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Webenheimer Bauernfest
Feuerwerk zum Ende, dann analysieren

Nicht ganz so gut ist in diesem Jahr die Bilanz auf dem Webenheimer Bauernfest. Vor allem die Hitze führte bei den Schaustellern zu Einbußen.
Nicht ganz so gut ist in diesem Jahr die Bilanz auf dem Webenheimer Bauernfest. Vor allem die Hitze führte bei den Schaustellern zu Einbußen. FOTO: Erich Schwarz
Webenheim. Heute geht das 97. Webenheimer Bauernfest mit einem Feuerwerk zu Ende. Festzeltbetreiber und Schausteller ziehen durchwachsene Bilanz. Von Erich Schwarz

Mit einem großen musikalischen Feuerwerk, das über den Blieswiesen abgebrannt wird, endet heute Abend das 97. Webenheimer Bauernfest. Insgesamt „durchwachsen“ lautete die Bilanz sowohl der Schausteller als auch von Festzelt-Betreiber Kai Grunder („Grunder Gourmet“). Besonders attraktiv sei wie auch schon in den Jahren zuvor das erste Festwochenende gewesen, bilanzierte Grunder. Er sei zwar „insgesamt zufrieden“, aber es sei auch an der Zeit, den Festverlauf zu analysieren, Schwachpunkte zu erkennen und aus Fehlern zu lernen. „Ich will nicht als Nörgler dastehen, ich will auch nicht klagen. Aber bestimmte Dinge kann man verbessern, und das muss man tun. Schließlich wollen wir ja auch noch das 100. Bauernfest in drei Jahren feiern“, unterstrich Grunder. Ein Problem sei in diesem Jahr das Ausbleiben der französischen Festbesucher gewesen: „Da war zum einen die Fußball-Weltmeisterschaft, die sicherlich Gäste gekostet hat. Und am Samstag war dann noch der Nationalfeiertag, was sicherlich auch einiges ausgemacht hat“, bilanzierte der Festwirt. In diesem Zusammenhang müsse auch noch einmal die Werbung analysiert werden, auch die gezielte Werbung im Hinblick auf französische Gäste. Insgesamt spricht er von einer „Verlagerung“. So sei der erste Festmontag hinter den Erwartungen zurückgeblieben, dafür sei der Familien-Mittwoch überaus stark besucht gewesen. Auch das Schlachtfest hat seine Anziehungskraft bewahrt, wenngleich das Zelt jetzt nicht mehr so überfüllt ist, wie oftmals in den früheren Jahren. Das hat sich inzwischen auf den Außenbereich und das Zelt ziemlich gleichmäßig verteilt. Absoluter „Renner“ sei auch wieder der Handwerker- und Bauernmarkt gewesen. Hier, so war zu hören, sollte man noch mehr auf Originalität und Regionalität setzen. Gut besucht war am ersten Festsonntag auch das Pferderennen, wobei man hier spürte, dass den Besuchern der Rückgang der Galopprennen (nur noch zwei Galopprennen, der Rest Traber) auffiel. Selbstläufer bei überwiegend von Experten- und Fachleuten besuchten Veranstaltungen waren auch in diesem Jahr wieder die jährliche Stuten- und Fohlenschau sowie die im Zweijahresrhythmus ausgetragene Südwestdeutsche Rinderschau. Das zweite Festwochenende stand dann wieder ganz im Zeichen des Pferdes. Hier gab es einen Markierungsritt und auch ein zweitägiges Westernturnier. Auch wurde am zweiten Festsonntag wieder der traditionelle Zeltgottesdienst gefeiert. Grundsätzlich kritisch sei überdies zu bewerten, so Festzeltwirt Grunder, dass in Blieskastel am zweiten Festwochenende der Biergarten auf dem Paradeplatz eröffnet würde: „Das macht dem Bauernfest Konkurrenz. Die Eröffnung könnte ja durchaus auch eine Woche später stattfinden“, ist Grunder überzeugt. Insgesamt „einigermaßen zufrieden“ zeigten sich auch die Schausteller mit dem Festverlauf. „Es hätte besser sein können, aber ich will mich nicht beklagen“, so die Bilanz von Eugen Hüppchen. Er hat sein Kettenkarussell gegenüber des Festzeltes aufgebaut und ist mit diesem Platz nicht ganz zufrieden: „Da vorne am Eingang spielt sich einfach mehr ab“, ist er überzeugt. Zudem würde er den Rundgang über den Platz anders gestalten. Dagmar Schulz vom Kinder-Autoskooter hat einen anderen Problempunkt ausgemacht: „Immer wenn das Bauernfest in die Ferienzeit fällt, stimmen bei uns die Umsatzzahlen nicht mehr“, weiß sie zu berichten. Johann Konter ist Besitzer der „Elipse“, in diesem Jahr die Attraktion schlechthin auf dem Vergnügungsgelände. Auch er sei „insgesamt zufrieden“, wenngleich er über die große Hitze klagt: „Damit ist das Nachmittagsgeschäft natürlich nicht so gut“. Bleibt eigentlich nur noch der Kommentar von Christian Weber, dem Generalbevollmächtigten der Karlsberg-Brauerei. Er stellte dem Bauernfest bereits zu Beginn ein gutes Zeugnis aus: „Hier wird Tradition bewahrt, was ja an sich schon nicht so einfach ist. Aber das Bauernfest überzeugt mit dieser Bewahrung von Tradition und man ist trotzdem immer bemüht, mit der Zeit zu gehen und immer wieder etwas Neues zu finden“.