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Niederwürzbach
Ersatz fürs alte Löschfahrzeug gefordert

Die Niederwürzbacher Wehr fordert einen Ersatz für das alte Fahrzeug.
Die Niederwürzbacher Wehr fordert einen Ersatz für das alte Fahrzeug. FOTO: Andreas Motsch
Niederwürzbach. Verantwortliche der Feuerwehr appellieren an Orts- und Stadtrat für eine schnelle Finanzierung. red

Die Diskussion um die Ersatzbeschaffung für das mit 34 Jahren reparaturanfällige Löschfahrzeug stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Löschbezirkes Niederwürzbach. Löschbezirksführer Robert Kendziora verwies auf den Brandschutzbedarfsplan der Stadt und die dort festgelegte Rangfolge für erforderliche Ersatzbeschaffungen im Fahrzeugpark der Feuerwehr. Demnach müsste ein Hilfeleistungs- und Löschfahrzeug, HLF 20, im Jahr 2018 für Niederwürzbach angeschafft werden. Wehrführer Michael Nehlig kritisierte, dass man in der Stadtverwaltung seinem Vorschlag zur Bereitstellung entsprechender Finanzmittel nicht gefolgt sei und die Anschaffung dem Spardiktat zum Opfer gefallen sei, wie die Würzbacher Wehr mitteilt.

Ortsvorsteherin Petra Linz (SPD) argumentierte mit Blick auf das Gefahrenpotenzial im größten Stadtteil, dass sich infolge der Erweiterung der Kita und des beabsichtigten Baus einer Seniorenresidenz erheblich erhöhen werde, für eine schnelle Realisierung. Kendziora appellierte an die anwesenden Orts- und Stadtratsmitglieder, dass Politik und Feuerwehr in dieser wichtigen Frage parteiübergreifend zusammenarbeiten müssten mit dem Ziel, im nächsten Doppelhaushalt der Stadt die Finanzierung für die geplante Anschaffung sicherzustellen. Der Löschbezirk habe jedenfalls seine Hausaufgaben gemacht, indem mit Blick auf den sich abzeichnenden Übertritt der derzeit noch aktiven Fahrer und Maschinisten in die Alterswehr im letzten Jahr insgesamt fünf Wehrleute die Prüfung zum Erhalt der erforderlichen Fahrerlaubnis der Klasse C erfolgreich abgelegt hätten.

In seinem Rechenschaftsbericht blickte der Löschbezirksführer auf ein arbeitsintensives Jahr 2017 zurück: Zu 30 Einsätzen wurde der Löschbezirk alarmiert, wobei die Wehrleute insgesamt 250 Stunden ehrenamtlich tätig waren. Im Bereich der Aus- und Fortbildung fanden im Löschbezirk 45 Übungen statt. Mehrere Feuerwehrangehörige besuchten Lehrgänge auf Stadt- oder Kreisebene sowie an der Feuerwehrschule des Saarlandes in Saarbrücken. Insgesamt wurden rund 1500 Stunden für die Aus- und Fortbildung aufgewendet. Erfreulich auch die Mitgliederentwicklung im letzten Jahr: Kai Degro wurde aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Feuerwehrdienst übernommen, daneben traten zwei Quereinsteiger in den Löschbezirk ein, sodass die Sollstärke mit 28 Feuerwehrangehörigen, darunter drei Frauen, gerade erfüllt werde.



Im Laufe des Jahres 2018 würden noch drei weitere Mitglieder der Jugendwehr in den aktiven Dienst übernommen, so dass sich die personelle Situation im Vergleich zu den Vorjahren doch leicht gebessert habe, wie der Löschbezirksführer zwar noch nicht zufrieden, aber doch mit einiger Zuversicht für die weitere Zukunft des Löschbezirkes feststellte. In der Altersabteilung seien 16 ehemalige Wehrleute sozusagen immer noch „aktiv“. Im Dorfgeschehen brachte sich der Löschbezirk Niederwürzbach ebenfalls ein. So wurde ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Am Seniorennachmittag wurde die komplette Bestuhlung und Bühne durch die Feuerwehrangehörigen auf- und abgebaut. An der Fronleichnamsprozession sowie am Martinsumzug übernahm der Löschbezirk die Aufgabe der Verkehrssicherung.

Der Beauftragte für die Jugendfeuerwehr im Löschbezirk, Philipp Tönjes, konnte in der Jahreshauptversammlung der Jugendwehr, die unmittelbar vor der Versammlung der aktiven Wehr stattfand, mit Stolz berichten, dass er zwischenzeitlich mit elf Jungen und Mädchen sehr erfolgreich Feuerwehr-Nachwuchsarbeit betreiben kann. Laut seinem Rechenschaftsbericht traf sich die Jugendfeuerwehr regelmäßig freitagabends zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr zu insgesamt 39 Ausbildungseinheiten. Aber nicht nur feuerspezifische Themen standen auf dem Programm der Jugendfeuerwehr. So nahm man an einem Zeltlager teil, in dessen Rahmen vier Jugendliche aus Niederwürzbach die Prüfung der Jugendflamme Teil I beziehungsweise II erfolgreich ablegen konnten. Außerdem wurden viele andere Dinge, die nichts mit der eigentlichen Feuerwehrarbeit zu tun haben, durchgeführt. So traf man sich unter anderem zu einem Spieleabend mit gemeinschaftlichem Kochen und Übernachtung im Feuerwehrhaus. Ziel war er es, das Interesse an gemeinschaftlichen Unternehmungen zu wecken sowie ein soziales Engagement ins Bewusstsein der Jugendlichen zu rufen, wie die Niederwürzbacher Wehr abschließend mitteilt.