt und wird bei vielen Projekt einbezogen. So etwa beim barrierefreien Zugang zum Rathaus, dem Projekt „barrierefreie Altstadt“, beim Umbau der barrierefreien Bushaltestellen, dem Umbau der Bahnhaltepunkte in Bierbach und Lautzkirchen oder beim Neubau der Kita in Bierbach, um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen. Giffel arbeitet mit beim „Geriatrie-Netzwerk Saarpfalz“, bei der „Lokalen Agenda Demenz, Saarpfalz“ und ist auch stets beim Treffen der Behindertenbeauftragten auf den unterschiedlichen Ebenen mit dabei.

Für die kommende Zeit hat der Mann noch sehr viele Projekte geplant, und er stellte – ebenso wie Schöndorf – heraus, dass er die begonnene Arbeit gerne fortsetzen würde. „Ich habe trotz meiner Lebenserfahrung sehr viel gelernt und es gab keinen Fall, wo ich nicht helfen konnte. Behinderten und hilfsbedürftigen Menschen zu helfen, wird oft mit Dankbarkeit belohnt“, zog auch Giffel ein positives Resümee seiner Arbeit.