| 23:06 Uhr

Blieskastel
Mittel für Luitpoldplatz bewilligt

Die beiden uralten Linden auf dem Luitpoldplatz haben mehr Platz zum „Atmen“ erhalten.
Die beiden uralten Linden auf dem Luitpoldplatz haben mehr Platz zum „Atmen“ erhalten. FOTO: Joachim Schickert
Blieskastel. Die Teilumgestaltung des Luitpoldplatzes hat das Umfeld bereits aufgelockert. Jetzt sind die außerplanmäßigen Ausgaben abgesegnet. Von Joachim Schickert

Rund 68 000 Euro hat der Blieskasteler Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung als außerplanmäßige Ausgabe für die schon erfolgte Teilumgestaltung des Luitpoldplatzes bewilligt. Laut Verwaltung sind davon rund 57 000 Euro Zuwendungen aus der Städtebauförderung von Bund und Land, der Rest aus dem Budget des Ortsrates Blieskastel-Mitte. Wie die Verwaltung in ihrer Stadtratsvorlage berichtet, hatte sich der Zustand der historischen Linden am Luitpoldplatz stark negativ entwickelt. Die Rahmenbedingungen an den Baumstandorten, insbesondere die Nutzung als Pkw-Stellplätze, habe die Linden nachhaltig beeinträchtigt.

Zwei Arbeitsgruppen des Studienprojektes mit der Uni Kaiserslautern im Rahmen der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Altstadt“ hatten sich mit der Situation am Luitpoldplatz beschäftigt und Ideen für eine Umgestaltung erarbeitet. „Diese Ideen waren Grundlage der in 2017 durchgeführten Teilumgestaltung des Luitpoldplatzes. Mit einer Neuordnung der Pkw-Stellplätze wurde um die Linden herum Freiflächen geschaffen, die zum einen saisonal von der angrenzenden Gastronomie genutzt werden und zum anderen als öffentliche Platzflächen zur Verfügung stehen“, heißt es aus dem Rathaus.Das Stadtbild sei mit der Maßnahme an dieser Stelle erheblich aufgewertet worden. Nach Fertigstellung der Umgehungstraße solle der Luitpoldplatz in Gänze umgestaltet werden, so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener.

Im vergangenen Jahr war der Luitpoldplatz in Blieskastel-Mitte umgestaltet worden. 35 Studenten der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern hatten zuvor eine Studie zur städtebaulichen Entwicklung der Altstadt erstellt. Daran angelehnt, hatte der Ortsrat Blieskastel-Mitte Maßnahmen zum Erhalt der beiden Linden auf dem Luitpoldplatz vorgeschlagen.



Fast 130 Jahre sind die Luitpoldlinde und die Kaiserlinde alt. Ortsvorsteher Jürgen Trautmann (CDU) hatte vor rund einem Jahr das Vorhaben erläutert: „Dem Ortsrat lag viel daran, die beiden Linden vor dem Untergang zu retten, Die Maßnahme ist einstimmig beschlossen worden“. Bereits 1998 habe die unterschiedliche Blattentwicklung, verbunden mit Ausfallerscheinungen in den Ästen, der Stadtverwaltung Sorgen bereitet. Nach Expertenmeinungen lag die Ursache an der die Bäume umgebenden Parkplatzgestaltung, die erhebliche Einschränkungen bei Sauerstoffzufuhr und Wurzelregenerierung mit sich brachte. Andreas Ternes, bei der Verwaltung als zertifizierter Baumkontrolleur zuständig, erläuterte die Problematik: „Die Vitalität eines Baumes hängt weitgehend von einer ungehinderten Entwicklung der ober- und unterirdischen Baumteile und ihrer Aktivität ab. Am Luitpoldplatz sind bereits 2016 zwei Maßnahmen zur Gesundung der Linden umgesetzt worden. Zunächst wurde eine Kronenpflege und eine Baumscheibensanierung durchgeführt. Um an das Erdreich zu gelangen, wurden dann die auf der Baumscheibe liegenden Betonplatten entfernt. Im Anschluss wurde das Erdreich aufgelockert, sodass der Boden ausgetauscht werden konnte. Im letzten Schritt wurde ein Spezial-Substrat aufgetragen.“ Die Benennung des Platzes in „Luitpoldplatz“ geschah im Jahr 1886 zu Ehren des damaligen Prinzregenten Luitpold von Bayern. Vorher hieß der Platz Maximiliansplatz – ein Hinweis darauf, dass Blieskastel bis 1919 zu Bayern gehörte.

Im Frühjahr 2017 war der Luitpoldplatz in Blieskastel-Mitte eine Baustelle. Wochenlang dauerten die Umbauarbeiten damals.
Im Frühjahr 2017 war der Luitpoldplatz in Blieskastel-Mitte eine Baustelle. Wochenlang dauerten die Umbauarbeiten damals. FOTO: Hans Hurth