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Heiße Diskussionen um den Namen

Blieskastel. David-Oppenheimer-Brücke, von-der-Leyen-Brücke, Mariannenbrücke, Bliesbrücke, Joseph-Wendel-Brücke, Schloss-Brücke und St. Sebastian-Brücke: Das sind nur einige von vielen Vorschlägen von Bürgerinnen und Bürgern, wie die neue Brücke zwischen Webenheim und Blieskastel heißen soll, die am neuen Kreisel entsteht Von Merkur-Mitarbeiter Joachim Schickert

Blieskastel. David-Oppenheimer-Brücke, von-der-Leyen-Brücke, Mariannenbrücke, Bliesbrücke, Joseph-Wendel-Brücke, Schloss-Brücke und St. Sebastian-Brücke: Das sind nur einige von vielen Vorschlägen von Bürgerinnen und Bürgern, wie die neue Brücke zwischen Webenheim und Blieskastel heißen soll, die am neuen Kreisel entsteht. Wie Stadtpressesprecher Fredi Brabänder berichtet, sind bisher rund 150 Vorschläge eingegangen, und die Bürgerbeteiligung läuft noch bis zum 31. Januar dieses Jahres. "Wir bekommen Vorschläge aus allen Blieskasteler Stadtteilen, nicht nur aus Blieskastel-Mitte", so Brabänder. Darüber hinaus interessiert das Thema offenbar auch Bürger aus anderen Kommunen. So sind beispielsweise Vorschläge aus Saarbrücken, Contwig, Gersheim, Homburg, Heusweiler und sogar Cuxhaven eingegangen. Die Bürger sollen nämlich die Möglichkeit erhalten, ihre eigenen Vorschläge einzubringen. Eine unabhängige Jury werde nach Ablauf der Frist alle Einsendungen bewerten und dem Stadtrat Vorschläge unterbreiten. Mit dem vorgesehenen Verfahren solle ein Name gefunden werden, der breite Akzeptanz findet. Die Sammlung und Bewertung von Vorschlägen werde transparent und ergebnisoffen durchgeführt. Daher seien in der Jury auch keine Stadträte vertreten.Ausgelöst hatte den "Namensstreit" der Historische Verein Blieskastel. Der hatte die Idee eingebracht, dass das neue Bauwerk David-Oppenheimer-Brücke heißen soll, nachdem ein Vorschlag im Stadtrat auf breite Zustimmung gestoßen war, eine Straße nach dem gebürtigen Blieskasteler Oppenheimer zu benennen, der 1848 nach Amerika auswanderte und 1887 Bürgermeister der Stadt Vancouver an der Ostküste Kanadas wurde. Schließlich stünde es der Stadt gut an, "einen ihrer weltweit berühmtesten Bürger durch die Benennung eines öffentlichen Bauwerkes nach ihm zu Ehren", so Vereins-Vorsitzender Professor Heinz Quasten.

Im Vorfeld der letzten Blieskasteler Stadtratssitzung Mitte Dezember hatten dann die Jamaika-Koalitionäre CDU, Grüne und FDP vorgeschlagen, dass die neue Brücke über die Blies David-Oppenheimer-Brücke heißen soll - analog der Resolution des Historischen Vereins Blieskastel an den Stadtrat. Die Freien Wähler hatten gleichzeitig beantragt, einen Bürgerwettbewerb auszuloben, während andere Parteien bereits öffentlich aufgefordert hatten, zum Namen der Brücke Vorschläge einzureichen. Aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen in den Parteien war der Stadtrat schließlich auf den Vorschlag von Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener eingegangen, wonach die Stadt Blieskastel für die neue Brücke auf der B 423 einen Namenswettbewerb auslobt.



Meinung

Stein, der hohe Wellen schlägt

Von Merkur-MitarbeiterJoachim Schickert

Der Historische Verein Blieskastel kann sich die Hände reiben: Noch selten dürfte ihm eine so große Aufmerksamkeit widerfahren sein, wie beim Namensstreit um die neue Brücke über die Blies. Dass das Thema solche Wellen schlägt, hatte sogar die Jamaika-Stadtratskoalition nicht vermutet, hat sie doch ihren eigenen Antrag, das neue Bauwerk "David-Oppenheimer-Brücke" zu nennen, gekippt und der Bürgerbeteiligung zugestimmt. Rund 150 Vorschläge, die sich naturgemäß teilweise überschneiden, sprechen eine deutliche Sprache für das Engagement der Bürger. Doch hier ist keine Mehrheitsmeinung der Blieskasteler, wie manche annehmen, gefordert, sondern eine Jury wird über Sinn und Unsinn der Vorschläge befinden und dem Stadtrat, der letztlich entscheidet, ihr Ergebnis präsentieren. Den Stein, den der Historische Verein in die Blies geworfen hat, wird auch weiterhin noch Wellen schlagen.

Auf einen Blick

Bürgerinnen und Bürger der Stadt Blieskastel, örtliche Vereine, Organisationen und Ortsräte können noch bis zum 31. Januar 2012 Namensvorschläge für die neue Brücke am Kreisel bei der Stadtverwaltung einreichen. Der Namensvorschlag mit einer entsprechenden Begründung kann per Post an die Stadt Blieskastel, Paradeplatz 5, 66440 Blieskastel, gerichtet werden, per E-Mail: info@blieskastel.de ert