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Wider Ausgrenzung
Bischöfe predigen gegen Hass und Hetze an

Speyer. (dpa) Der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, hat sich in seiner Osterpredigt entschieden gegen Nationalismus, Hass und Ausgrenzung gewandt. Mit Blick auf wachsende Fremdenfeindlichkeit kritisierte er „die schändliche Instrumentalisierung von Ängsten der Menschen für sich selbst oder das eigene kranke Weltbild“. Er sei erschrocken, wie schnell manche bereit seien, sich radikalisieren zu lassen, sagte Wiesemann.

Zu einer bewussteren Haltung im Umgang mit dem Tod rief der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf auf. „Man verhält sich so, als habe es den Tod nicht gegeben“, kritisierte er in seiner Predigt im Mainzer Dom und nannte als Beispiel soziale Netzwerke für Verstorbene. Stattdessen müsse der Tod als Abschied akzeptiert werden. „Ostern kann nur stattfinden, wenn man die Endgültigkeit und die ganze Hoffnungslosigkeit des Todes erlebt hat“, sagte Kohlgraf, der im März seinen Vorgänger Kardinal Karl Lehmann in einem Requiem zur letzten Ruhe begleitet hatte.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann warb in der Osternachtfeier dafür, sich in der Gemeinschaft mit anderen auszutauschen. Dabei könnten Christen sich ermutigt fühlen, von sich und ihrem Glauben zu sprechen. In einer solchen Verbindung sei „etwas von der Lebendigkeit des Auferstandenen zu spüren“, sagte er laut Mitteilung.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing sagte in der Osternacht laut einer Mitteilung, es sei wichtig, dass Christen ihren Glauben im Alltag konkret werden ließen. Er versuche dies, indem er beispielsweise Zeichen für das Leben setze, das von Anfang bis Ende schützenswert sei. Und es gelte denen entgegenzutreten, die Hass verbreiteten und die Wahrheit verdrehten, um Menschen gegeneinander zu treiben.



(dpa)