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Kinder werden in die Führungen einbezogen

 Für die erste Führung einer Grundschulklasse aus Blieskastel im Uhrenmuseum hatte Stadtarchivar Kurt Legrum (rechts) auch Muffins mitgebracht. Foto: Schule
Für die erste Führung einer Grundschulklasse aus Blieskastel im Uhrenmuseum hatte Stadtarchivar Kurt Legrum (rechts) auch Muffins mitgebracht. Foto: Schule
Blieskastel. Im Blieskasteler Uhrenmuseum "La pendule" nehmen jetzt zunehmend auch Schulklassen die Möglichkeit wahr, an Führungen des Stadtarchivars Kurt Legrum teilzunehmen Von Merkur-Mitarbeiter Joachim Schickert

Blieskastel. Im Blieskasteler Uhrenmuseum "La pendule" nehmen jetzt zunehmend auch Schulklassen die Möglichkeit wahr, an Führungen des Stadtarchivars Kurt Legrum teilzunehmen. Wie Legrum mitteilt, besuchten beispielsweise auf Anregung von Christina Tholl die 15 Schüler und Schülerinnen der Klasse 11 des Von der Leyen-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Dorothée Schäfer beim Kulturwandertag der Schule die 93 vorwiegend barocken Uhren im City-Haus. Etliche der Uhren wurden von Meistern ihrer Zunft hergestellt und waren schon zur Entstehungszeit im 17. und 18. Jahrhundert bedeutsame und wertvolle Prestigeobjekte. Nach einem kurzen Einblick über die Entwicklung und Bedeutung der ausgestellten Prunk- und Comtoise-Uhren ging der Archivar auf historische, kunst- und wirtschaftsgeschichtliche und politische Aspekte der Uhren ein.Methodisch und didaktisch anders aufgebaut waren die Darlegungen Legrums, als die zweite Klasse der Grundschule von Blieskastel-Mitte das Museum besichtigte. Wie Legrum mitteilt, hatte Lehrerin Ina Jansen mit den 21 sieben- bis achtjährigen Kindern über die Uhrzeit schon zuvor im Unterricht gesprochen. "Meine Ausführungen waren altersgerecht, und die Kinder wurden immer wieder interaktiv während der Führung miteinbezogen. Als Felix Mayer fragte, ob er einmal eines der bis zu zehn Kilo schweren Pendelgewichte heben dürfe, war sofort die ganze Klasse dabei. Etliche Kinder hielten sich die Ohren zu, als zu Demonstrationszwecken mehrere Comtoise-Uhren gleichzeitig zum Schlagen und Läuten gebracht wurden. Über ausgestellte Einzeiger-Uhren konnten die Kinder aus dem Unterricht schon selbst einiges sagen", so der Stadtarchivar. In der Nachbereitung des Museumsbesuches seien die Schüler begeistert darüber gewesen, dass viele Uhren vergoldet sind. Sie hätten gehört, aus was die Uhren zusammengebaut wurden. "Nach der Erinnerung von Selma Britz hatten sie schöne Uhren und eine große Kuckucksuhr gesehen. Diese wurde von Finn im Kunstunterricht gezeichnet. Sieben Kinder malten die Öllampenuhr aus Blieskastel, sieben Schüler brachten aus ihrer Erinnerung die unterschiedlichsten Pendeluhren zu Papier. Sechs Schüler malten Schmuckuhren, die alle mit dem Kopf der Medusa und ihren Schlangenhaaren verziert waren. Zu dieser griechischen Sagengestalt, die auf einer Prachtpendeluhr um 1700 zu sehen war, hatte Maria-Luisa Shadrin einiges erzählen können", begeisterte sich auch Kurt Legrum. Für diese erste Führung einer Grundschulklasse im Uhrenmuseum hatte Legrum Muffins und Apfelsaftschorle für die Gäste vorbereitet.



Auf einen Blick

Das Blieskasteler Uhrenmuseum "La pendule" in der Bliesgaustraße 3 ist sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Eintrittspreise: Erwachsene 1,50 Euro, ermäßigt: 1 Euro, Familien-Ticket: 3 Euro, Gruppen ab zehn Personen: 1 Euro/Person, Kinder bis zwölf Jahre frei. Am kommenden Sonntag, 15. Mai, dem Internationalen Museumstag, ist der Eintritt ins Museum frei. Anfragen zu Führungen auch außerhalb der Öffnungszeiten können beim Stadtarchivar Kurt Legrum, Tel. (0 68 42) 926 13 21, gestellt werden. ert