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Blieskastel
Online die Pflegenden zusammenführen

Bei Michael Meyer gibt es mit dem Seniorenwegbegleiter neue Impulse im täglichen Miteinander für Pflegende, Therapeuten, Behandelnde und pflegende Angehörige.
Bei Michael Meyer gibt es mit dem Seniorenwegbegleiter neue Impulse im täglichen Miteinander für Pflegende, Therapeuten, Behandelnde und pflegende Angehörige. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. Michael Meyer aus Blieskastel will Menschen stärken, die sich um Senioren kümmern. Dafür hat er ein Internetportal an den Start gebracht. Von Hans Hurth

Das erste ganzheitliche und gemeinnützige Internetportal für die Vernetzung und die Zusammenarbeit von privaten wie auch professionellen Begleitern pflegebedürftiger Senioren hat Michael Meyer aus Blieskastel mit einem „Seniorenwegbegleiter“ als Premiere auf den Weg gebracht.

„Der Umgang mit pflegebedürftigen alten Menschen gehört zu den herausragenden Herausforderungen des demografischen Wandels. Jeder von uns ist mehr oder weniger schon heute in seinem direkten Umfeld mit dem Thema pflegbedürftiger Senioren konfrontiert, das immer mehr kommuniziert und diskutiert wird“, erklärte Meyer im Gespräch mit unserer Zeitung. Dennoch spüre er nur wenig Aufbruchstimmung, sagte Meyer: „Im Gegenteil, Pflegende bekommen nur wenig Anerkennung und wenn junge Menschen an einen Pflegeberuf denken, erinnern sie sich eher an die damit verbundenen Probleme und nicht daran, was in einem Gesundheitsberuf an Kreativität steckt. Zu Viele winken ab, sagen: schlecht bezahlt, wenig Anerkennung, nicht kreativ genug.“ Pflegende Angehörige seien oft überfordert und wüssten nicht, wie sie ihre Lieben sinngebend und bestmöglich begleiten könnten. „Unser Portal möchte das ändern. Wir wissen, dass wir die Zukunft nicht voraussehen, aber sie schon jetzt gestalten können“, blickt Michael Meyer voraus. Die Mitwirkenden möchten das Bewusstsein stärken, dass wesentliche Veränderungen nur in einer starken Gemeinsamkeit gelingen könnten. „Es bedarf Fantasie, Kreativität und Visionen, die sich in Netzwerken verbinden. Das bringt nicht nur eine neue Balance für die Menschen in den Gesundheitsfachberufen und ihre Klienten, sondern auch ein höheren Erfolg für alle, die sich daran beteiligen. Es gibt diesbezüglich schon zukunftsweisende Konzepte und Projekte, die nur darauf warten, dass sie angewandt werden“, sagte Meyer: „Auf www.seniorenwegbegleiter.de kann man sie finden und sogar selbst einstellen. Auf dem Portal geht es darum, sich innovativ zu vernetzen und interaktiv zu zeigen. Man kann dort eigene Blogs schreiben, Themenwünsche anmelden und Kommentare schreiben.“

Man finde dort auch einen Fortbildungskalender für alle, die mit pflegebedürftigen alten Menschen arbeiten und sie auf einer höchstmöglichen Qualitätsebene in ihrem Lebensprozess begleiten und fördern möchten. „Im besonderen Maße möchten wir damit Menschen ansprechen, die sich ehrenamtlich engagieren. Auch pflegende Angehörige finden entlastende Konzepte und Hilfe zur Selbsthilfe, nicht zuletzt durch die Mut machenden Erfahrungen anderer.“



Zudem begegne der Interessent auch der Digitalisierung. Meyer formuliert die Ausgangsfrage so: „Wie können wir andere Menschen mit Hilfe des Internets erreichen, die bei der Betreuung und Pflege von verwandten oder anvertrauten älteren Menschen die gleichen Fragen, Herausforderungen und Probleme haben wie wir?“ Der „Seniorenwegbegleiter“ soll Antworten bereitstellen: „Das Portal verbindet im Bereich der Seniorenbetreuung Betroffene und Qualifizierte überregional miteinander. Alle können sich in sicheren Rahmen miteinander verbinden, austauschen und einbringen“, erklärte Michael Meyer: „Wir sind überzeugt, dass wir die gigantischen Herausforderungen des demografischen Wandels nur in einem starken „miteinander – füreinander“ bewältigen können. Der „Seniorenwegbegleiter“ ist auch Impulsgeber für ein soziales Engagement von Unternehmen und Pro-bono-Partnern mit professioneller Arbeit ohne oder mit stark reduzierter Bezahlung für das Gemeinwohl. „Wir beschreiben unser Angebot als ‚ganzheitlich’, da wir nicht nur Informationen teilen wollen und ein Anbieterverzeichnis geschaffen haben, sondern auf dem Portal neue Formen der Zusammenarbeit anbieten, um den beteiligten Personen konkret zu helfen und Wege zu entwickeln. Deswegen verstehen wir unser Angebot auch als eine Zukunftswerkstatt für Innovation und Motivation in der Seniorenbegleitung“, so Meyer, Betreiber des Portals und Geschäftsführer der Stiftung Lebenswert(e).