| 22:13 Uhr

Lysistrata
Klassiker mit moderner Botschaft

Die Theater-AG des Von-der-Leyen-Gymnasiums führte „Lysistrata“ auf.
Die Theater-AG des Von-der-Leyen-Gymnasiums führte „Lysistrata“ auf. FOTO: Susanne Gastauer
Blieskastel. Die Theater-AG des Von-der-Leyen-Gymnasiums führte die „Lysistrata“ von Aristophanes auf, deren Botschaft zeitgenössisch interpretiert wurde. red

„Make love – not war!“ ( „Macht Liebe – nicht Krieg“) – hallte es kurz vor dem Schlussapplaus von der Bühne in die Aula des Von-der-Leyen-Gymnasiums in Blieskastel. Diese Friedensbotschaft wollten die 20 jungen Schauspieler der Theater-AG, die an zwei Abenden die Komödie „Lysistrata“ interpretierten, ihrem Publikum unbedingt mitgeben. In dieser Komödie, die der griechische Dichter Aristophanes während des Peloponnesischen Krieges schrieb, verbünden sich die von ihren kämpfenden Männern verlassenen Athenerinnen mit ihren Leidensgenossinnen aus Sparta. Sie besetzen die Akropolis, die Stadtburg von Athen, und beschließen gemeinsam, sich ihren Männern so lange zu verweigern, bis diese die Waffen niederlegen. Die Kernbotschaft des Stückes hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Um den Zuschauern die Brisanz dieser Worte deutlicher vor Augen zu halten, haben die beiden Regisseurinnen Silke Schmeiser und Monika Wack eine auf dem Originaltext von Aristophanes basierende Bearbeitung von Thomas Gerke ausgewählt. Neben der sprachlichen Modernisierung ermöglichen es vor allem die vielen zeitgenössischen Elemente sowohl den Protagonisten wie auch Zuschauern, die Zeitspanne von rund 2500 Jahren zu überwinden.

Nachdem die Frauen unter Führung der Athenerin Lysistrata ihr Vorhaben, sich nicht mehr ihren Männern hinzugeben, mit einem Schwur auf einen Büstenhalter bekräftigten, beginnen allerdings bald darauf die Probleme. Mit einem Augenzwinkern wird gezeigt, wie daheim der Haushalt den Bach heruntergeht, wenn Papa alleine ist, weil Mama streikend auf der Akropolis sitzt.

Die Frauen wiederum versuchen, um die Sehnsucht nach ihren Männern zu unterdrücken, die Zeit mit PC, Tablet oder Online-Wetten totzuschlagen. Zeitgemäß wird auch der ganze Frauenstreik mit Fernseh-Streitgesprächen, Pressekonferenzen und dem Anbieten von Merchandise-Artikeln in die Öffentlichkeit gerückt.



In origineller Weise griffen die beiden Regisseurinnen das Spannungsverhältnis zwischen Antike und Gegenwart auch in der Gestaltung der Kostüme bei der sonst minimalistischen Bühnenausstattung auf: Die Frauen trugen allesamt elegante antike Gewänder, wobei die Farbe der Accessoires (Gürtel, Schals) und der Schminke dem Zuschauer die Zugehörigkeit zu Athen oder Sparta anzeigte. Ihre kriegerischen Männer bevölkerten ganz trendy in den Hoodies der Schulkleidung des Von-der-Leyen-Gymnasiums die Bühne, die Spartaner in Dunkelblau, die Athener in Bordeauxrot. Die ganze Schauspieltruppe spielte engagiert und pfiffig, wobei es die Zuschauer amüsierte, wie es auch den Jüngsten unter ihnen gelang, die vom Stück vorgegebenen sexuellen Anspielungen in Wort und Gestik charmant rüberzubringen. Sophie Ackermann (Lysistrata), Johanna Greff (Kinesias) und Meike Jost (Glauke), drei Schülerinnen der Klassenstufe 12, überzeugten bei der Aufführung besonders durch ihre guten sprachlichen und schauspielerischen Leistungen. Aber leider werden sie die Theater-AG aufgrund der jetzt nach Ostern anstehenden Abiturprüfungen verlassen.