| 20:27 Uhr

Blickweiler
Auch Misstöne wurden in der Kulturhalle laut

 Für die Eltern der Neugeborenen gab es von Ortsvorsteher Walter Boßlet (Zweiter von links) das Begrüßungsgeld des Ortsrates und von seiner Stellvertreterin Isabel Schorr (rechts) für die Vereinsvertreter den Erlös aus dem Dorfweiherfest.
Für die Eltern der Neugeborenen gab es von Ortsvorsteher Walter Boßlet (Zweiter von links) das Begrüßungsgeld des Ortsrates und von seiner Stellvertreterin Isabel Schorr (rechts) für die Vereinsvertreter den Erlös aus dem Dorfweiherfest. FOTO: Hans Hurth
Blickweiler. Neujahrsempfang in Blickweiler: Eltern und Vereine bekommen Geld überreicht. Verärgerung zum Ende der Veranstaltung. Von Hans Hurth

Kinder mit Gesang und Tanz, Wünsche des neuen Bürgermeisters Bernd Hertzler, Begrüßungsgeld für Neugeborene, Erlös aus einem Fest für die Ortsvereine sowie ein Rück- und Ausblick von Ortsvorsteher Walter Boßlet (SPD) – der Start ins neue Jahr hatte in der Blickweiler Kulturhalle einiges zu bieten.

Viel Beifall gab es zu Beginn für die Kinderturngruppe des heimischen Turnvereins (Leitung Delphine Waschkies) sowie für den Kinderchor Kolores aus Herbitzheim (Ulrike Seiler) bei seinem ersten öffentlichen Auftritt mit Ausschnitten aus dem Musical „Tuishi Pamoja“ mit dem voller Elan vorgetragenen Lied von der Ameise und dem beschwingten Sole, Sole – eine gelungene Generalprobe des singenden Nachwuchses für Aufführungen in Gersheim.

50 Minuten lang gab es von Walter Boßlet in seiner fünften Amtszeit einen umfangreichen Blick ins Dorfgeschehen. Der Orts-Chef beklagte das zu schnelle Fahren durch den Ort und vor allem in den Nebenstraßen, die lediglich Tempo 30 erlauben. „Eine Geschwindigkeits-Messanzeige wird in der Gemeinde aufgestellt, sie soll zum gemäßigten Fahren anhalten“, hofft Boßlet, dem auch missfiel, dass in der Hexennacht Kinder den Spielplatz in der Dorfmitte von Blickweiler verunstaltet hätten. „Kiloweise wurde da Toilettenpapier auf dem Platz verteilt, was dem Stadtteilarbeiter Sonderschichten abverlangte.“ Beschädigt von Unbekannten seien zudem eine Ruhebank und die neue Tischtennisplatte auf dem Spielplatz.



Lob gab es für Christoph Graus, der sich um die Pflege der Ruhebänke um den Bann kümmere und für Bürgermeister Hertzler, der sich persönlich um ein neues Spielgerät vor der Grundschule gekümmert habe. Für 20 000 Euro aus ihrem Etat habe die Jagdgenossenschaft den Feldwirtschaftsweg zwischen Wecklingen und Blickweiler saniert, bewährt habe sich der monatliche Dorftreff, Baumschnittkurse und Honigschleudern beim Bienenzuchtverein sowie die von Ortsrat/Kulturverein und Karnevalverein Pulverblättcher durchgeführten Fastnachtsveranstaltungen für Kinder und Senioren.

Der Ortsvorsteher erwähnte das neue Friedhofskonzept der Stadt. „Da die Ortsräte nicht beteiligt wurden, ist es nicht gültig. Wir in Blickweiler jedenfalls wollen weiter Urnenwände aufstellen.“ Walter Boßlet bedauerte, dass die Kita keine Kinder mehr aufnehmen könne, da die Kapazität erschöpft sei. 50 Kinder in der Nachmittagsbetreuung der Grundschule hätten in den hinteren Schulsälen jetzt ihren Aufenthalt. „Eine Lösung für die Kita muss ebenso gefunden werden wie der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses“, nannte Boßlet zwei Projekte, die nun im Ortsrat zu beraten seien. Etwa wie in einer Sitzung des kommunalen Gremiums fühlten sich dann die Neujahrstreff-Besucher kurzzeitig bei zwei kritischen Ausführungen des Ortschefs, die zu Unmut und Diskussionen führten. Bei den betreffenden Vertretern war der Ärger deutlich vernehmbar. Die sonst üblichen Gespräche nach dem Gruppenfoto hielten sich diesmal in Grenzen.

Konkret geht es darum, dass der Ortsvorsteher sinngemäß der CDU-Fraktion vorhielt, sich nicht zu beteiligen, wenn es für die Mitglieder des Ortsrates etwas im Dorf zu arbeiten gebe. Er erwarte, dass sich alle Ortsratsmitglieder einbringen. Diese Anwürfe wollten die Christdemokraten nicht auf sich sitzen lassen, einem von ihnen wurde allerdings nicht das Wort am Mikrophon erteilt. Walter Boßlet machte auch dem örtlichen Sportverein Vorhaltungen, indem er behauptete, zur 100-Jahr-Feier im vergangenen Jahr keine persönliche Einladung erhalten zu haben. Dagegen verwahrte sich mit allem Nachdruck der SV-Vorstand.