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Beer River Baskets
„Es ist verrückt, wie das angefangen hat“

Die "Beer River Baskets" machen seit 35 Jahren zusammen Musik.
Die "Beer River Baskets" machen seit 35 Jahren zusammen Musik. FOTO: Roman Schmidt
Blieskastel. Die Beer River Baskets swingen schon seit 35 Jahren und wollen das am kommenden Samstag mit einem großen Konzert feiern. Von Erich Schwarz

Seit 35 Jahren stehen sie auf der Bühne – und sie swingen immer weiter. Am 27. Oktober wird es in der Bliesgaufesthalle eine Bigband-Gala der Beer-River-Baskets geben. Die alte Blieskasteler Festhalle wird swingen, wenn die Bigband um Schlagzeuger und Bandleader Ronald Lück einen musikalischen Rückblick auf 35 Jahre Bühnenpräsenz der Bierbacher Bigband wagen wird. „Es ist schon verrückt, wie das angefangen hat – und wie es sich bis heute entwickelt hat“, sind sich Bandleader Ronald Lück und Saxofonist Peter Cervi im Gespräch mit unserer Zeitung einig. „Vieles war am Anfang improvisiert, aber es machte Spaß, und so wurden auch die ersten Hürden überwunden“, erinnert sich Peter Cervi. „Und es war Überzeugungsarbeit nötig. Etwa, um Volker Welsch zu überzeugen, dass er nun der Bassist sein sollte“, lacht Ronald Lück. Dabei sind die Beer-River-Baskets eher ein „Zufallsprodukt“. Zum Umzug „750 Jahre Bierbach“ im Jahre 1983 fanden sich einige Musiker aus Bierbach und dem Umland zusammen, um die alte Bierbacher Musikantentradition wieder aufleben zu lassen. Und die Initiative sollte nicht verpuffen: Ronald Lück, professioneller Schlagzeuger, sprach Musiker – vorwiegend aus Bierbach und Umgebung – an, die Gründung einer Bigband war vollzogen.

Mit gutem Willen und listigem Augenzwinkern lässt sich der Bandname mit „Bierbacher Kerbcher“ übersetzen, Erinnerung an die alte Korbmachertradition des Dorfes an der Blies. Im Herbst 1983 begannen die Proben, und zu Ostern 1984 konnte man zu einem ersten Konzert einladen. „Ich weiß heute nicht mehr, wie wir damals mit den wenigen Titeln, die wir draufhatten, ein Konzert über zwei Stunden hingekriegt hatten“, erinnert sich Ronald Lück.

Im Laufe der Jahre häuften sich die Auftritte, so wurden neben regionalen Engagements auch überregionale Auftritte absolviert: Gastspiele in Luxemburg, Frankreich und Ungarn oder bei den Landstuhler Jazztagen. Unvergessen auch das „Sparkassen-Musik-Festival“ auf Initiative von Peter Cervi beim Webenheimer Bauernfest: „Das war damals 1988 eine Sensation, der erste Festabend in Webenheim auf dem Bauernfest ohne Blasmusik. Stattdessen die Beer-River-Baskets, Old Grandpa Hooks Jazzband und The Earls. Das Festzelt bebte, Regenschirme wurden aufgespannt und Wunderkerzen abgebrannt – 3000 Gäste waren begeistert“, schwelgt Peter Cervi noch heute in positiver Erinnerung. Woran am Anfang keiner geglaubt hatte, ist nun seit 35 Jahren Realität: Bierbach an der Blies hat „seine“ Bigband, die meisten Musiker kommen auch heute noch aus Bierbach oder der näheren Region. Und was ebenso erstaunlich ist: Die Band ist kein Verein, es gibt keine festen Strukturen. „Jeder macht das, was er gut kann. Und wenn einer nicht zufrieden ist, dann muss er das beim nächsten Mal selbst organisieren“, stellt Peter Cervi heraus. Mit fünf Trompeten, sechs Saxofonen, sechs Posaunen, der Rhythmusgruppe mit Schlagzeug, E-Gitarre und -Bass sowie Klavier sind alle Standard-Sektionen einer modernen Bigband sehr gut besetzt. Das besondere Highlight des Ensembles ist seit Jahren die Sängerin Christine Nehlig. Der musikalische Schwerpunkt der Band liegt beim traditionellen Swing, also dem Bigband-Sound der 30er- und 40er-Jahre. Kompositionen von Klassikern wie Duke Ellington, Tommy Dorsey, Benny Goodman, Count Basie, Sammy Nestico, Cole Porter und – ganz klar – Glenn Miller sind im Standard-Repertoire, aber auch moderne Rockliteratur.