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Geschichtstafel in Bliesdalheim
Bliesdalheimer Dorfgeschichte jetzt greifbar

 Ideengeber Andreas Stinsky (vorn, Zweiter von links) freut sich nach der Enthüllung über die neue Geschichtstafel in der Bliesdalheimer Dorfmitte. Mit dabei (von links) Landrat Theophil Gallo, Ortsvorsteher Bernhard Welsch und Bürgermeister Alexander Rubeck sowie zahlreiche Gäste.
Ideengeber Andreas Stinsky (vorn, Zweiter von links) freut sich nach der Enthüllung über die neue Geschichtstafel in der Bliesdalheimer Dorfmitte. Mit dabei (von links) Landrat Theophil Gallo, Ortsvorsteher Bernhard Welsch und Bürgermeister Alexander Rubeck sowie zahlreiche Gäste. FOTO: Wolfgang Degott
Bliesdalheim. Die neue Geschichtstafel soll Anstoß zur Revitalisierung des historischen Dorfplatzes sein – ein Treffpunkt für Jung und Alt.

In Bliesdalheim wurde eine Geschichtstafel enthüllt. Sie soll Anstoß zur Revitalisierung des historischen Dorfplatzes sein, meinte Ideengeber Andreas Stinsky am Rande der kleinen Feierstunde. Der Museumsleiter im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, gebürtiger Bliesdalheimer, war mit seinem Vorhaben im Ortsrat auf offene Ohren gestoßen, hatte anschließend keine Probleme mit der Umsetzung.

Zu den Gesamtkosten von 1500 Euro steuerte die Gemeinde ein Drittel hinzu. Jetzt können sich sowohl Einheimische als auch Besucher an der Bushaltestelle in der Bliestal über interessante Details der Dorfgeschichte informieren. Stinsky erwähnte, dass die Tafel ein Teil dessen sei, dass der Europäische Kulturpark zusammen mit der Kreisverwaltung und in Zusammenarbeit mit den örtlich Verantwortlichen über die Parkgrenzen hinaus innerhalb der Region Kulturförderung betreiben wolle. „Bliesdalheim ist ein Ort, der mustergültig dafür steht, dass alte Dorfplätze verwaisen“, so Stinsky. Er mahnte dazu, dem entgegen zu wirken. Das soziale Leben müsse wieder in die Ortskerne zurückkehren sie als gesellschaftliche Mittelpunkte stärken.

In Bliesdalheim steht die Tafel auf einem Areal, das schon in den 1920er Jahren zwischen den früheren Gaststätten Welsch und Seegmüller, eingerahmt von einer Kalksteinmauer, eine zentrale Bedeutung für das Dorfleben gehabt habe. Auch soll in nächster Zeit ein Baum gepflanzt werden, der Nachfolger für die Trauerweide, die auf einer historischen Aufnahme auf der Tafel zu sehen ist. „Mehr als 100 Jahre lang wird der Platz immer noch von zwei Gaststätten eingerahmt, besteht noch eine Bäckerei und stellt somit einen gastronomischen und sozialen Mittelpunkt dar, der die Chance hat, im Zusammenspiel mit dem Kegelplatz beliebter Treffpunkt für Jung und Alt zu werden“ meint Stinsky.



Ortsvorsteher Bernhard Welsch freute sich darüber, dass so viele zur Feier gekommen waren, lobte die gute Kooperation bei Entwurf und Zusammenstellung sowie die wertvolle Unterstützung vieler Bliesdalheimer. „Die Präsentation der Geschichtstafel ist ein schöner Beginn der 800 Jahrfeier, die vom 1. bis 3. Juni stattfinden wird“, so Welsch. Er dankte auch den Mitgliedern der Dorffreunde, dass Sie die Bewirtung übernommen haben. Sie standen auch dafür, dass der Maibaum mit rund 3000 Bändchen geschmückt und zum zweiten Mal aufgestellt werden konnte.

Bürgermeister Alexander Rubeck lobte das Engagement zur Visualisierung der Dorfgeschichte. Er gratulierte dazu, dass die Bliesdalheimer bei ihrer Jahrhundertfeier viel auf die Beine stellen, sogar eine Grillmeisterschaft veranstalten werden. Landrat Theophil Gallo sprach von einem schönen Anlass mit einer Geschichtstafel den Ort in der Biosphäre herauszuheben, lobte das Engagement des „Spiritus Rector“ Andreas Stinsky.

Zur Geschichtstafel: Die Tafel ist in die Kapitel von der Gründung bis ins 19. Jahrhundert und vom 20. Jahrhundert bis heute gegliedert. Zu lesen ist, dass der Ort im Frühmittelalter (6./7. Jahrhundert) wohl entstanden sei, dass er in einer Urkunde 1218 erstmals in einem Schriftstück erwähnt wurde. Im Mittelalter gehörte es zum Kloster Wörschweiler, danach bis zur französischen Revolution den Herzögen Pfalz-Zweibrückens. 1626 haben lediglich 86 Einwohne noch dort gewohnt. 1798 wurde Bliesdalheim Französisch, 1816 kam es zum Königreich Bayern, 1879 erhielt es die Anbindung an die Bliestal-Eisenbahnlinie, 1900 zählte es 400 Einwohner. 1920 bis 1935 war die Saargebietszeit, die vor der Rückgliederung ins Deutsche Reich lag, 1922 hielt die Elektrizität, 1927/28 das fließende Wasser Einzug. 1946 bis 1957 gehörte es zum autonomen Saarland unter französischem Protektorat, 1957 folgte die Bundesrepublik Deutschland.

(ott)