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Kalkabbau wird politisches Thema

Blieskastel. Gut drei Monate vor den Kommunalwahlen hat der seit Monaten schwelende Streit um den Kalkabbau-Betrieb Napru in Rubenheim und seine geplante Erweiterung die Politik erreicht. Die SPD Blieskastel will die Erweiterungsfläche als geschützten Landschaftsbestandteil ausweisen lassen. Carlo Schmude

Die vor allem in Wolfersheim und Erfweiler-Ehlingen höchst umstrittene geplante Erweiterung des Kalkabbaugebietes auf dem Hanickel zwischen Rubenheim und Wolfersheim wird nun offenbar auch ein großes Thema in der Kommunalpolitik im Bliestal. In der Stadtrats-Sitzung am kommenden Dienstag will die Blieskasteler SPD einen Vorstoß unternehmen, der Erweiterung einen Riegel vorzuschieben. "Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die Ausweisung eines geschützten Landschaftsbestandteils gemäß Paragraf 39 Saarländisches Naturschutzgesetz auf dem Hanickel im Stadtteil Wolfersheim vorzubereiten, eine entsprechende Satzung zu erstellen und dem Stadtrat zur Eröffnung des Ausweisungsverfahrens zur Beschlussfassung vorzulegen", heißt es in dem Antrag, den Fraktionschef Achim Jesel aus Wolfersheim unserer Zeitung vorab zukommen ließ. Mit der Ausweisung des Naturschutzgebiets Saar-Bliesgau - Auf der Lohe seien weite Flächen des Bliesgaus zwischen Wolfersheim und Habkirchen unter Naturschutz gestellt worden. Darunter auch für den Naturschutz wertvolle Flächen der ehemaligen Steinbrüche Rubenheim und Herbitzheim auf dem Hanickel sowie Flächen entlang der Schichtstufe des oberen Muschelkalks auf den Gemarkungen Wolfersheim, Herbitzheim und Rubenheim. Die Hochfläche des Hanickels, jahrzehntelang als Grenzertragsboden extensiv als Wiese bewirtschaftet, sei von der Ausweisung ausgenommen worden. Ein Zielabweichungsverfahren nach dem Landesplanungsgesetz habe die Errichtung eines Steinbruchbetriebs auf dem Hanickel ermöglicht. Durch den Betreiber des 2009 reaktivierten Steinbruchs sei jetzt beantragt, durch ein zweites Zielabweichungsverfahren die Erweiterung des Steinbruchs von aktuell rund sieben Hektar auf rund 30 Hektar zu ermöglichen. Nach Auffassung der SPD ist die Erweiterung, die einen Betrieb des Steinbruchs für mindestens weitere 25 Jahre ermögliche, mit den Zielen des Naturschutzes im angrenzenden Naturschutzgebiet, aber auch mit den generellen Zielen der Biosphäre Bliesgau bezüglich der Entwicklung der Kulturlandschaft nicht vereinbar.