| 20:40 Uhr

Blieskastel
Bewegung beim Kirchheimer Hof

 Die Orangerie des Kirchheimer Hofes in Breitfurt. Dieses Gebäude will der Eigentümer sanieren. Im Hintergrund das Herrenhaus der Anlage.
Die Orangerie des Kirchheimer Hofes in Breitfurt. Dieses Gebäude will der Eigentümer sanieren. Im Hintergrund das Herrenhaus der Anlage. FOTO: Erich Schwarz
Breitfurt. Eigentümer Schmitt will die Orangerie des Baudenkmals sanieren. Er hat eine Bauvoranfrage gestellt. Die Lokalpolitik ist überrascht. Von Erich Schwarz

Geht es jetzt weiter beim Kirchheimer Hof? Nach Informationen unserer Zeitung hat der Besitzer, Oliver Schmitt, eine neue Bauvoranfrage gestellt. „Ich werde mit der Sanierung und Renovierung beginnen, und zwar bei der sogenannten Orangerie“, teilte der Unternehmer im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Zur Erklärung: Beim Kirchheimer Hof handelt es sich um einen dreigeteilten Gebäudekomplex. Die Orangerie ist ein langgestreckter Flachbau, der sich vom Weg aus gesehen auf der linken Seite der Gebäudeanordnung befindet.

Rückblende: Der promovierte Unternehmer Schmitt ist Besitzer des historischen Kirchheimer Hofes bei Breitfurt. Der Hof im Stadtteil von Blieskastel steht unter Denkmalschutz und befindet sich derzeit in einem baulich schlechten Zustand. Schmitt will nach eigenen Angaben den Hof auch sanieren, das Problem dabei ist das Herrenhaus. Dieses in der Mitte des Ensembles hoch herausragende Gebäude ist nach Ansicht von Schmitt nicht mehr zu sanieren. Hier gibt es offensichtlich auch eine juristische Auseinandersetzung mit der Denkmalpflege. Ungeachtet dessen hatte Schmitt vor einiger Zeit eine Bauvoranfrage eingereicht mit dem Ziel, auf dem Gelände des Hofes eine Baumschule einzurichten. Zu diesem Zweck wollte er dann auch ein Wohnhaus bauen – und zwar an der Stelle, an der ein (nicht denkmalgeschützter) Schuppen steht. Die Bauvoranfragen bezüglich des Wohnhauses und der Containerstellplätze für diese Baumschule wurden vom zuständigen Blieskasteler Stadtrat abgelehnt. Der Landrat des Saarpfalz-Kreises, Theophil Gallo (SPD), hat indes als zuständige Untere Bauaufsicht den Antrag des Unternehmers entgegen des Stadtratsbeschlusses genehmigt. Gegen diese Genehmigung geht die Stadtverwaltung nun juristisch vor.

Die nun neue Bauvoranfrage bezüglich der Orangerie sei „ein erster Schritt“, das historische Ensemble zu sanieren, sagte der Eigentümer. Schmitt stellte heraus, dass man nun seitens der Stadt endlich die „Totalverweigerung“ in Sachen Kirchheimer Hof aufgeben müsse. „Durch diesen Schritt wird man erkennen, dass ich es ernst meine mit der Sanierung und Restaurierung“, unterstrich er. Guido Freidinger, SPD-Fraktionschef im Stadtrat, wusste (wie auch seine anderen Stadtratskollegen) von der neuen Bauvoranfrage noch nichts und war einigermaßen überrascht von der Information durch unsere Zeitung. Aber er findet den Schritt des Unternehmers „im Prinzip gut“. Allerdings müsse gewährleistet sein, dass alle denkmalschützerischen Auflagen auch erfüllt würden: „Dann wäre das ja mal ein erster Schritt“, so der SPD-Frontmann aus Breitfurt.



Dass die Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden, ist auch für Grünen-Fraktionschef Lukas Palz unverrückbar: „Die Auflagen müssen eingehalten werden. Ansonsten können wir das erst genau beurteilen, wenn wir die Anfrage konkret vorliegen haben.“ Und Palz weiter: „Der Erhalt des Gesamtensembles Kirchheimer Hof ist für uns Grüne von Bedeutung, wir möchten keine baurechtswidrige Zersplitterung“, sagte der Fraktionschef. Die „Rechtsposition der Stadt“ dürfe durch dieses Vorhaben „nicht gemindert werden“, stellte Palz heraus. Auch für Holger Schmitt, der die CDU-Fraktion im Stadtrat führt, kam die Anfrage unserer Zeitung überraschend: „Davon ist mir nichts bekannt, insofern kann ich das nur schwer beurteilen“, sagte der Namensvetter des Eigentümers. Auch der CDU müsse der Antrag zunächst konkret vorliegen, um ihn beurteilen zu können. Aber eins sei auch für die Union klar: „Die Auflagen des Denkmalschutzes müssen eingehalten werden.“ Zudem, so Schmitt, werde er keine „faulen Kompromisse“ von SPD und Landrat dulden. Denn die SPD im Stadtrat ist in dieser Sache nicht auf Linie mit SPD-Landrat Gallo.