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Blieskastel
Die Abwassergebühren bleiben stabil

 Die Gebühren für Abwasser sollen in der Stadt Blieskastel die kommenden drei Jahre stabil bleiben. Für einen mittleren Haushalt dürften sie sogar geringfügig sinken, hat die Verwaltung errechnet.
Die Gebühren für Abwasser sollen in der Stadt Blieskastel die kommenden drei Jahre stabil bleiben. Für einen mittleren Haushalt dürften sie sogar geringfügig sinken, hat die Verwaltung errechnet. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. Abwasserwerk Blieskastel braucht seine Rücklagen auf. Haushalte dürfen sich auf Entlastungen freuen.

. „In Zeiten, in denen alles teurer wird, ist dies eine gute Nachricht.“ Annelie Faber-Wegener sprach von der „guten Nachricht“ der Senkung der Abwassergebühren durch das städtische Abwasserwerk. Man brauche nun die Rücklagen auf, so dass die Gebühren des Abwasserwerkes nun stabil blieben, ja für viele billiger würden, führte die Verwaltungschefin aus. Wie in der letzten Stadtratssitzung ausgeführt wurde, werden die Abwassergebühren in den kommenden drei Jahren auf jeden Fall stabil bleiben, ja für viele Haushalte ist eine leichte Kostenminderung möglich. Möglich wurde das durch Überschüsse aus den vergangenen Jahren.

Wie CDU-Fraktionsvorsitzender Holger Schmitt ausführte, seien die Gebühren erstmals auf drei Jahre im Voraus festgeschrieben worden. Dies sei auch so mit dem Landesamt für Verwaltung als Aufsichtsbehörde abgestimmt. Die Kalkulation der Gebühren für die kommenden Jahre sei nach neuen Grundsätzen ausgerichtet worden, es erfolge eine strikte Trennung von Niederschlags- und Schmutzwasser. „Unterm Strich ergibt sich für die meisten Gebührenzahler eine leichte Gebührensenkung. Zudem sei das Abwasserwerk in diesem Jahr im technischen Bereich verstärkt worden: „Damit soll sichergestellt werden, dass die geplanten Investitionen der kommenden Jahre auch bewältigt werden können“, unterstrich der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Auch Antonio Reda (Die Linke) nannte die Gebührenentwicklung im Abwasserbereich „sehr erfreulich“. Für die SPD im Rat ist die Gebührenentwicklung ebenfalls begrüßenswert: Endlich habe die Werkleitung reagiert und „wenigstens die Niederschlagswassergebühr gesenkt“. Die SPD stellte heraus, dass sie als Stadtratsfraktion in den vergangenen Jahren mehrfach die Gebührenüberschüsse kritisiert habe. „Endlich haben wir eine aufwandsadäquate Gebührenkalkulation. Früher war das nach unserer Meinung überkalkuliert“, unterstrich Guido Freidinger, SPD-Fraktionsvorsitzender. Nach Auffassung seiner Fraktion sei dies eine Entlastung, die dem Gebührenzahler schon seit Jahren zugestanden habe, ihm aber vorenthalten worden sei. Wie die SPD weiter kritisierte, würden die Investitionen nur schleppend getätigt, obwohl es dafür im Jahre 2018 Mittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro gegeben und zudem auch mehr Personal zur Verfügung gestanden habe.



Die SPD-Fraktion im Blieskasteler Stadtrat sieht die Abwasseranlagen „in einem schlechten Zustand“. Nicht zuletzt sei der unzureichende Abfluss von Hochwasser anlässlich verschiedener Starkregenereignisse im vergangenen Jahr auf unterlassene Investitionen zurückzuführen. Auch in dieser Hinsicht werde seitens des Abwasserwerkes erst jetzt reagiert, indem man die Einstellung eines neuen Mitarbeiters für die Sinkkastenreinigung im kommenden Jahr geplant habe.

Berechnungsbeispiel: Bei einem Wohnhaus mit mittlerem Wasserverbrauch und mittlerer befestigter Fläche geht man von einer Ersparnis von etwa zehn Euro aus. Zwar steigt die Schmutzwassergebühr dabei von 3,48 auf 3,52 Euro pro Kubikmeter. Dafür sinkt die Gebühr für das Niederschlagswasser von 0,72 auf 0,60 Euro pro Quadratmeter. Ermöglicht wird dies durch eine neue Gebührenkalkulation und der Überführung von Überschüssen aus den vergangenen Jahren.

(ERS)