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Breitfurt
Feinste Mehle durch schonende Verfahren

Wieland Weiser (links) und Jan Geisinger sind mächtig stolz auf die Technik der modernen Maschinen in der Bliesmühle Breitfurt.
Wieland Weiser (links) und Jan Geisinger sind mächtig stolz auf die Technik der modernen Maschinen in der Bliesmühle Breitfurt. FOTO: Hans Hurth
Breitfurt. Mit modernster Technik und Rohstoffen aus der Region hat sich die Bliesmühle aufgestellt. Viele Bäcker vertrauen auf die Qualität aus Breitfurt. Von Hans Hurth

In der Bliesmühle in Breitfurt wurde mit der so genannten Bliesgau-Kruste eine neue Brotsorte gebacken – mit Mehl aus der Bliesmühle, als weiterer Botschafter für das Biosphärenreservat Bliesgau. Angeregt hatte dies Landrat Theophil Gallo. Ein Besuch in Breitfurt macht deutlich: Die Mühle klappert nicht mehr am rauschenden Bach, und der Müllermeister steht zur Qualitätsprüfung und Analyse häufiger im Labor als mit Säcken von Getreide auf der Leiter.

„In der modernen Mühle werden mit schonenden Verfahren aus hochwertigem Qualitätsweizen Mehle gemahlen, wobei die im Jahr vermahlene Menge bei rund 80 000 Tonnen Weizen liegt“, erklärten Müllermeister Wieland Weiser sowie Jan Geisinger, Leiter des Mühlenbereichs. Der Rohstoff für das Mehl, der Weizen, komme zum größten Teil aus der Region, von saarländischen Landwirten oder aus dem benachbarten Lothringen. „Die sorgfältige Auswahl des Getreides, moderne Mahlverfahren und ständige Kontrollen garantieren den hohen Qualitätsstandard der Mehle. Die konsequente Umsetzung dieser Strategie wird durch verschiedene Zertifizierungen dokumentiert.“

Im Jahre 1425 wurde die Bliesmühle erstmals urkundlich erwähnt. „Seither sind die Ansprüche an Mehl gestiegen. Heute genügt es nicht mehr, bestes Getreide zu gutem Mehl zu verarbeiten. Qualitätssicherung beginnt bei uns bereits bei den Erzeugern von Getreide: mit der heimischen Landwirtschaft werden Anbau-, Liefer- und Abnahmeverträge über Qualitätsgetreide abgeschlossen. Jedes Produkt, das aus Mehl hergestellt wird, ob Brot, Kuchen, Waffeln oder Gebäck, stellt seine eigenen Herausforderungen an den Rohstoff“, betont Jan Geisinger. Diesen unterschiedlichen Anforderungen begegne die Bliesmühle mit konsequenten Investitionen in die Technik, in das Know-how und das Können ihrer Mitarbeiter.



Die Mühle habe modernste Technologie, etwa eine computergesteuerte Vermahlung und moderne Walzenstühle. Ein optischer Sortierer erkenne und entferne 25 000 schadhafte Weizenkörner pro Minute und mehrere Silos sorgen für die optimale Lagerung von Rohstoff und Endprodukt. Getreide sei ein Naturprodukt und unterliege Qualitätsschwankungen. „Umfangreiche Analysen und Kontrollen im Mehllabor vor Ort – von der Rohstoffanlieferung, während der Produktion und vor der Auslieferung – garantieren hohe Qualität. Back- und verfahrenstechnische Prüfungen und Produktentwicklungen werden im firmeneigenen Backstudio durchgeführt. So kann das Bliesmühle-Mehl mit Verarbeitungseigenschaften für optimale Backergebnisse garantieren“, erklärt Wieland Weiser. Mit eigenen Fahrzeugen werde das Mehl lose im Silo-Lkw oder verpackt in 25 Kilogramm-Säcken zu den Bäckereien und zu Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie geliefert, wo es dann zu Backwaren weiterverarbeitet werde. In ein Kilogramm- Kleinverpackungen komme das Mehl zum Endverbraucher in die Regale der Lebensmittelmärkte.

„Nachhaltig und gesellschaftlich verantwortlich zu wirtschaften gehört zur Philosophie des Unternehmens. So sorgen drei Turbinen dafür, dass aus Wasserkraft mehr als 1,2 Millionen Kilowatt im Jahr als Öko-Strom erzeugt und an die Pfalzwerke geliefert werden. Die Breitfurter Bliesmühle gehört zur Juchem Gruppe, die als mittelständisches Unternehmen eng mit der Region verbunden ist. Das Eppelborner Familienunternehmen in der dritten Generation, gegründet 1921, gehört zu den technologisch führenden Firmen im Bereich der Getreide und Fettverarbeitung“, stellte Jan Geisinger abschließend heraus.