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Eine ganz wichtige Entscheidung steht in Blieskastel an
Biosphärenhaus: Standort wird nun bestimmt

 Dieser Plan zeigt, wie sich die Innenstadt von Blieskastel in absehbarer Zeit verändern könnte. Vor allem mit dem Biosphärenhaus, dessen Standort Anfang kommender Woche endgültig festgeklopft werden soll.
Dieser Plan zeigt, wie sich die Innenstadt von Blieskastel in absehbarer Zeit verändern könnte. Vor allem mit dem Biosphärenhaus, dessen Standort Anfang kommender Woche endgültig festgeklopft werden soll. FOTO: tobeSTADT Frankfurt/städte.bau.planung.dialog
Blieskastel. Ausschuss empfiehlt dem Biosphärenzweckverband den Neubau im Herzen von Blieskastel und nicht an der Peripherie. Von Michèle Hartmann

Vor rund einem Monat fand eine nichtöffentliche Sitzung des Biosphärenhaus-Ausschusses statt. Daran anknüpfend wird der Biosphärenzweckverband Bliesgau am kommenden Montag (16. März) in dann öffentlicher Sitzung (18 Uhr, Forum Homburg) den Standort des schon lange geplanten Biosphärenhauses festklopfen. Unserer Zeitung liegt hierzu der Beschlussvorschlag vor. Demzufolge stimmt Anfang kommender Woche die Verbandsversammlung in Anlehnung an die städtebauliche Planstudie der Stadt Blieskastel einer Standortverlagerung des Biosphärenhauses im Herzen der Kommune zu. Bislang war eben auch die Möglichkeit diskutiert worden, die Immobilie etwas außerhalb anzusiedeln. Es soll am Montag auch beschlossen werden, die Planung für das neue Haus weiterhin als Leitinvestition für die Region in enger Verbindung mit dem Neubau der Bliesgau-Festhalle durch die Stadt Blieskastel zu verfolgen, um Synergieeffekte für die Investitionen sowie die späteren Betriebs- und Unterhaltungskosten zu erzielen.

Der Biosphärenhaus-Ausschuss hat sich, wie aus der Vorlage für den Zweckverband hervorgeht, in seiner Sitzung im Februar „sehr intensiv“ mit der Thematik befasst. Die Geschäftsstelle habe auch einen Vergleich mit mehreren Informationszentren von Nationalen Naturlandschaften in Deutschland hinsichtlich Baukosten, Betrieb, Besucherzahlen und Betriebskosten vorgestellt. Die Stadt Blieskastel hatte im vergangenen Jahr nach dem Abschluss der Machbarkeitsstudie zum Neubau des Biosphärenhauses innerhalb der Stadt zusätzlich ein städtebauliches Planverfahren als Wettbewerb in Auftrag gegeben. Dieses sei notwendig geworden, um gegebenenfalls Fördermittel aus dem städtebaulichen Denkmalschutz zu sichern und die Lage des Biosphärenhauses im Rahmen der Stadtrand-Ost-Entwicklung der Stadt optimal zu verorten.

Als Ergebnis der Studie sei festzuhalten, dass seitens der Wettbewerbsjury empfohlen werde, eine Verlagerung des Standortes Biosphärenhaus an den Stadtrand Ost vorzunehmen, um das Haus für Gäste und Besucher besser sichtbar zu machen und eine optische Verbindung zur Bliesaue herzustellen.



Die Vertreter der Stadt Blieskastel hätten sich im Wettbewerbsverfahren den neuen Standort besser als Zielstandort vorstellen können, so dass für den Biosphärenzweckverband Entscheidungsbedarf entstanden sei.

Der Biosphärenhaus-Ausschuss empfiehlt nun ebenfalls die Verlagerung, stellt gleichzeitig aber auch nochmals klar, „die Leitprojekte der neuen Bebauung, das Biosphärenhaus und die neue Festhalle gemeinsam zu denken, zu planen und gegebenenfalls auch gemeinsam zu realisieren. Auch der Bau eines Hotels ist hinsichtlich einer Leitinvestition für Blieskastel und das südliche Biosphärenreservat mit zu betrachten. Die Übernachtungsmöglichkeiten können insbesondere die Vermarktung und das Veranstaltungsmanagement der neuen Festhalle positiv beeinflussen, aber auch für das Biosphärenhaus zusätzliche Gäste in die Region bringen“, heißt es des Weiteren in besagter Vorlage.

Und: Für den Realisierungszeitplan sei inzwischen mehr als deutlich geworden, dass sowohl der Biosphärenzweckverband als auch die Stadt Blieskastel noch wichtige Vorarbeiten zu erledigen haben: „Aus Sicht des Zweckverbandes muss die Stadt Blieskastel vor dem Baubeginn für das Biosphärenhaus die Verlagerung der Parkplätze realisiert haben.“ Ferner müssten die Finanzierungskonzepte vor dem Beginn architektonischer Leistungen belastbar vorliegen.

Der Biosphärenhaus-Ausschuss fordert die Vorlage eines Verfahrensvorschlags mit klarer Projektstruktur. Dieser Vorschlag sollte dann in der Verbandsversammlung beschlossen werden. Somit hätte man ein Mandat, das Thema voranzutreiben. Insbesondere folgende Fragen und Themen sollten nach Empfehlung des Ausschussses geklärt und bearbeitet werden: die Grundstücksfrage, das Planungsrecht, die Wettbewerbsvorbereitung, die Konkretisierung der Nutzerbedarfe, der Finanzierungsplan, die inhaltliche Ausgestaltung des pädagogischen Ausstellungskonzeptes, das Nachhaltigkeitskonzept für den Neubau, das Betriebskonzept (Was soll dort passieren?) mit einer Darstellung der Betriebskosten, die Festlegung von Nebennutzungen (Shop und Bistro mit professionellem Konzept) und die Fremdvermietungen.

In der Sitzung der Verbandsversammlung sollen die Pläne und Ergebnisse der Planstudie auf Wunsch nochmals erläutert werden.