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| 19:27 Uhr

Nachhaltige Mobilität für die Natur

Mit dem Biosphärenbus 501 kommt man im Stundentakt durchs Bliestal. Foto: Sabine Hilger
Mit dem Biosphärenbus 501 kommt man im Stundentakt durchs Bliestal. Foto: Sabine Hilger FOTO: Sabine Hilger
Blieskastel. Nachhaltiger Tourismus beginnt damit, wie sich Gäste durch Biosphärenreservate oder Nationalparks bewegen. Die Natur soll dabei möglichst umweltschonend mit dem öffentlichen Nahverkehr entdeckt werden. Joachim Schickert

In diesem Sommer feiert sie ihr 15-jähriges Bestehen und aktuell hat sie 22 Naturlandschaften unter ihrem Dach: die Kooperation Fahrtziel Natur von Bund, Nabu, Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Deutsche Bahn. Vier, denen nachhaltige Mobilität in Biosphärenreservaten, Nationalparken und Naturparken wichtig ist. Anlässlich des kleinen Jubiläums werden zurzeit Partnerschaften zwischen den Naturgebieten geschlossen: die Fahrziel Natur-Tandems. Ein Tandem bilden das Biosphärenreservat Bliesgau und der Nationalpark Hainich.

Wie der Zweckverband weiter mitteilt, sei der Hainich mit rund 16 000 Hektar das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. Er liege in Thüringen, im grünen Herzen Deutschlands im Dreieck der ehemals freien Reichsstadt Mühlhausen, der Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza und der Wartburgstadt Eisenach. Seit 1997 seien 7500 Hektar des Hainich als Nationalpark ausgewiesen. Er repräsentiere Wälder, wie sie ohne Einfluss des Menschen von Natur aus in Mitteleuropa großflächig auftreten würden. "Urwald mitten in Deutschland" soll sich entwickeln. In den Zentralbereichen finde seit rund 50 Jahren keine Nutzung mehr statt. Dies entspreche dem Ziel deutscher Nationalparke "Natur Natur sein lassen".

Ganz anderes präsentiere sich hingegen das Biosphärenreservat Bliesgau, eine seit Jahrtausenden durch den Menschen genutzte, so genannte offene Kulturlandschaft. Im Süden durch blumenreiche Wiesen, Streuobstbestände und kleinere Siedlungsflächen geprägt, im Norden liegt ein zusammenhängender Buchenwaldgürtel mit städtischen Gebieten. Anders als im Nationalpark stehen hier Mensch und Natur gleichermaßen im Fokus der Entwicklung - einer Entwicklung, für die Nachhaltigkeit die Richtschnur sein soll, so der Zweckverband.

Das Fahrtziel Natur-Tandem Hainich-Bliesgau sei mit der Bahn von Eisenach über Frankfurt (Main) nach Saarbrücken im Fernverkehrsnetz verbunden. "In den Regionen selbst stechen insbesondere zwei Busangebote ins Auge: Im Hainich verbindet der ,Wunderbare Wanderbus' das Unesco-Weltkulturerbe Wartburg mit dem Nationalpark Hainich. Naturliebhaber und Kulturinteressierte können zwischen dem Nationalparkzentrum Thiemsburg und der Stadt Eisenach mit dem Bus pendeln und so den Baumkronenpfad, das Wildkatzendorf Hütscheroda und die Wartburg erreichen", so Pia Schramm vom Biosphärenzweckverband Bliesgau. Als besonderes Angebot schließe das "Welterbe-Ticket" die Busfahrten zwischen Eisenach und dem Nationalpark Hainich ein.

"Im Bliesgau lässt sich mit dem Biosphärenbus 501 die Region entlang des Bliestals im Stundentakt erschließen, am ersten Sonntag im Monat sogar mit fachkundiger Begleitung eines zertifizierten Natur- und Landschaftsführers. Von Homburg über Blieskastel bis nach Kleinblittersdorf. Mit dem Biosphärenbus werden zahlreiche Ziele im Biosphärenreservat Bliesgau erreicht", so Schramm. Obwohl die Biosphäre Bliesgau und der Nationalpark Hainich sehr unterschiedliche Naturräume in Deutschland vertreten, so fänden sich doch Gemeinsamkeiten: Die Zusammenarbeit in der Kooperation Fahrtziel Natur, die Bemühungen im Hinblick auf eine klimafreundliche Mobilität und die Verbindung über die ICE/TGV-Strecke zwischen Saarbrücken und Eisenach.

Infos mit Gewinnspiel unter www.biosphaere-bliesgau.eu

Zum Thema:

Auf einen BlickFahrtziel Natur engagiert sich seit 2001 für nachhaltigen Tourismus. Die Kooperation, die gemeinsam von den drei Umweltverbänden Bund, Nabu und VCD sowie der Deutschen Bahn getragen wird, präsentiert herausragende Naturlandschaften, vom Wattenmeer bis zum Alpenraum. Fahrtziel Natur setzt sich dafür ein, dass diese attraktiven und sensiblen Naturräume möglichst umweltschonend mit der Bahn und dem öffentlichen Nahverkehr entdeckt werden. Vor Ort sorgen innovative Mobilitätskonzepte für eine flexible und nachhaltige Fortbewegung. ert