| 20:30 Uhr

Folge des Dauer-Regens
Lebensgefahr droht auf dem Freizeitweg

 So zeigte sich am Freitag der Bliestal-Freizeitweg. Auf unbestimmte Zeit ist er für Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Benutzer gesperrt. Bäume drohen umzustürzen und dicke Äste herabzufallen.
So zeigte sich am Freitag der Bliestal-Freizeitweg. Auf unbestimmte Zeit ist er für Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Benutzer gesperrt. Bäume drohen umzustürzen und dicke Äste herabzufallen. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel/Reinheim. Der Landesbetrieb für Straßenbau kämpft nach den Starkregen-Ereignissen mit einem großen Problem. Von Michèle Hartmann

Wenn jetzt auch die Sonne scheint und es so ausschaut, als sei nie etwas gewesen: Die Tage zuvor hat es in unserer Region dermaßen aus allen Rohren gegossen, dass es eine wahre Pracht war. Oder besser gesagt: das genaue Gegenteil. Und das blieb nicht ohne Folgen. Während beispielsweise in der Landeshauptstadt die Stadtautobahn wegen Überflutung eine Zeitlang gesperrt war, hat das Bliestal ein anderes Problem – und zwar ein ganz gravierendes.

Auf dieses hat im Namen der Grünen-Fraktion im Blieskasteler Stadtrat deren Vorsitzender Lukas Paltz hingewiesen. Der Mann schlägt Alarm. Und teilt mit, dass der Bliestal-Freizeitweg auf der kompletten Strecke zwischen Blieskastel und Reinheim am Nachmittag des vergangenen Mittwochs (5. Februar) vom saarländischen Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) voll gesperrt worden sei. Betroffen ist die viel genutzte Trasse ab der Blieskasteler Stadtmitte auf einer Länge von rund 16 Kilometern. Der Landesbetrieb begründe die Sperrung „mit akuter Gefahr, die nach andauernden Regenfällen von umstürzenden Bäumen und abbrechenden Ästen ausgeht.“ Wie lange die Strecke gesperrt bleibt, sei bisher nicht bekannt.

Unsere Zeitung hat am Freitag nachgefragt bei Klaus Kosok, Pressesprecher der Behörde, und folgendes zunächst erfahren: Detailliert kann der LfS derzeit keine öffentliche Stellungnahme abgeben, weil noch einige Fragen zu klären sind. Wichtigste Frage: Wie gelingt es, den Weg systematisch abzuriegeln, damit niemand in Gefahr gerät? Das beschäftigt die Fachleute selbstredend am allermeisten. Nähere Informationen, wie es dieser problematischen Sache weitergeht, will der Landesbetrieb am kommenden Montag mitteilen.



Die Grünen im Blieskasteler Stadtrat haben derweil eine Anfrage an die Stadtverwaltung für die nächste Sitzung des Ausschusses für Bürgerdienste gerichtet. In dieser Anfrage möchte die Fraktion in Erfahrung bringen, wann mit einer Wiedereröffnung des Freizeitwegs zu rechnen ist. Der LfS habe sich hierzu leider nur unkonkret geäußert. „Wir erwarten, dass von den zuständigen Behörden schnell gehandelt wird. Der Freizeitweg stellt nicht nur für viele Blieskastelerinnen und Blieskasteler eine Möglichkeit zur Naherholung und zur sportlichen Betätigung dar, sondern ist auch eine touristisch einzigartige Attraktion in unserer Region. Wir fordern daher, dass mit den notwendigen Räumungsarbeiten und Sicherungsmaßnahmen zeitnah begonnen wird, um die Sperrung noch vor Beginn der Outdoor-Saison aufheben zu können“, so Lukas Paltz.

Zudem wird von den Grünen angefragt, welche Maßnahmen in Zukunft ergriffen werden, um eine Sperrung des Freizeitweges zu vermeiden.

Die Fraktion regt überdies an, dass die Verwaltung der Stadt Blieskastel und der Landesbetrieb für Straßenbau gemeinsam ein Konzept erarbeiten, in dem ein konkreter Ablaufplan zur Wartung des Freizeitweges festgelegt wird. „Starkregen-Ereignisse und Wetter-Extreme aufgrund des Klimawandels werden auch an unserer Region nicht spurlos vorbeiziehen. Die Stadtverwaltung und die zuständigen Behörden müssen sich auf solche Ereignisse leider vorbereiten. Daher sollten sich diese in Zukunft auch im Vorfeld zusammen auf einen Handlungsplan verständigen,“ regt die Grünen-Fraktion abschließend an.

 Lukas Paltz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Stadtrat Blieskastel.
Lukas Paltz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Stadtrat Blieskastel. FOTO: Lena Reichert