| 18:19 Uhr

Blieskastel
Die Jugend im Fokus der Kandidaten

 Es gab kaum einen offenen Schlagabtausch bei der jugendpolitischen Diskussion der drei Bürgermeisterkandidaten im Blieskasteler P-Werk. Von links Moderator Marco Wirbel, Bernd Hertzler (SPD), Annelie Faber-Wegener (CDU) und Lisa Becker (Grüne).
Es gab kaum einen offenen Schlagabtausch bei der jugendpolitischen Diskussion der drei Bürgermeisterkandidaten im Blieskasteler P-Werk. Von links Moderator Marco Wirbel, Bernd Hertzler (SPD), Annelie Faber-Wegener (CDU) und Lisa Becker (Grüne). FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. „Jugend.Macht.Ansagen“ war das Motto einer Polit-Diskussion im Blieskasteler P-Werk. Jugendpolitische Fragen standen im Vordergrund. Von Erich Schwarz

Weil in diesem Jahr am 26. Mai in über 30 Städten und Gemeinden des Saarlandes die (Ober-)Bürgermeister, Gemeinde- und Ortsräte gewählt werden, ist es den Veranstaltern Saarländischer Rundfunk und den Tageszeitungen nicht möglich, die sonst üblichen Podiumsdiskussionen mit den Bürgermeisterkandidaten durchzuführen. Zwar gab es in Blieskastel Bestrebungen, eine solche Veranstaltung zu initiieren, aber letztlich hatte sich kein Veranstalter gefunden. Aber „Juz United“, der Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung, ergriff dann in einigen Gemeinden und Städten die Initiative. So auch in Blieskastel, wo vergangene Woche die drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt (Annelie Faber-Wegener, CDU, Lisa Becker, Grüne, und Bernd Hertzler, SPD) im Jugendzentrum P-Werk aufeinandertrafen. „Jugend.Macht.Ansagen“, war das Motto der Veranstaltung, Jugendpolitische Fragen sollten also im Vordergrund stehen. Aber da es – siehe oben- sonst kein Aufeinandertreffen gab, war der Andrang auch für die Juz-Leute unerwartet groß.

Das P-Werk drohte aus allen Nähten zu platzen, und es hatten Bürgerinnen und Bürger den Weg dorthin gefunden, die vorher wahrscheinlich noch nie einen Fuß ins P-Werk gesetzt hatten. Aber das macht lebendige Demokratie aus, alle Generationen waren bei der Veranstaltung vertreten, wobei gleichwohl die Jugendlichen nach Augenschein in der leichten Überzahl waren. Marco Wirbel vom veranstaltenden Jugendzentren-Verband moderierte die Veranstaltung, die über die gesamte Veranstaltungsdauer fair und sachlich blieb. Vorgegeben waren Themen wie Jugendbeteiligung, Angebote für Jugendliche, Jugend und Politik: Wie erleben Jugendliche Demokratie vor Ort?

Darüber hinaus konnte man noch weitere Themen einbringen, und ganz modern, jugendlich-innovativ-interaktiv konnten Fragen auch per Whatsapp gestellt werden. Gab es einen Gewinner des Streitgesprächs? Rein formal war es Lisa Becker, die anhand der Applaus-Lautstärke-Messung am Ende vor der amtierenden Rathauschefin und dem SPD-Kandidaten die Nase vorn hatte. Aber das ist auch der Tatsache geschuldet, dass Lisa Becker aufgrund ihres Alters sozusagen noch zur Klientel des P-Werks gehört und dort auch ihre Anhänger versammeln konnte. Insofern hatte sie auch ein „Heimspiel“, was ihr Vorteile verschaffte. Zudem ist sie Mitglied im Stadtrat und auch in den Gremien der schwarz-grünen Koalition gut vernetzt und damit auch sehr gut informiert. Auch Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener zeigte sich bestens informiert, verfügt sie doch als Amtschefin sozusagen einen Informationsvorsprung und konnte damit zu den meisten Themen dezidiert und mit Fakten antworten. Sehr schwer hatte es dagegen Bernd Hertzler, der diese Informationen nicht hatte und deshalb auch an der einen oder anderen Stelle nur wenig Auskunft geben konnte und im Ungefähren bleiben musste. Mitunter agierte er vielleicht auch rhetorisch ein wenig ungeschickt, es fehlt ihm eben jene Erfahrung, die ihm die beiden Koalitionsfrauen voraushaben. Er konterte aber manchmal durchaus geschickt oder ließ seinen Humor aufblitzen.



Insgesamt kam es nicht zum großen politischen Disput, man hatte das Gefühl, dass es auf vielen kommunalpolitischen Feldern eigentlich weitgehenden Konsens gibt. Bei den „grünen“ Themen konnte Lisa Becker punkten, aber auch Hertzler und Faber-Wegener zeigten durchaus ihre grüne Seite. Auch beim zwischengeschalteten Ja-oder-nein-Spiel gab es oft Konsens, sogar beim Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Kommunalwahlen stimmten CDU-Frau und SPD-Mann dafür, entgegen der Parteientscheidungen ihrer Mutterparteien vor wenigen Tagen im Landtag.

www.blieskastel.de