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Böckweiler – Kleinod in dörflicher Kulisse

Die Böckweiler Stephanuskirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Fotos: Norbert Rech
Die Böckweiler Stephanuskirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Fotos: Norbert Rech
Böckweiler. In Böckweiler können sich Einheimische und Besucher so richtig vom Alltag erholen. Der beschauliche Ort, durch den der Jakobsweg führt, verfügt aber auch über eine Attraktion für Touristen . Mit der laut Ortsvorsteher Helmut Ruf ältesten Kirche im Saarland lockt Böckweiler zahlreiche Touristen an, die sich das romanische Gotteshaus hier anschauen. Norbert Rech

Nach Ausgrabungen in den Vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist auch belegt, dass sich auf dem Platz, auf dem heute die Stephanuskirche steht, vor Christi Geburt ein römischer Gutshof befand. "Der römische Tisch stammt beispielsweise aus dem dritten oder vierten Jahrhundert vor Christus", erzählt Marliese Rauch, die sich mit der Geschichte des Ortes bestens auskennt. Auch ein Keltenhelm wurde auf der Gemarkung des Dorfes gefunden. Dieser wird heute im Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken ausgestellt. Dort liegt auch ein Vortragekreuz aus der romanischen Zeit, das im Bauschutt gefunden wurde." Dieses Kreuz wird nun aus Metall nachgebildet", informiert Rauch, die stolz schon einmal ein Modell aus Gips präsentiert.

Die Kirche selbst gehe auf die Epoche der Karolinger zurück. Auf den Ruinen des römischen Hofes wurde vermutlich im 9. Jahrhundert eine Basilika errichtet. Mauern davon wurden bei Grabungsarbeiten im Jahr 1908 entdeckt. Zu der Kirche gehörten mehrere Klostergebäude. Der Grundriss der Basilika ist mit Steinen vor und neben der heutigen Kirche sichtbar gemacht worden.

Vermutlich nach einem Brand wurde der karolingische Bau durch ein romanisches Gotteshaus ersetzt. Es gehörte zum Kloster in Hornbach. Der Chor der Kirche war in Form eines Halbkreises gebaut. Im 16. Jahrhundert folgte der Abriss der Seitenschiffe, um Platz für einen Friedhof zu schaffen. Später wurde auch der hintere Teil des Gebäudes - die durch einen Rundbogen getrennte Laienkirche - entfernt.

"Die Stephanuskirche wurde mehrfach zerstört - zuletzt im Zweiten Weltkrieg", erzählt das Mitglied des örtlichen Presbyteriums. In den Nachkriegsjahren erfolgte der Wiederaufbau als einschiffige Anlage. Über den Rundbogen hinaus hat sie heute noch einen Vorraum. Nach längerer Zeit stehe nun wieder eine Renovierung an. Entsprechende Untersuchungen hierfür würden schon durchgeführt.