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Dieser Mann aus Alschbach ist ein echter Künstler
Größte handgeschnitzte Krippe in der Region

 Werner Wandel zeigt die in diesem Jahr geschnitzten Holzfiguren. Einige davon waren kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt auf Hofgut Lindenfels zu sehen.
Werner Wandel zeigt die in diesem Jahr geschnitzten Holzfiguren. Einige davon waren kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt auf Hofgut Lindenfels zu sehen. FOTO: Hans Hurth
Alschbach. Werner Wandel aus Alschbach ist seit einem halben Jahrhundert ein wahrer Künstler, was die Holzbearbeitung betrifft. Von Hans Hurth

Vor allem in der Weihnachtszeit ist Werner Wandel ein gefragter Mann, denn der Alschbacher ist seit über 50 Jahren durch sein Hobby, die Holzschnitzkunst, weit über Heimatgrenzen hinaus bekannt. Ob bei Weihnachtsmärkten, Ausstellungen oder zu Hause in seinen Räumen – die Werke von Werner Wandel sind gefragt. Neu und erstmals aufgebaut präsentieren sich, 40 Zentimeter groß, einzelne Krippe-Stationen, von Maria Verkündigung bis hin zur Flucht nach Ägypten, viel bestaunt ist daneben die größte handgeschnitzte Krippe in der Region mit zwölf zum Teil bis zu 1,20 Meter großen Holzfiguren. Pro Figur benötigt er 80 Stunden Schnitzarbeit, zum Standard wiederum gehören Maria, Josef und die Hirten in kleineren Größen.

Unsere Zeitung besuchte den 67-Jährigen kurz vorm Weihnachtsfest und fragte ihn nach den Anfängen. „Dies war mein erstes Werk, ein aus Eichenholz geschnitzter Kellermeister“, zeigt Werner Wandel sein Ergebnis als 15-Jähriger. „Ein Jahr später durfte ich, wie jeder Lehrling bei Dingler/Karcher in Saarbrücken, als Weihnachtsgeschenk eine Figur aus Holz fertigen. Diese Technik gefiel mir, ich besuchte in den Folgejahren in Österreich und in Südtirol bis heute an die 60 Schnitzer-Kurse, bildete mich fort und entwickelte mit der Zeit eine Fertigkeit, die es mir ermöglichte, Holzfiguren selbst zu schnitzen und zunächst mal meist als Geschenk weiterzureichen“, erinnert sich Wandel.

Vor allem bei bekannten Holzschnitzern in Südtirol habe er sein Handwerk verfeinert. „Bei Eric Perathoner, Hansi und Heinrich Demetz, Norbert Insam und Andrea Kostner habe ich viel gelernt und gestaunt, wie diese Könner mit ihrem großen Wissen bei mir kleine Fehler auf Anhieb entdeckten. Diese Schnitzer arbeiten in der ,Europa-Liga’, sind gefragt und für ihr Schaffen bekannt. So hat Heinrich Demetz kürzlich im Auftrag von Vladimir Klitschko von diesem ein Holz-Portrait geschnitzt. Der Krippenraum des Schnitzers aus St. Ulrich umfasst 450 Quadratmeter.“



In einem Holzsägewerk in St. Ulrich besorgt sich Werner Wandel auch sein Arbeitsmaterial. „Für die Handschnitzerei benutze ich Lindenholz sowie Zirbelkiefer, die es bei uns gar nicht gibt. Die Zirbel wächst dort in 2000 Meter und höher, da hat das Holz von September bis Mai eine lange Ruhephase, lässt sich daher gut bearbeiten. Holz aus Ahorn bevorzuge ich für feingefräste Figuren“, erklärte uns Wandel, der bei der Sommerakademie der VHS St. Ingbert und während des Jahres bei der VHS Blieskastel als Dozent sein umfangreiches Wissen weitergibt. Wichtig bei der Schnitzarbeit sei Werkzeug in bester Qualität, ebenso bei der Schleifmaschine. Auch mit den Jüngsten der Kita Alschbach arbeitet Wandel bei mehreren Projekten zusammen. „Viel Spaß haben die Kinder da beim Modellieren von kleinen Betonfiguren, groß ist die Freude nach dem Entfernen des Gipsabdrucks“, hat der Hobbykünstler festgestellt. Bei unserem Besuch wollte der 17 Monate junge Enkel Thiago unbedingt in Opas Werkstatt – die nächste Generation mit dem Schnitz-Gen.

Eine große Wandel-Krippe steht zur Weihnachtszeit seit 15 Jahren in der Pfarrkirche Herz Jesu Bierbach und in diesem Jahr erstmals eine weitere in der Pfarrkirche Ormesheim. Sie werden ebenso bestaunt wie die Schnitzarbeiten im Hause in der Friedhofstraße in Alschbach. Wer Wandels Begeisterung sieht, der ahnt, dass noch weitere Werke hinzukommen.