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Hier ist (noch) keine Lösung in Sicht?
Ein Bauschutt-Container sorgt für Furore

 Zur Sanierung musste der neue Hausbesitzer den Container genau dort platzieren, wo Rainer Schetting bisher seine Außenbestuhlung hatte. Weiter zur Giebelseite hin darf der Container nicht aufgestellt werden, weil er sonst die Feuerwehrzufahrt versperrt.
Zur Sanierung musste der neue Hausbesitzer den Container genau dort platzieren, wo Rainer Schetting bisher seine Außenbestuhlung hatte. Weiter zur Giebelseite hin darf der Container nicht aufgestellt werden, weil er sonst die Feuerwehrzufahrt versperrt. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. Mitten in der Blieskasteler City macht das sperrige Ding einen Gastronomen madig. Die Stadt sagt: Es ist alles in Ordnung. Von Erich Schwarz

(ers). Was sich zunächst anhört wie die Auseinadersetzung zweier zerstrittener Nachbarn, sorgt in Blieskastel – und auch in Facebook – für ein breites, zweigeteiltes Echo. Kontrahent eins: Rainer Schetting, Inhaber des Weinhandels mit Ausschank „oliVino“. Kontrahent zwei: Karl-Heinz Puderer, der in Blieskastel bereits zwei Häuser in der Altstadt saniert hat. Puderer hat nun auch ein drittes Haus gekauft, in dem früher das Lokal „Alter Markt“ eingerichtet war. Um dieses Haus unmittelbar neben dem Geschäft oliVino von Schetting zu sanieren, hat Puderer einen Container aufgestellt. Dieser Container steht genau auf dem Platz, auf dem Schetting bisher seine Außengastronomie platziert hatte.

Rainer Schetting verweist darauf, dass er bereits im Februar die jährlich zu beantragende Sondernutzungsanfrage bei der Stadt abgegeben habe. Bis Mai habe er keinen Bescheid bekommen, weder positiv noch negativ. Er habe dann seine Tische und den Sonnenschirm wie all die Jahre aufgestellt. Nun seien Bedienstete der Stadt gekommen, die ihn baten, die Tische abzubauen. Er habe das nicht eingesehen, ließ also das Mobiliar stehen. Daraufhin seien „in einer nächtlichen Aktion“, so Schetting, die Tische und der Sonnenschirm aus ihren Verankerungen abgeschraubt worden. Am Morgen habe er die Sachen vor seinem Geschäftseingang gefunden, wobei der Sonnenschirm auch beschädigt gewesen sei. Die Polizei habe den Sachverhalt aufgenommen.

Seitens der Stadt habe man ihm angeboten, die Schräge vor seinem Haus als Gastfläche zu benutzen, zudem habe man ihm einen Bereich unmittelbar vor dem Schlangenbrunnen angeboten. „Diesen Bereich hatte ich vor Jahren schon einmal genutzt. Aber das ist einfach zu weit von meinem Geschäft entfernt“, meint Schetting. Er habe übrigens Widerspruch gegen den Bescheid der Stadt eingelegt, wobei die Verwaltung dann aber schon innerhalb der Widerrufszeit sozusagen „Nägel mit Köpfen“ gemacht, also Tatsachen geschaffen habe. Es sei ihm auch unerklärlich und sicherlich auch für das Stadtbild schädlich, dass der Bauherr mitten in der Hochsaison, im Sommer, den Container drei Monate dort platzieren dürfe.



Der Pressesprecher der Stadt, Jens Welsch, hat die Sache überprüft und mitgeteilt, dass alles korrekt verlaufen sei. Der Container könne nur an diesem Platz stehen, weil ansonsten die Feuerwehrzufahrt versperrt sei. Zudem habe Schetting nicht „automatisch“ den Anspruch, dort in jedem Jahr seine Tische aufzustellen: „Wir müssen hier die widerstrebenden Interessen abwägen.“ In dem Fall liege der städtische Bereich, den Schetting genutzt hat, eigentlich näher an den Anwesen Puderer (ihm gehört auch das Haus auf der anderen Seite, früher Walch). Insofern sei ihm das Aufstellen des Containers auf jeden Fall zu gestatten. Man habe Schetting ja zudem auch erlaubt, am Schlangenbrunnen erneut zu bestuhlen.

Karl-Heinz Puderer stellte im Gespräch mit unserer Zeitung heraus, Schetting gebe sich uneinsichtig und lasse nicht mit sich reden. Zudem sei es „völliger Schwachsinn“, dass er den Container dort drei Monate stehen lassen will: „Wenn wir mit der Sanierung fertig sind, kommt auch der Container weg“, unterstrich Puderer.

Er ließ offen, was er mit dem sanierten Haus später vorhat. Zunächst hörte man in der Stadt Gerüchte, der gelernte Friseur wolle ein Toupet-Studio einrichten. Im Gespräch mit unserer Zeitung wollte Puderer dies nicht ausschließen, deutete aber auch eine Nutzung als Weinlokal an. Wenn das wirklich so käme, sinnierte Stadtpressesprecher Jens Welsch, sei ohnehin zu überlegen, wer dann das größere Anrecht auf Außenbestuhlung an dieser Stelle hat.