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Die erste Hürde ist genommen

Blieskastel. Auf ihrem Weg, als "lebenswerte Stadt" (slowcity, CittaSlow) anerkannt zu werden, ist Blieskastel einen Schritt weiter gekommen und hat die erste Hürde genommen Von Merkur-Mitarbeiter Joachim Schickert

Blieskastel. Auf ihrem Weg, als "lebenswerte Stadt" (slowcity, CittaSlow) anerkannt zu werden, ist Blieskastel einen Schritt weiter gekommen und hat die erste Hürde genommen. Wie die Verwaltung in der jüngsten Stadtratssitzung mitteilte, habe der Vorsitzende der Vereinigung lebenswerter Städte in Deutschland (CittaSlow), Oberbürgermeister Richard Leibinger aus Waldkirch, telefonisch mitgeteilt, dass der Vorstand der deutschen Vereinigung die Aufnahme der Stadt Blieskastel positiv beschieden hat. Der Antrag werde nun dem internationalen Vorstandsgremium vorgelegt, das in den nächsten Wochen in Polen tagen wird. Der Vorsitzende rechne auch hier mit einem eindeutigen Votum für Blieskastel. Danach folge die Übergabe der Urkunde in Blieskastel. Die Stadt Blieskastel hatte den Antrag auf Beitritt zu den lebenswerten Städten mit umfangreichen Informationen am 10. Dezember letzten Jahres vorgelegt.Der Stadtrat hatte zuvor im Oktober vergangenen Jahres zugestimmt, dass die Stadt den Antrag zur Mitgliedschaft in der Vereinigung der lebens- und liebenswerten Städte stellen kann. Die Städte in der Vereinigung haben die Möglichkeit, das Logo der Bewegung in Form einer Schnecke für das eigene Erscheinungsbild zu nutzen und den Titel "CittaSlow/slowcity" zu führen. Weiterhin könnten sie das Markenzeichen allen öffentlichen und privaten Initiativen und Aktivitäten freistellen, die zur Erreichung der Ziele der Bewegung beitragen sowie an Veranstaltungen mitwirken, die innerhalb der Bewegung durchgeführt werden.

Im Juni hatten CDU und Grüne gemeinsam mit dem FDP-Stadtratsmitglied Werner Weihrauch einen Antrag zum Beitritt zu den gemütlichen Städten gestellt und dabei eine Idee des Gewerbevereins Blieskastel unter Leitung der Vorsitzenden Brigitte Gode aufgegriffen. Die Stadtverwaltung hatte das Anliegen thematisiert und dann den Beitritt vorgeschlagen. "Die Vereinigung der lebens- und liebenswerten Städte bietet für die Stadt Blieskastel viele Vorteile und Synergien mit der Biosphärenregion. Aus der Wurzel der Slow Food-Bewegung geboren, schafft die Vereinigung ein gemeinsames Bewusstsein für die regionale Identität", hatten CDU und Grüne in der entscheidenden Stadtratssitzung argumentiert. Die Koalition im Stadtrat sehe den Vorteil der Mitgliedschaft gerade im sanften Tourismus und der überregionalen Vermarktung des Bliesgaus. Denn eine CittaSlow stehe für bewusste Aufmerksamkeit und bewussten Lebensstil im Gegensatz zu bloßem Getriebensein in einer schnelllebigen Zeit. Blieskastel biete viele Plätze zum Verweilen, historische Substanz, Natur zur Erholung, Orte der Kommunikation wie Märkte oder Biergärten sowie ein umfangreiches kulturelles Programm.

Gewerbevereinsvorsitzende Brigitte Gode hatte bereits im April 2010 gegenüber unserer Zeitung erklärt: "Blieskastel ist meiner Meinung nach prädestiniert für diese Idee der Entschleunigung, des genussvollen Verweilens in einer ansprechenden Atmosphäre. Slow City setzt auf Nachhaltigkeit und sanften Tourismus, genau das also, was auch der Biosphärenzweckverband verfolgt."



citta-slow.de

Hintergrund

Die CittaSlow-Bewegung hat ihren Ursprung in Italien, wo sie 1999 gegründet wurde. Mehr als 60 der insgesamt 131 Mitgliedsstädte befinden sich in Italien. 2001 wurde Hersbruck in Mittelfranken als erste Stadt in Deutschland und als erste Stadt außerhalb Italiens aufgenommen. Damit begann die weltweite Verbreitung des CittaSlow-Gedankens. CittaSlow gibt es inzwischen in Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Holland, Italien, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Südkorea, Türkei und USA. In Deutschland sind folgende Städte Mitglied: Bad Schussenried, Deidesheim, Hersbruck, Lüdinghausen, Marihn, Nördlingen, Wirsberg, Überlingen und Waldkirch. ert