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Ein ganz besonderes Flair genießen
Das Füllhorn der Biosphärenregion

 Anna Wust präsentiert hier ein gewaltiges Cittaslow-Brot am Stand der Bäckerei Fetzer.
Anna Wust präsentiert hier ein gewaltiges Cittaslow-Brot am Stand der Bäckerei Fetzer. FOTO: Michele Hartmann
Blieskastel. 7. Cittaslow-Markt in Blieskastel mit knapp 60 Händlern und überwiegend Produkten aus der Heimat. Von Michèle Hartmann

Aloe Vera, die Pflanze für Schönheit und Gesundheit – so sieht sie also aus. Norbert Fritz vom Herrenfelder Hof in Schwanheim (Rheinland-Pfalz) hatte das Gewächs zum Cittaslow-Markt in Blieskastel mitgebracht. Und noch einiges andere mehr: Waldpilze, historische Tomatensorten, Ingwer, Kartöffelchen. Alles Bioland-Ware, der Zuspruch der Kunden, sagt Fritz, sei gut.

Anderswo war das auch der Fall, denn bevor der erste große Regenguss das Freiluft-Treiben ereilte, war die Innenstadt brechend voll. Menschenmassen schoben sich an den Ständen vorbei, die auch wirklich viel Interessantes zu bieten hatten. Derweil erfreute sich der Förderverein der Kita Mariä Himmelfahrt Biesingen über regen Betrieb in der Markthalle. Dort gab’s Kaffee und Kuchen. Und ansprechend dekorierte Tische.

68 Händler hatten sich zum Markttreiben angemeldet, am Ende waren es knapp 60, die sich einfanden zur siebten Veranstaltung dieser Art. Das erfuhr die SZ von Bärbel Kunz, sie ist die im Rathaus zuständige Frau für solche Veranstaltungen in der Barockstadt. Diese haben in aller Regel eine große Fangemeinde, die sich freut über Nicht-Alltägliches. Das gab es beispielsweise bei Ralf Meisel. Der Mann aus Wörschweiler präsentierte seine Holzkunst-Produkte. Alle Hölzer– von der Eibe über die Haselnuss bis hin zum Wacholder – stammen aus der Biosphäre, wie Meisel erzählte. Langlebige Gebrauchsgegenstände wie Obstschalen, Löffel oder Pfeffermühlen, die auch noch formschön sind, hat er nach Blieskastel mitgebracht.



Schräg gegenüber ein Stand, der sich auf „außergewöhnlich Sinnliches für Rosenliebhaber“ spezialisiert hat. Interessant auch die Produkte, die Ramon Bachmann in seinem Verkaufswagen rund ums Thema Kaffee auf dem Paradeplatz anbot – inklusive eines Schinkens vom Freilandrind, der mit Kaffee geräuchert wird. Dieser, so Bachmann, komme beim Publikum sehr gut an. „Du bist,was Du isst“, lesen wir ein paar Meter weiter auf einem Schild, das einen Stand mit frischen Waffeln ziert. Wohl nicht ganz ernst gemeint beim Händler von Kräuter- und Früchtebonbons diese Androhung auf Pappe: „Wer hier klaut, stirbt“. Saarländische „Berschmannsgutzjer“ entdecken wir hier zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren wieder.

Auf dem Cittaslow-Markt zwischen veganer Nahrung und der Kinderschmink-Zone ebenso vertreten: der Bienenzucht-Verein Blieskastel. 130-jähriges Bestehen feiert er im Oktober. Neben ihrem Honig hatten die Mitglieder auch noch einen Schaukasten mit richtigen Bienen mitgebracht, was vor allem die Kinder faszinierte. Sie betrachteten die fleißigen Tierchen, auf die die Zweibeiner besonders gut aufpassen sollten.

Und dann war da noch Christine Littig mit ihren dekorativen Kräuter- und Spelzenkissen. Auch sie zeigte sich, wie viele andere von der SZ befragte Händler, sehr bis ganz zufrieden mit dem Geschäftsverlauf. Trotz Regenguss, der zu fortgeschrittener Stunde für mehr Platz vorm Rathaus und drumherum sorgte. Und für ein bisschen mehr Zeit, um mit den Geschäftsleuten ins Gespräch zu kommen. So ist man mal wieder auf dem neuesten Stand. Darauf einen Apfel-Secco. Oder einen Federweißer. Auch den gab’s als kleiner Gruß an den Herbst.

 Johanna und David am Bienenschaukasten des Bienenzuchtvereins Blieskastel. Im Oktober feiert er 130-jähriges Bestehen.
Johanna und David am Bienenschaukasten des Bienenzuchtvereins Blieskastel. Im Oktober feiert er 130-jähriges Bestehen. FOTO: Michele Hartmann
 Seine Holzkunst bot Ralf Meisel in Blieskastel an.
Seine Holzkunst bot Ralf Meisel in Blieskastel an. FOTO: Michele Hartmann
 Wohlfühl-Produkte konnte man bei Christine Littig kaufen.
Wohlfühl-Produkte konnte man bei Christine Littig kaufen. FOTO: Michele Hartmann