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„Hier tobte der Schalk den Übermut aus“

Auch wenn es auf diesem posthumen Porträt nicht so aussieht, Mozart war wohl ein humorvoller Mensch. Foto: Andy Bernhaut/dpa
Auch wenn es auf diesem posthumen Porträt nicht so aussieht, Mozart war wohl ein humorvoller Mensch. Foto: Andy Bernhaut/dpa FOTO: Andy Bernhaut/dpa
Blieskastel. „Bona nox! bist a rechta ox“ lautet der Titel der Veranstaltung, die am Sonntag in Blieskastel stattfindet. Zu hören sind Mozarts freche Duette, Terzette, Quartette und Kanons. Aber es gibt auch einige seiner lustigen Briefe und Gedichte sowie Auszüge aus dem Tagebuch seiner Schwester Maria Anna, genannt Nannerl. red

Von Bach über Beethoven bis hin zu Schönberg reicht die Reihe großer Musiker, die niemals gelacht haben sollen. Die Familie Mozart macht eine rühmliche Ausnahme. Unerschöpflicher Ideenspender ist ihr berühmter Sohn Wolfgang Amadeus. Mozart hatte eine spielerische Lust, mit Sprache umzugehen, mit Wörtern und Gedanken zu jonglieren. Die schönsten Beispiele solch ausgelassenen Wortwitzes finden sich in den Briefen an die Schwester und die Cousine in Augsburg. Über die "Bäsle-Briefe" schreibt Mozarts Witwe Constanze: "Hier tobte der Schalk seinen Übermut aus." Seine Schwester Maria Anna, genannt das Nannerl, ist ihm auch in Sachen Literatur eine gute und aufmerksame Schülerin, wie ihre "tag ordnungen" - gemeint sind ihre Tagebücher - bezeugen. Doch bleibt Mozart unangefochten der Meister höheren literarischen Blödsinns: "...und als wir in unsere Gasse kamen, so machten wir unsere Haustüre auf und was meinst du wohl, daß sich zugetragen? - Wir gingen hinein."

Größer als die Lust an der Sprache ist fraglos Mozarts Liebe zur Musik. "Ich kann nicht poetisch schreiben; ich bin kein Dichter", klagt er 1777 seinem Vater, sein literarisches Talent herunterspielend. Auf musikalischem Gebiet fühlt er sich ganz zu Hause. Und so wundert es nicht, dass aus Mozarts Duetten und Terzetten Heiterkeit und Fröhlichkeit in vollkommener Weise erklingen, gepaart mit derselben unbändigen Lebensfreude, die auch seine Briefe unsterblich machen.

Es wird also am Sonntag, 17. April, in der Orangerie Blieskastel um 17 Uhr einen musikalisch-literarischen Spaß geben, wie es der Titel verspricht: "Bona nox! bist a rechta ox". Zu hören sind Mozarts freche Duette, Terzette, Quartette und Kanons ferner seine lausbübischsten Briefe , einige seiner Gedichte sowie Nannerls Tagebücher .

Es wirken bei der Veranstaltung mit: Karin und Franz Biet, Susanne Gastauer, Manuel Horras, Vinzenz Haab, Vsevolod Starko, Gregor Beg, Markus Schaubel, Elfi Elsner, Gerd Schlaudecker sowie Klaus Völker.