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Roppenecker kehrt zur Finanzbehörde zurück

Blieskastel. Fast genau drei Jahre lang hat Frank Roppenecker (Foto: PM) die Stelle des Blieskasteler Hauptamtsleiters ausgeübt. Wenn es nach Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) gegangen wäre, wäre Roppenecker längst als Hauptamtsleiter fest bestallt Von Merkur-Mitarbeiterin Christiane de Zalewski

Blieskastel. Fast genau drei Jahre lang hat Frank Roppenecker (Foto: PM) die Stelle des Blieskasteler Hauptamtsleiters ausgeübt. Wenn es nach Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) gegangen wäre, wäre Roppenecker längst als Hauptamtsleiter fest bestallt. Doch eine Konkurrentenklägerin aus Saarbrücken hatte im Herbst 2007 vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Recht bekommen: Roppenecker sei der weniger qualifizierte Bewerber gewesen. Der Finanzbeamte blieb zwar noch bis jetzt an die Stadt Blieskastel abgeordnet, kehrt jedoch nun zum 15. Dezember in die Finanzverwaltung zurück. Roppenecker begründete seine Abordnung an die Stadt Blieskastel gestern damit, dass er hier wichtige Projekte vorantreiben sollte. Roppenecker: "Hierbei handelte es sich insbesondere um die Umstrukturierung der Verwaltung hin zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen und die Einführung der kaufmännischen Buchführung (Doppik) bei der Stadt Blieskastel." Bei diesem Aufgabengebiet seien steuerliche Kenntnisse unabdingbar, da die Stadt Blieskastel - wie andere Kommunen auch - ihre Buchführung ab Januar 2009 von der Kameralistik auf die Doppik umstellen wird. Das heißt, die Stadt Blieskastel werde erstmalig eine Bilanz erstellen und ab dem Haushaltsjahr 2009 nach kaufmännischen Gesichtspunkten buchen. Roppenecker hatte die Projektleitung hierbei. "Im Rahmen des Projektes und der damit verbundenen Umstellungsarbeiten war eine komplette körperliche Aufnahme des gesamten Vermögens der Stadt Blieskastel erforderlich. Hierbei wurden im letzten Jahr unter anderem rund 150 Kilometer Straßen, Wege und Plätze aufgemessen, 127 städtische Gebäude im Bestand erfasst und kaufmännisch nach steuerlichen Gesichtspunkten bewertet, sowie in allen städtischen Gebäuden das komplette Inventar (mehr als 22000 Positionen) erfasst und in die kaufmännische Buchhaltung übertragen. Parallel hierzu wurden Schulungsveranstaltungen für Stadtratsmitglieder und Verwaltungsbedienstete durchgeführt", erläutert Roppenecker seine Aufgabe. Trotz des "sehr engen Zeitrahmens" werde die Stadt Blieskastel eine der wenigen Städte im Saarland sein, die eine "belastbare und den Grundsätzen doppischer Buchführung entsprechende Eröffnungsbilanz" zum 1. Januar vorlegen könne. Da das Projekt jetzt kurz vor dem Abschluss stehe, bestehe für das Finanzministerium keine Veranlassung mehr, Roppeneckers Abordnung weiter aufrecht zu erhalten. Welches sein künftiger Aufgabenbereich sein wird, konnte Roppenecker noch nicht sagen. Es sei babsichtigt, die Stelle des Hauptamtsleiters bei der Stadt Blieskastel neu auszuschreiben. "Ich werde mich auf diese Ausschreibung nicht bewerben", so Roppenecker. Meinung

Die richtige Lösung



Von Merkur-MitarbeiterinChristiane de Zalewski Es ist sicherlich schmerzlich für Frank Roppenecker, nach immerhin drei Jahren der Stadtverwaltung den Rücken kehren zu müssen. Auch Annelie Faber-Wegener muss diese Entwicklung als persönliche Niederlage verbuchen, war sie es doch, die Roppenecker entgegen aller juristischen Bedenken unbedingt als Hauptamtsleiter wollte. Doch nach all dem Wirbel, den die Geschichte auslöste, ist diese Lösung die einzig richtige. Und für die Beteiligten dürfte sie eine wichtige Lektion sein.