| 20:07 Uhr

Blieskastel
Die Grünen schicken Lisa Becker ins Rennen

Die Grüne Bürgermeisterkandidatin Lisa Becker begrüßte kürzlich Gäste bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Pestizide in der Landwirtschaft“ in Seelbach.
Die Grüne Bürgermeisterkandidatin Lisa Becker begrüßte kürzlich Gäste bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Pestizide in der Landwirtschaft“ in Seelbach. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. Im kommenden Mai steht in Blieskastel die Bürgermeisterwahl an. Für die Grünen will nun Lisa Becker für diesen Posten kandidieren. ert

Bei der Bürgemeisterwahl am 26. Mai 2019 in Blieskastel geht nach Amtsinhaberin Annelie Faber-Wegener (CDU) eine zweite Frau ins Rennen: Die Blieskasteler Grünen schicken die gebürtige Wolfersheimerin Lisa Becker in den Kampf um die Rathausspitze. Becker ist von Beruf Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Verwaltungsrecht. Sie sitzt für die Grünen seit 2014 sowohl im Blieskasteler Stadtrat als auch im Ortsrat von Wolfersheim. Zuvor sammelte sie bereits Erfahrungen in der Landespolitik: So war sie von 2010 bis 2014 Mitglied im Landesvorstand von Bündnis90/Die Grünen Saar und von 2012 bis 2014 Sprecherin der Grünen Jugend Saar. Im Jahr 2015 übernahm Lisa Becker dann zusammen mit Lukas Paltz den Vorsitz von Bündnis90/Die Grünen Blieskastel. „Vor zehn Jahren habe ich in meiner Abiturzeit mit Freunden die Grüne Jugend Blieskastel gegründet, und wir konnten durch unseren Einsatz innerhalb kurzer Zeit erreichen, dass der Konzertsaal unseres Jugendzentrums saniert wurde. Damals habe ich gemerkt, dass ich mit Engagement in der Kommunalpolitik wirklich etwas verändern kann. Für mein Leben, aber auch für das meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger. Dieses großartige Gefühl von damals, es hält bis heute an.“ Wie die Lukas Paltz, Vorsitzender von Bündnis90/Die Grünen Blieskastel, weiter mitteilt, habe sich Lisa Becker daher entschlossen, sich als Bürgermeisterkandidatin zur Verfügung zu stellen. Blieskastel und all seine Stadtteile lägen ihr am Herzen und sie wolle den schwierigen Herausforderungen, vor denen alle Kommunen stehen, mit zeitgemäßen und unkonventionellen Lösungen begegnen.

„Politik, das habe ich gelernt, hält häufig viel zu lang an alten und eingefahrenen Denkmustern fest, ohne diese nach ihrem Nutzen und Sinn zu hinterfragen“, erklärt die Grünenpolitikerin zu ihrer Motivation und konkretisiert ihr Vorhaben: „Im Vordergrund steht dabei für mich eine moderne Verwaltung, die sich als bürgernaher Dienstleister gegenüber allen Blieskasteler Bürgerinnen und Bürger versteht. Dazu gehört für mich auch eine weitestgehend papierfreie Verwaltung, wodurch Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden können und nebenbei auch noch jede Menge Papier gespart werden kann. Auch meine anderen Schwerpunkte sehe ich bei den Zukunftsthemen: Blieskastel braucht gute und bezahlbare Kinderbetreuungsangebote. Wenn wir dem demographischen Wandel etwas entgegensetzen möchten als Kommunalpolitik, dann muss Blieskastel noch familienfreundlicher und es muss jungen Menschen aber auch mehr geboten werden. In der Blieskasteler Politik kommen die Belange und die Anforderungen, die junge Menschen an eine Stadt stellen, zurzeit viel zu kurz. Ich will daher mehr Angebote für Jugendliche und junge Blieskasteler schaffen.“

Des Weiteren möchte Becker das Thema Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus der kommunalpolitischen Debatten rücken. Die Nachhaltigkeit steht nach ihrer Auffassung mit den verschiedensten politischen Themenfeldern in Verbindung: „Nachhaltiges Wirtschaften stellt für mich einen entscheidenden Beitrag für die Generationengerechtigkeit dar. Dazu zählt für mich zum einen, dass Blieskastel weiter an den Zielen der Haushaltkonsolidierung festhält und wir die nachfolgenden Generationen nicht mit Schulden überladen. Zum anderen halte ich es für notwendig, dass Blieskastel als Zentrum der Biosphäre eine Vorbildfunktion übernimmt, und die Stadtverwaltung in den Bereichen der Umwelt- und Energiepolitik ambitionierter handelt. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die Kommunen vor Ort mitziehen. Bei dieser Thematik hat Blieskastel meiner Meinung nach noch ausreichend Entwicklungspotenzial. Gerade in einer ländlichen Region sollte man die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien anstreben. Um solche Projekte realisieren zu können, muss die Stadtverwaltung den intensiven Dialog mit den Stadtwerken suchen und diese bei den Planungen aktiv unterstützen. Auch bei der energetischen Sanierung der städtischen Gebäude sowie der damit verbundenen Nutzung öffentlicher Fördertöpfe hat man innerhalb der Stadtverwaltung noch genügend Handlungsspielraum, den es zu nutzen gilt. All diese Maßnahmen würden sich auch positiv auf die finanziellen Einsparziele unserer Stadt auswirken.“



Für die Grünenpolitikerin sei es außerdem auch besonders wichtig, dass jeder Stadtteil eine Zukunft habe und keiner infrastrukturell vernachlässigt werde. Als Wolfersheimerin kenne sie die Belange der kleineren Orte. Als Stadträtin wisse sie aber auch, dass oft der Eindruck entsteht, dass aufgrund sachfremder Erwägungen bestimmte Stadtteile bevorzugt und andere benachteiligt würden. „Die Menschen erwarten von der Politik jedoch zu Recht eine problemorientierte Sacharbeit, die versucht, ihnen Lösungen für ihre Probleme anzubieten. Diesem Anspruch möchte ich gerecht werden und deshalb stelle ich mich allen Blieskasteler Bürgerinnen und Bürgern als Kandidatin für das Bürgermeisteramt zur Verfügung“, erklärt Becker abschließend.