| 20:52 Uhr

Vive la Chanson
Frankokanadisch beim Chansonkurs

Sängerin Joanne Morra ist per Smartphone zugeschaltet.
Sängerin Joanne Morra ist per Smartphone zugeschaltet. FOTO: Leni Werth
Blieskastel. Der Chansonkurs „Vive la Chanson“ führte ein Livegespräch mit der bekannten Sängerin Joanne Morra aus der Metropole Toronto. red

(red) Eine besonders farbige Angebotspalette bot der letzte Abend des – von der Katholischen Erwachsenenbildung Saarpfalz veranstalteten – Chansonkurses „Vive la Chanson“, der wie immer im Pfarrzentrum St. Sebastian in Blieskastel stattfand. Aus Anlass eines Besuchs in der alten Heimat war Nicole Kohler, die am Von der Leyen-Gymnasium Blieskastel vor Jahren ihr Abitur gemacht hat und seit einigen Jahren im kanadischen Toronto wohnt,  als Spezialgast zum Kursabend gekommen und nahm aktiv an ihm teil.

Zunächst erzählte sie, wie es sich in Toronto lebt; besonderen Raum nahmen die Stellung der französischen Sprache im Staat Kanada und Besonderheiten des kanadischen Französisch („Québecois“) ein. Sie sprach von spürbaren Unterschieden zwischen Standard-Französisch und dem Québecois sowohl im Wortschatz als auch  in der Grammatik.

So sagen die Frankokanadier für Pullover chandail statt pull, für Topf chaudron statt casserole, für Auto char statt voiture und fürs Einkaufen von Lebensmitteln magasiner statt faire des courses.



Über der Beschäftigung mit der französischen Sprache in Kanada wurde aber nicht das Hauptanliegen des Chansonkurses vernachlässigt: Nicole Kohler hatte Kursleiter Rudi Kleinpeter (ihren ehemaligen Französischlehrer am Von der Leyen-Gymnasium) bereits im Vorfeld auf eine Reihe von französischsprachigen Liedern der in Ostkanada bekannten Sängerin Joanne Morra aufmerksam gemacht, und im Laufe des Abends wurden dann drei ihrer bekanntesten Lieder unter die Lupe genommen: „Au chant de l’alouette“ (ein klassisches altes Kinder- und Volkslied mit einer ganzen Reihe von Interpretationsangeboten), „Le Canadien errant“ (ein historisch-patriotisches Lied aus dem 19. Jahrhundert über das Schicksal eines des Landes Verwiesenen) und „Pas là“ (ein ernstes Lied über Beziehungsprobleme mit Nähe und Distanz, das Joanne Morra selbst komponiert und getextet hat).

Nicole Kohler erzählte dann noch, wie sie Joanne Morra kennengelernt hatte: in einer Tierschutzvereinigung, die sich um heimatlose Katzen in Toronto kümmert. Ein Höhepunkt war noch ein Livegespräch per Smartphone – zwischen Joanne Morra auf der einen (auf dem Rückweg von der Arbeit im kalten Toronto) und Kursleiter Kleinpeter sowie Nicole Kohler auf der anderen Seite – dessen Verlauf  die Kursteilnehmer verfolgen konnten und in dem es unter anderem um die besprochenen Lieder und den kalten Winter in Toronto ging. Die Sängerin zeigte sich sehr erfreut darüber, dass sich im fernen Deutschland eine Gruppe von Chansoninteressierten mit ihren Liedern beschäftigt. Inzwischen wird dieser besondere Kursabend mit dem deutsch-kanadischen Kontakt auch auf der Facebook-Seite von Joanne Morra gewürdigt.