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Rundbänke statt dichtes Parken

Parken bis zum Stamm heißt es derzeit bei den Lindenbäumen auf dem Luitpoldplatz. Foto: Hans Hurth
Parken bis zum Stamm heißt es derzeit bei den Lindenbäumen auf dem Luitpoldplatz. Foto: Hans Hurth FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. Die beiden historischen Linden auf dem Luitpoldplatz in Blieskastel sollen erhalten und aufgewertet werden. Der Ortsrat Blieskastel-Mitte beschloss in seiner zwölften Sitzung deshalb Sofortmaßnahmen. Hans Hurth

In voller Blüte sind die beiden Linden auf dem Luitpoldplatz ein toller Blickfang. Exakt 125 Jahre ist jetzt die Luitpold- Linde, die Kaiserlinde hat ein Jahr weniger auf den Wurzeln. Stadtarchivar Kurt Legrum hat die städtische Nachricht vom 28. März 1892 für unsere Zeitung herausgesucht, dort heißt es: "Gegenüber den neubenannten Luitpoldplatz, den die Luitpold-Linde vom 12. März 1891 ziert, ließ der hiesige Verschönerungsverein auf dem freien Platz eine weitere Linde setzen, die den Namen Kaiser-Linde führen soll. Dem Bergmann Johann Post und dem Maler und Tüncher Roppenecker, die gestern Abend das Setzen der Linde unentgeltlich besorgten, sei Dank ausgesprochen."

Die Bäume wuchsen mit den Jahren prächtig, doch bereits vor 18 Jahren hatte sich der damalige Ortsvorsteher Heinz Greff (CDU ) besorgt über den Zustand der Linden geäußert und Werner Moschel (SPD ), heute Alt-Bürgermeister, daraufhin diese Bedenken zur Chefsache erklärt. "Beide Linden haben eine unterdurchschnittliche Blattentwicklung, verbunden mit Ausfallerscheinungen im Astwerk. Ursache ist die Art der Parkplatzgestaltung", so Werner Moschel nach Einholung von Expertenmeinungen, die eine erhebliche Störung der notwendigen Sauerstoffzufuhr ebenso feststellten wie ein Ausbleiben der Wurzelregeneration. Als Verbesserung wurde damals die Wiederherstellung einer angemessenen Baumscheibe erachtet. Einige Jahre boten um die beiden Bäume herum Rundbänke Platz und Schutz im Schatten. Heute, so der Ortsrat, werde unter den Linden stets bis kurz vor dem Stamm geparkt.

Die CDU-Fraktion im Ortsrat schlug Sofortmaßnahmen zum Erhalt der historischen Linden und zur Aufwertung im Sinne des Studentenprojekts zur städtebaulichen Entwicklung der Altstadt und die Anschaffung von Rundbänken vor. "Die Maßnahme soll in Abstimmung mit dem städtischen Gärtner und Baumkontrolleur sowie dem Bauamt getroffen werden", informierte Jutta Schmitt-Lang (CDU ), die nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme die Rundbänke als einen Schritt der Baumaufwertung sieht. "Die Bänke sind leicht in eine spätere Gestaltung des Platzes im Rahmen der Altstadtsanierung Ost zu integrieren, gleichzeitig wird so ein früherer Zustand wiederhergestellt."

Für die SPD-Fraktion begrüßte Mathias Zumpf den CDU-Antrag. "Wir freuen uns, dass die CDU die Lehre aus der Baumfällung-Aktion an der Alten Chaussee gezogen hat, doch der Antrag kann nicht uneingeschränkt unterstützt werden. Ruhebänke sind derzeit Steuerverschwendung, denn niemand setzt sich gerne in die Mitte eines Platzes zwischen parkende Autos", so Mathias Zumpf, für den Bänke erst nach Umgestaltung des Luitpoldplatzes angeschafft werden sollten. Zumpf hatte sich fachkundig gemacht. "Teer- und Betondecken sollen um Umkreis von vier Metern um den Lindenstamm entfernt und die Erde aufgelockert und durch humusreiche Erde ergänzt werden."

Mit dem SPD-Empfehlungsantrag stimmte der Ortsrat-Mitte einstimmig Maßnahmen zum Erhalt der Linden zu. Zunächst prüfen Experten das Vorgehen.