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Böckweiler
Pilger trugen das Kreuz vorneweg

Die Pilger des Emmausganges auf dem Weg zur Böckweiler Stephanuskirche. An der Spitze der Kreuzträger Norbert Maurer.
Die Pilger des Emmausganges auf dem Weg zur Böckweiler Stephanuskirche. An der Spitze der Kreuzträger Norbert Maurer. FOTO: Wolfgang Degott
Böckweiler . Der Emmausgang führte am Ostermontag 30 Pilger von Pinningen nach Böckweiler. Von Wolfgang Degott

Endstation des ökumenischen Emmausganges war am Ostermontag die Stephanus-Simultankirche von Böckweiler. Gestartet waren die Gläubigen in Pinningen, mit einer Zwischenstation für einen Gottesdienst in der St. Andreas-Kirche von Altheim. Rund 30 Pilger, darunter auch die Altheimer Ortsvorsteherin Beate Lambert, legten den Weg, teilweise auf der Trasse des Jakobusweges, hinter den Kreuzträgern Walter Dahl und Norbert Maurer zurück, feierten im ältesten Gotteshaus des Saarlandes, wo der Kirchenchor Cantus Novus St. Pirminius mit seinem neuen Dirigenten und Organisten Benedikt Schwarz die musikalische Begleitung übernommen hatte.

Vor „Herr, komm segne uns“, das die Solo-Oboistin Sabine Hofmann begleitete, hatte der protestantische Diakon Hubertus Siebenkötter in seiner Predigt mit einem Zitat des „frommen Katholiken mit der spitzen Zunge“, des Schriftstellers und Kabarettisten Hans-Dieter Hüsch begonnen: „Der Friede fängt am Frühstück an“. In der Deutung der Geschichte der beiden Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus Jesu begegneten sprach er davon, dass Ostern das Kreuz Jesu nicht aufhebe.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Jesus sich zum Leben bekenne, das ihm am Ende sein Leben gekostet habe, setze Ostern das Kreuz erst in Kraft, gebe ihm Gewicht, Bedeutung und Sinn. „Ich mache weiter wo sich das ganz normale Leben abspielt, der ganz normale Wahnsinn tobt. Da bin ich weiter unter ihnen und jetzt erst recht“. Damit will Jesus sagen, dass er im Leben sein wolle, zum Leben gehören wolle, so Siebenkötter. Gemeinsam mit dem Pastoralreferenten Paul Beyer, der vor acht Jahren den Emmausgang in die Pfarreien Pinningen und Altheim gebracht hatte, der seit letztem Jahr auch ökumenisch gefeiert wird, und Alexander Schunck wurde ein Brotsegen ausgesprochen und Brot geteilt.



Der Emmausgang, dessen Abschluss vom Böckweiler Presbyterium vorbereitet und organisiert wurde, werde vom Bischof und Kirchenpräsidenten vorgeschlagen, so Beyer und sei eine Möglichkeit, die im ökumenischen Leitfaden beschrieben sei. Im Anschluss an die Feier im Gotteshaus trafen sich die Teilnehmer zur Agapefeier im Dorfgemeinschaftshaus. Beim Emmausgang handelt sich um einen alten Brauch am Ostermontag, der sich an das Lukasevangelium (24, 13-35) anlehnt, in dem zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus über all das redeten, was sich in Jerusalem ereignet hatte. Jesus geht mit ihnen, aber sie erkennen ihn nicht, Erst als er das Brot mit ihnen teilt, erkennen sie, wer sie begleitet.