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Bauernfest
Edle Schönheiten auf vier Hufen

Die jungen Reiter der Region präsentierten ihre Erfolgspferde. Fine Sierra aus der Zucht der Familie Reitnauer vom Berghof Einöd erhielt die Staatsprämie und war erneut Siegerstute in Webenheim.
Die jungen Reiter der Region präsentierten ihre Erfolgspferde. Fine Sierra aus der Zucht der Familie Reitnauer vom Berghof Einöd erhielt die Staatsprämie und war erneut Siegerstute in Webenheim. FOTO: Cordula von Waldow
Webenheim. Zum Webenheimer Bauernfest gehört traditionell die Stuten- und Fohlenschau. Auch am Montag waren wieder viele Fachkundige vor Ort. Von Cordula von Waldow

Die Stutenschau beim Webenheimer Bauernfest, die seit 25 Jahren vom Pferdezuchtverein Saar ausgerichtet wird, ist nach wie vor ein Publikumsmagnet. Hier treffen sich Reiter, Züchter und Pferdefreunde, um die schönsten Pferdemütter und vielfach auch ihre Nachkommen zu bewundern. Hier treffen sich langjährige Bekannte, fachsimpeln und informieren sich über den aktuellen Stand der saarländischen Pferdezucht.

„Die Stutenschau und das Pferderennen sind das, was von dem ehemaligen Bauernmarkt noch geblieben sind“, sagt Horst Körner. Der erfolgreiche Pferdezüchter aus Limbach-Altstadt ist der Gründungsvorsitzende des Pferdezuchtvereins Saar, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Heute gehören dem Erfolgsverein 80 Mitglieder an, die sich dem Landgestüt Zweibrücken eng verbunden fühlen. In einem kleinen Schauprogramm präsentierten sich anlässlich dieses Jubiläums erfolgreiche Zweibrücker Sportpferde aus dem Zuchtgebiet unter ihren jungen Reitern. Die erst 16-jährige Jelte Blaß, Tochter einer Züchterfamilie aus Illingen, stellte den siebenjährigen, bis zur schweren Klasse bereits erfolgreichen Hengst Leipzig B aus ihrer ebenfalls selbst gezogenen Erfolgsstute Charlotte B im Springen vor. International bis zur schweren Zwei-Sterne-Klasse erfolgreich ist der neunjährige Zweibrücker Wallach Caruso aus der Zucht von Horst Körner unter seinem Reiter und Ausbilder, Niklas Betz. Der 20-jährige, angehende Pferdewirt, ist Träger des Goldenen Reitabzeichens. Ein Halbbruder seines Pferdes, Rasputin, ist mit Emely van Loon bereits siegreich in der schweren Klasse. „Es ist selten, dass sich ein Pferd gleichmäßig so erfolgreich in Dressur wie Springen vererbt“, erklärt Kommentator Ernst Ehrmantraut. Ebenfalls selbst gezogen und ausgebildet ist Sandmann R aus der Zucht der Familie Reitnauer vom Berghof-Einöd. Der vierjährige Rappe wurde zelebriert von Carina Reitnauer-Lebong. „Die jungen Reiter unserer Region sind hoch erfolgreich bis auf internationales Parkett mit Pferden aus eigener Zucht, die sie selbst ausgebildet haben“, betonte Ernst Ehrmanntraut die hohe Qualität der saarländischen Pferdezucht. Diese ist auch national erkannt. Deshalb wurden gleich vier Vererberinnen in einem kleinen Festakt als weiterem Höhepunkt der Veranstaltung mit der Staatsprämie vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ausgezeichnet. Dieses Amt übernahm gerne Alfred Hoffmann in Vertretung des Landwirtschaftsministers. Die einzige Warmblutstute, die neunjährige, hoch dekorierte Fine Sierra von Fürst Romancier, ebenfalls aus der Zucht der Familie Reitnauer und im Besitz der Reitnauer GbR, brillierte auch als Tagessiegerin in ihrer Altersklasse der sieben- bis zwölfjährigen Stuten, mit einem ebenfalls gelungenen Fohlen bei Fuß. Außerdem erhielten drei Ponystuten die Staatsprämie: zwei Mini-Shetlandponys von Tina Selzer, Beckingen und eine Welsh D Stute von Christina Gornik, Losheim. Insgesamt 30 Warmblutstuten sowie 20 Ponystuten präsentierten sich den gesamten Vormittag über auf zwei Ringen parallel den Richtern und dem Publikum. Siegerin bei den jüngeren Stuten wurde Mathilde B aus der Zucht der Familie Blaß. Diese stellte auch die Siegerin der Stutfohlen aus ihrer Stute Luna B. Das Sieger-Hengstfohlen züchtete der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbands Rheinland-Pfalz-Saar, Gerhard Brengel (Walsheim) aus seiner Stute Quintessa.

Die Siegerstute der Haflinger und auch der älteren Kleinpferdestuten wurde die Staatsprämienstute Schelma von der Zuchtgemeinschaft Hofer aus Zweibrücken. Diese stellte mit der Tochter von Schelma auch das Siegerfohlen. Auch bei den Welsh-Stuten ging der Tagessieg nach Zweibrücken zu Uta Rosenau (RV Einöd). „Die Kleine Hexe“ der Zuchtgemeinschaft Körner, Altstadt, siegte bei den jüngeren Reitponystuten.