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3500. Gast im Eiskeller

Bliesdalheim. Alexa Dittmann-Kurtz traute ihren Augen nicht, als Walter Weber ihr offenbarte, dass sie die 3500. Besucherin des Bliesdalheimer Eiskellers ist. Sie war zusammen mit Ehemann Andreas und ihren beiden Kindern Cynthia (12) und Xaver (10) aus Elm in den Bliesgau gefahren, um erstmals den Eiskeller in Bliesdalheim zu besichtigen Von Merkur-Mitarbeiter Wolfgang Degott

Bliesdalheim. Alexa Dittmann-Kurtz traute ihren Augen nicht, als Walter Weber ihr offenbarte, dass sie die 3500. Besucherin des Bliesdalheimer Eiskellers ist. Sie war zusammen mit Ehemann Andreas und ihren beiden Kindern Cynthia (12) und Xaver (10) aus Elm in den Bliesgau gefahren, um erstmals den Eiskeller in Bliesdalheim zu besichtigen. "Wir haben in der Zeitung gelesen, dass heute wieder Besichtigungstag ist und wir werden anschließend noch zum Ökologischen Schullandheim Gersheim und noch in den Europäischen Kulturpark fahren", verriet Alexa Dittmann-Kurtz ihre Tagespläne beim Familienausflug. Walter Weber, Vorsitzender des Arbeits- und Fördervereins für Bliesdalheimer Dorfgeschichte, unter dessen Regie die handgehauene Sandsteinhöhle freigelegt und für die Öffentlichkeit begehbar gemacht wurde, überreichte der Elmerin zusammen mit dem Bliesdalheimer Ortsvorsteher Klaus Fischer eine Replik des Kannendeckels aus dem Fürstinnengrab von Reinheim. "Ich habe genau nachgezählt", sagte Weber, der sich erinnerte, dass bei der ersten Führung vor 13 Jahren noch der Einstieg über die Nebenhöhle stattgefunden habe. Seit 2002 wird ein Besuchertagebuch geführt. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller, der wohl prominenteste Eiskeller-Besucher, war vor drei Jahren in der Höhle, wurde damals auch von Weber in die Geheimnisse eingeweiht. Heimatforscher Helmut Lambert aus Altheim hat den Eiskeller Anfang der 80er Jahre wieder entdeckt. Danach fanden im Auftrag des Staatlichen Konservatoramtes des Saarlandes Sondage-Ausgrabungen statt, der im April 1991 eine weitere folgte. Der gotische Spitzbogen des Gewölbes ist 24 Meter lang und hat am Ende einen Aufbau, der an Hochaltäre erinnert. In den letzten Jahren hat sich der Eiskeller zum Refugium für Fledermäuse entwickelt, obwohl deren Population drastisch zurückgegangen ist. Der Keller ist zwischen Mai und September zu besichtigen.