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Blieskastel
Neubau schließt eine Versorgungslücke

Es geht flott voran beim Neubau einer Wohneinrichtung in Blieskastel-Mitte als Erweiterung des Caritas-Förderzentrums Edith Stein. Im Hintergrund ist das Seniorenhaus St. Josef zu sehen.
Es geht flott voran beim Neubau einer Wohneinrichtung in Blieskastel-Mitte als Erweiterung des Caritas-Förderzentrums Edith Stein. Im Hintergrund ist das Seniorenhaus St. Josef zu sehen. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. „In den Lohgärten“ in Blieskastel-Mitte entsteht zurzeit ein Erweiterungsbau des Caritas-Förderzentrums Edith Stein. Damit wird im Saarpfalz-Kreis das Angebot an stationären Plätzen für Menschen mit seelischer Behinderung erhöht. Von Hans Hurth

Bei den ersten Rodungsarbeiten im April wurde die Baustelle „In den Lohgärten“ an der Blickweiler Straße in der Blieskasteler Gerüchteküche zuerst als neuer Einkaufsmarkt, dann als weiterer Bau des gegenüberliegenden Seniorenheims St. Josef gehandelt. Mittlerweile ist der Baufortschritt deutlich sichtbar und auch der Zweck bekannt: Es entsteht der Neubau einer Wohneinrichtung als Erweiterung des Caritas-Förderzentrums Edith Stein, das in Lautzkirchen in der Pfarrer-Peter-Straße angesiedelt ist.

Unsere Zeitung hat mit Claudia Bunk, der Leiterin der Einrichtung über das Neubauprojekt gesprochen. „Das Caritas-Förderzentrum Edith Stein, in Trägerschaft der Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer (CBS), versteht sich als sozialpsychiatrische Facheinrichtung für Menschen mit seelischer Behinderung sowie für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen. Durch ein differenziertes Angebot von stationären und ambulanten Assistenzleistungen wird eine Anpassung an die individuellen Bedarfe der beeinträchtigten Menschen angestrebt“, erklärt Claudia Bunk und nennt die bisher bestehenden Leistungsangebote des Caritas-Förderzentrums Edith Stein. „Unser stationäres Angebot umfasst Wohnplätze, die innerhalb der Kerneinrichtung in Lautzkirchen (27 Plätze) oder als dezentrales Wohnangebot in Form von ausgelagerten Heimplätzen (Außenwohngruppen) in der Umgebung der Kerneinrichtung (18 Plätze) zur Verfügung stehen. Der ambulante Fachdienst ,Selbstbestimmt Leben’ erbringt Unterstützungsleistungen im häuslichen Umfeld des betroffenen Menschen und kann sich auf alle Lebensbereiche beziehen. Ziel der Hilfe ist es, neben anderen, die eigenständige Wohnform zu erhalten oder eine stationäre Unterbringung zu vermeiden.“ Die jetzige Erweiterung in Blieskastel sei dringend notwendig, so die Leiterin. Durch die Schließung des Fachzentrums Ebersberg in Trägerschaft der Universitätskliniken in Homburg Ende 2011 seien 21 stationäre Plätze für Menschen mit seelischer Behinderung im Saarpfalz-Kreis weggefallen.

Seitdem bestehe eine Versorgungslücke für diesen Personenkreis in der Region. Um die Versorgung von seelisch behinderten Menschen zukünftig sicherstellen zu können, hätten sich das Saar- Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und die CBS auf den Ersatz-Neubau verständigt. Die geplante Wohnstätte „In den Lohgärten“ befinde sich in der Stadtmitte von Blieskastel, in unmittelbarer Nähe zum Ortskern, mit guter verkehrstechnischer Anbindung sowie fußläufiger Entfernung zu den Geschäften. Der gewählte Standort in zentraler Lage innerhalb der Stadt sei bewusst gewählt worden, um ein gemeindeintegriertes Wohnangebot zu schaffen, erklärt Claudia Bunk gegenüber unserer Zeitung.



„Die Planung insgesamt gewährleistet eine möglichst selbstständige Versorgung der Bewohner innerhalb des stationären Wohnangebotes. Jede Wohngruppe ist mit einer eigenen Küche, einem Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschine und Trockner sowie einem eigenen Wohn- und Aufenthaltsraum ausgestattet. Diese strukturellen Merkmale zielen darauf ab, die Eigenständigkeit der Bewohner im Bereich der Alltagsgestaltung und lebenspraktischen Versorgung soweit als möglich zu erhalten und auszubauen,“ nennt Claudia Bunk die Gründe, wobei die Hilfeform eine ganzjährige Öffnung gewährleiste. Die Räumlichkeiten genügten den Anforderungen der Heimgesetzgebung unter Berücksichtigung von Barrierefreiheit, eine der vier Wohngruppen sei rollstuhlgerecht geplant worden, das obere Geschoss sei über einen Aufzug zugänglich, heißt es abschließend.