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"Die Biosphäre soll profitieren"

Glückwunsch, Frau Bürgermeisterin, Blieskastel ist in die "Vereinigung der lebenswerten Städte" aufgenommen worden

Glückwunsch, Frau Bürgermeisterin, Blieskastel ist in die "Vereinigung der lebenswerten Städte" aufgenommen worden. Haben Sie schon Ihr Briefpapier mit dem Citta-Slow-Emblem, der Schnecke, bestellt?Faber-Wegener: Danke für die Glückwünsche, die Nachricht über die Aufnahme in die Vereinigung kam so schnell, dass mir noch keine Zeit blieb, das neue Briefpapier zu bestellen. Doch Spaß beiseite, wir freuen uns sehr über die Aufnahme in die Citta-Slow-Vereinigung, wir sind die zehnte Stadt in Deutschland und die erste im Saarland, die nun Mitglied der Vereinigung ist. Oberbürgermeister Richard Leibinger aus Waldkirch, er ist der Vorsitzende der deutschen Sektion, hat Blieskastel für die gut vorbereitete Antragsschrift gelobt und die Voraussetzungen Blieskastels zur Aufnahme in die Vereinigung von Anfang an als gegeben erachtet. Er hat sich sicher auch gefreut, dass mit Blieskastel nun auch eine Stadt Mitglied der Vereinigung ist, die in einer Biosphärenregion liegt.

Was passiert jetzt als nächstes?



Faber-Wegener: Oberbürgermeister Richard Leibinger wird Anfang kommenden Jahres nach Blieskastel kommen, um die Urkunde auszuhändigen. Wir werden das im Rahmen einer kleinen Feierstunde festlich gestalten, mit Stadtrat, Gewerbetreibenden und weiteren Beteiligten.

Die Auszeichnung muss ja mit Leben erfüllt werden. Welche konkreten Schritte sind in Blieskastel geplant?

Faber-Wegener: Eigentlich sind wir ja schon mitten drin, die Bestrebungen der Kommunen im Saarpfalz-Kreis, die Biosphäre mit Leben zu erfüllen, schließen Citta-Slow-Ziele mit ein. Die Ziele der Vereinigung lesen sich ja wirklich so, wie man sich eine lebenswerte Stadt vorstellt, ich wiederhole es hier noch einmal: "Eine Stadt, in der Menschen leben, die neugierig auf die wieder gefundene Zeit sind, die reich ist an Plätzen, Geschäften, Cafés, Restaurants, Orten voller Geist, ursprünglichen Landschaften, faszinierender Handwerkskunst, wo der Mensch noch das Langsame anerkennt, den Wechsel der Jahreszeiten, die Echtheit der Produkte und die Spontaneität der Bräuche genießt, den Geschmack und die Gesundheit achtet". Und daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten.

Wie lange läuft die Mitgliedschaft in der Vereinigung? Kann sie wieder aberkannt werden?

Faber-Wegener: Eine zeitliche Begrenzung ist nicht vorgesehen, dennoch wird die Berechtigung der Mitgliedschaft von der Vereinigung in regelmäßigen Abständen geprüft. Doch glaube ich, braucht Blieskastel keine Angst zu haben, dass die Kriterien in absehbarer Zeit nicht mehr erfüllt werden, ich glaube eher, dass das Gegenteil der Fall ist, denn wir alle arbeiten in der Biosphärenregion an der Fortentwicklung der Biosphäre, und das schließt die Ziele der Citta-Slow-Vereinigung mit ein.

Blieskastel hat als lebenswerte Stadt nach der Anerkennung als Citta-Slow-Mitglied jetzt innerhalb des Biosphärenreservats eine herausgehobene Stellung. Wie wollen Sie das nutzen?

Faber-Wegener: Ich möchte nicht, dass sich Blieskastel durch diese Anerkennung als herausgehoben betrachtet, sondern hätte eher den Wunsch, dass alle Städte und Gemeinden in der Biosphäre von dieser Anerkennung profitieren. Wir werden mit der Anerkennung natürlich werben, werden unser Prospektmaterial und unsere Aktionen immer mit dem Prädikat der lebenswerten Stadt, der Schnecke, schmücken, so dass viele Menschen neugierig auf unsere Stadt werden. Diese verstärkten touristischen Auswirkungen sollten sich aber auf die gesamte Region auswirken, denn Blieskastel und der Bliesgau sind nur gemeinsam stark, und so möchte ich alle einladen, an der weiteren Entwicklung unserer Region auch im Sinne der lebenswerten Städte aktiv mitzuarbeiten.

www.citta-slow.de

Foto: Brabänder