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Lautzkirchen
Ein Leuchtturmprojekt der Touristik

 Im Beisein der Verwaltungschefs der Biosphärenregion überreichte Umweltminister Reinhold Jost (3. von rechts) an Verbandsvorsteher Theophil Gallo (links daneben) sowie an Wolfgang Henn und Lothar Wilhelm (1. und 2. von rechts) die UN-Dekade-Auszeichnung.
Im Beisein der Verwaltungschefs der Biosphärenregion überreichte Umweltminister Reinhold Jost (3. von rechts) an Verbandsvorsteher Theophil Gallo (links daneben) sowie an Wolfgang Henn und Lothar Wilhelm (1. und 2. von rechts) die UN-Dekade-Auszeichnung. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. Das Projekt WaldWerken der Saarpfalz-Touristik ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Von Hans Hurth

Das Leader-Projekt WaldWerken gehört zu den Leuchtturm-Angeboten im nachhaltigen Tourismus in der Biosphäre Bliesgau. Umweltminister Reinhold Jost hat in einer Feierstunde im Lautzkircher Restaurant Café Pferchtal, einem Partnerbetrieb der Biosphäre, das WaldWerken-Projekt der Saarpfalz-Touristik in Zusammenarbeit mit KulTourWerk als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt, Verbandsvorsteher Landrat Theophil Gallo nahm die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel entgegen. „Hier wird das Engagement für eine nachhaltige Tourismusdestination mit einem vorbildlichen Angebot im Wald-Open-Air-Atelier honoriert und ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt“, stellte Umweltminister Reinhold Jost heraus und bedankte sich bei der Saarpfalz-Touristik und Lothar Wilhelm von KulTourWerk, einem Urgestein im saarländischen Öko-Tourismus und Initiator des Angebotes. Beim WaldWerken können die Teilnehmer zwischen vier verschiedenen Workshops wählen: dem Bau eines Wildholzstuhles, dem Wipp-Drechseln, dem Schmieden einer Messerklinge sowie dem Bau eines eigenen Messers.

Die Kurse finden überwiegend im Wald auf einer Lichtung mitten in der Natur statt, wo Vogelgezwitscher das lauteste Geräusch ist. Wie Lothar Wilhelm erläuterte, greift „WaldWerken“ auf die Besonderheiten der biologischen Vielfalt der zehn Kernzonen des Biosphärenreservates zurück. Diese seien allesamt Waldlandschaften mit unterschiedlichen Buntsandstein- und Muschelkalkböden, Laub- und Mischbestandsarten mit teilweise hohem Eschenanteil sowie Wälder mit Altholzbeständen und Biotopen. „Diese Landschaften bieten in ihren spezifischen Zusammensetzungen einen besonderen Lebensraum für Tiere, die nur dort vorkommen. Beim Wildholzstuhlbauen erschließen sich die Teilnehmer beim handwerklichen Arbeiten auch die unterschiedlichen Eigenschaften und besonderen Qualitäten von Holzarten und ihre unterschiedliche Verwendung etwa für den Möbelbau. Hier erfahren sie hautnah, dass zum Beispiel nicht jede Holzstruktur aufgrund ihres Faserverlaufs spaltbar und im Grünholzbau nutzbar ist“, erklärte Wilhelm.

„Da vorwiegend die Esche als Baumart für den Wildholzbau verwendet wird, erfahren die WaldWerker auch, dass diese wertvolle Laubbaumart bedroht ist und welche Gegenmaßnahmen zu ihrem Schutz notwendig sind. Damit erleben die Kursteilnehmer Grundlegendes über die Sinnhaftigkeit eines Biosphärenreservates, die Bedeutung des Erhalts dieser besonderen Kulturlandschaft und ihrer Bedrohung am Beispiel der Biosphäre Bliesgau.“ Diese Aktivitäten hätten die UN-Dekade-Fachjury beeindruckt. Neben der offiziellen Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die Saarpfalz-Touristik in Blieskastel gemeinsam mit KulTourWerk aus Saarbrücken einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht. Wie Wolfgang Henn von der Saarpfalz- Touristik erläuterte, haben die Vereinten Nationen den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. „Die UN-Dekade lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie uns bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltige Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen“, so Theophil Gallo abschließend.