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Die Linke plädiert für Stolpersteine gegen das Vergessen

 An der Ecke Zweibrücker Straße/Gerbergasse in Blieskastel erinnern Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus. Foto: PM
An der Ecke Zweibrücker Straße/Gerbergasse in Blieskastel erinnern Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus. Foto: PM
Gersheim. Die Partei Die Linke in Gersheim hat bei Bürgermeister Alexander Rubeck beantragt, Stolpersteine in der Gemeinde zu verlegen

Gersheim. Die Partei Die Linke in Gersheim hat bei Bürgermeister Alexander Rubeck beantragt, Stolpersteine in der Gemeinde zu verlegen. Stolpersteine, wie es sie beispielsweise in Blieskastel gibt, gehen zurück auf den Kölner Künstler Gunter Demnig, der mit dieser Aktion an Menschen erinnert, die während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und in den Konzentrationslagern umgekommen sind. Hierzu werden vor den Wohnhäusern, in denen die Opfer lebten, sogenannte Stolpersteine in den Bürgersteig eingelassen, um an diese Menschen zu erinnern. Wie die Linke weiter mitteilt, sei es dem Ortsverband Gersheim "in mühsamer und monatelanger Recherchearbeit gelungen, die Namen von sechs Mitbürgern der Gemeinde Gersheim in Erfahrung zu bringen, die durch die Nazis umkamen. Leider konnte nur von drei der sechs Namen auch die dazugehörige Adresse in der Gemeinde ermittelt werden". Um gegen das Vergessen der Opfer aus Gersheim sowie aller anderen Opfer und als Mahnung für folgende Generationen habe die Linke den Antrag an Bürgermeister Rubeck gestellt und um Zustimmung und Genehmigung des Rathauschefs und des Gemeinderats Gersheim gebeten. Nach Auskunft des Fraktionsvorsitzenden der Linken, Mario Fontana, sei der Antrag parteiübergreifend von allen Fraktionen des Gemeinderates positiv aufgenommen worden. Ende Mai vergangenen Jahres hatte der aus Köln stammende Künstler Gunter Demnig Stolpersteine gegen das Vergessen in Blieskastel gelegt. Hier war damit ein Projekt des Künstlers fortgesetzt worden, welches die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, politisch Verfolgter, Zeugen Jehovas und Euthanasie-Opfer während des Nazi-Regimes lebendig erhält. Der Fraktionschef im Blieskasteler Stadtrat, Dieter Geis, hatte die Aktion initiiert, unterstützt von seinen Parteifreunden. Im Vorfeld hatte Geis betont, dass es sich nicht um eine Parteiangelegenheit handele, sondern dass diese Aktion für alle Bürger der Stadt eine große Bedeutung haben müsse. Zu Beginn dieses Jahres hatte Geis bei einer Gedenkveranstaltung in Blieskastel erklärt, dass die Pflege der Pflastersteine jährlich erfolgen solle, um das Gedenken an die Mitbürger aufrecht zu erhalten. ert