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Konzert
Collegium Vocale führt Gouvy-Oratorium auf

 Das Collegium Vocale Blieskastel singt heute in Homburg-Haut.
Das Collegium Vocale Blieskastel singt heute in Homburg-Haut. FOTO: Rich Serra/Collegium Vocale / Rich Serra
Homburg/Blieskastel. Auch wenn ihn hierzulande immer noch einige nicht genug kennen oder unterschätzen: Théodore Gouvy war wohl tatsächlich der anerkannteste Komponist, den die Saar-Region je hatte, gefeiert vom Publikum in Paris, Berlin, Köln und Leipzig, gedruckt von den größten Musikverlagen Frankreichs und Deutschlands, geehrt von den Akademien beider Länder, dem Institut des Beaux-Arts in Paris und der Preußischen Akademie der Künste. red

Am 3. Juli jährte sich zum 200. Mal der Geburtstag des Romantikers, dessen Biografie und musikalisches Erbe gleichermaßen symptomatisch scheinen für das Leben eines Menschen, der grenzüberschreitend, zwischen den Kulturen Frankreichs und Deutschlands unterwegs war. So inspiriert Gouvy selbst von den Reichtümern beider Kulturen war, so missverstanden oder gar vergessen blieb er lange Zeit nach seinem Tod, weil die Franzosen ihn für einen Deutschen und umgekehrt hielten. Die Wiederentdeckung des Komponisten verdankt die Musikwelt erst Anfang der 1990er Jahre paradoxerweise seiner Totenmesse, einem symphonischen Requiem, das zufällig gefunden wurde.

Die CD-Einspielung dieses Werks, es wurde eine der meist verkauften CDs in Frankreich, setzte die Renaissance in Gang, mit etlichen Neueinspielungen, wissenschaftlichen Kolloquien, Neu-Editionen und Gründungen von Gouvy-Gesellschaften auch außerhalb Frankreichs.

Saarbrücken, Hombourg-Haut und mit ihnen das Dreiländereck liegen bis heute im Zentrum dieser Renaissance, die immer wieder befeuert wurde durch das Institut Gouvy in Hombourg-Haut und dessen Gründungsdirektor Sylvain Teutsch, aber auch viele Freunde und Förderer, die in Lothringen, Luxembourg und im Saarland begeistert werden konnten.



Eine ganze Festwoche ehrt nun den Komponisten. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltungsreihe hat der saarländische Minister für Bildung und Kultur Ulrich Commerçon übernommen. Im Rahmen der Konzerte werden fünf Welt-Erstaufführungen geboten. Zusammen mit dem „Orchestre Nationale de Metz“, das unter der Leitung des Chefdirigenten Jacques Mercier steht, führt das Blieskasteler Ensemble (Leitung: Christian von Blohn) am heutigen Donnerstag, 4. Juli, in Hombourg-Haut um 20 Uhr in der Kirche Collégiale Saint-Etienne das Oratorium „Aslega“ auf.