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Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft
Brand in Altheim: Tierschützer erstatten Strafanzeige

 Über viele Stunden kämpften die Wehrleute in Altheim gegen die Flammen an. Menschen kamen nicht zu Schaden, aber sieben Tiere verendeten.
Über viele Stunden kämpften die Wehrleute in Altheim gegen die Flammen an. Menschen kamen nicht zu Schaden, aber sieben Tiere verendeten. FOTO: Nehlig
Blieskastel/Stuttgart.

29 Stunden – von Sonntagnacht bis Montagvormittag (1. Juli) – waren rund 80 Feuerwehrleute aus unserer Region bei einem gewaltigen Brand in Altheim im Einsatz (wir berichteten) Menschen kamen bei dem Feuer, das sowohl in einem uralten, leerstehendes Wohngebäude als auch in einer Scheune und Stallungen wütete, nicht ums Leben. Gleichwohl verendeten sieben Tiere im brennenden Stall, einige andere erlitten teils schwere Verletzungen. Der betroffene Landwirt konnte vor dem Eintreffen der Wehr über 50 Kühe und Kälber aus ihrer Unterkunft vor der Flammenhölle retten.

Die Polizei in Homburg erklärte am Freitag auf Anfrage, dass die Brandursache noch nicht ermittelt sei. Es sei durch den Brand die Statik der Gebäude infrage gestellt worden, sodass die Experten erst sehr viel später als üblich im Innern nach der Brandursache forschen konnten. Über diese konnte also bislang noch keine Auskunft erlangt werden.

Derweil hat sich PETA, (“Deutschlands größte Tierrechtsorganisation“) in den Fall eingeschaltet und bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. „Aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Rinder qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen. Die Tierschutzorganisation dankt den am Einsatz beteiligten Feuerwehrmitarbeitern und allen Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben“, heißt es seitens PETA wörtlich. Und: „Jedes Tier, das bei einem Stallbrand stirbt, wird grob fahrlässig getötet“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Der Brandschutz werde in vielen Tierställen nicht ernst genommen. „Und wenn überdies viele Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten.“ Dieses Risiko sei den Betreibern bewusst.



 PETA habe wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen kritisiert, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt sei: „Zudem werden in der Praxis meist selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung kommt es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die die Rettung der Tiere verhindern. Es ist noch zu ermitteln, ob dies auch beim aktuellen Einsatz der Fall war.“ Tiere, die zu Ernährungszwecken gehalten werden, würden als Produktionsgüter gelten, „.verbrennen oder ersticken sie bei einem Stallbrand, wird ausschließlich der entstandene Sachschaden berechnet. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob Rind, Schwein oder Huhn, ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Kopfüber an einem Bein hängend wird ihnen im Schlachthaus die Kehle durchtrennt – Millionen Tiere sind dabei nicht ausreichend betäubt.“

(mh)