| 20:36 Uhr

Bexbach
Team mit viel Köpfchen und gutem Schuss

 Die Tischfußball-Freunde Bexbach verbinden mit viel guter Laune den Sport am Tisch mit echter, gelebter Kameradschaft.
Die Tischfußball-Freunde Bexbach verbinden mit viel guter Laune den Sport am Tisch mit echter, gelebter Kameradschaft. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Seit fast 40 Jahren gibt es die Tischfußball-Freunde Bexbach. Bei allen sportlichen Ambitionen steht bei ihnen der Spaß an dem Sport im Mittelpunkt. Von Thorsten Wolf

Wann ist Sport am schönsten? Dann, wenn er richtig Spaß macht. Und wenn man sich mit den Spielern der Tischfußball-Freunde Bexbach, kurz TFF, unterhält, dann bekommt man innerhalb von wenigen Minuten mit: Die haben richtig Spaß. Es ist Mittwochabend, im kleinen Biergarten der Gaststätte Kuba in Bexbach, dem TFF-Vereinsheim, herrschen trotz Sonnenschirmen heftige Temperaturen. Doch Wirt Volker Arndt, gleichzeitig einer der erfahrenen Spieler der Bexbacher Tischfußballer, hat eine passende Idee: Ein Kunststoff-Swimmingpool soll ein bisschen Tropicana-Feeling bringen. Und während die Riesenwanne langsam vollläuft, sammeln sich einige der 20 Spieler des Vereins. Das Team ist bunt gemischt – von jung bis eher älter, die jüngsten an diesem Abend sind Samira Scharley und Fabienne Kuhn, unter dem Label „alte Hasen“ firmieren Spielführer Norbert Nicola und Kassenprüfer Siggi Zimmer.

Nun mag der eine oder andere Unkundige darüber sinnieren, ob Tischfußball nun wirklich ein Sport ist. Alle Unklarheiten zu dieser Frage räumt da Samira Scharley weg. „Wenn man da am Tisch steht und man richtig spielt, dann kommt man richtig ins Schwitzen, ganz egal ob es Sommer oder Winter ist.“ Damit ist dann auch geklärt, ob Tischfußball ein echter Sport ist – ist er. Und wo ein Sport ganz offiziell ist, da gibt es auch ein Regelwerk, da gibt es Ligen, da gibt es Punkte, da geht es auch ums Gewinnen und Verlieren. Rund 20 Minuten geht ein einzelnes Spiel im Schnitt, am Tisch stehen Zweiterteams, einer ist – grob definiert – für den Angriff verantwortlich, spielt also vorne, einer für die Verteidigung, agiert also hinten. Vergeben werden pro Begegnung mit einem anderen Verein in einem Liga-Spiel 24 Punkte. Insgesamt dauert ein solches Aufeinandertreffen mit einem anderen Verein rund drei Stunden. Mit Hin- und Rückrunde gibt es 22 Spieltage. Kneipenattitüden wie das so genannte „Trillern“, also das Rotieren der Spielstangen, ist verboten.

Doch wie kommt man nun zu diesem Sport? Eine Antwort gibt hier Spieler Benedikt Kleemann. „Ich habe früher schon sehr gerne Tischfußball gespielt, in einem anderen Verein. Es macht einfach Spaß. Und was Spaß macht, das macht man gerne.“ So einfach kann‘s sein. Fabienne Kuhn erzählt, dass sie vor allem der Zusammenhalt zum Tischfußball und damit zu den Tischfußball-Freunden gebracht habe. „Ich war vorher Darts-Spielerin. Da war alles distanzierter. Man hat sich zwar unterhalten, aber lange nicht so viel gelacht wie im Tischfußball.“ Zuerst hab sie ein bisschen so Tischfußball gespielt, sich dann dazu entschieden, sich im Verein zu engagieren. Was macht nun einen wirklich guten Tischfußball-Spieler aus? Norbert Nicola ganz grundsätzlich: „Man muss die Ruhe bewahren.“ Und Siggi Zimmer ergänzt: „Im Tischfußball spielen sich 70 Prozent im Kopf ab, es geht um die Überlegung.“ Und natürlich brauche man eine entsprechend gute Reaktionsfähigkeit und eine gute Schusstechnik. Derzeit spielen die Bexbacher Tischfußball-Freunde in der Kreisliga Ost, ganz oben steht eine waschechte Bundesliga. Bei allem sportlichen Charakter stehen aber der Spaß und vor allem die Kameradschaft an erster Stelle im Verein, das betont Norbert Nicola an diesem Abend immer wieder. „Bei uns war es immer so, dass das Miteinander an erster Stelle steht. Das hat immer super gepasst.“



Für diese Kameradschaft steht auch Gianni Giammarino. „Ich hatte 15 Jahre kein Tischfußball mehr gespielt. Dann hab ich diesen verrückten Haufen hier getroffen. Und da hab ich mir gedacht: Ich muss wieder anfangen. Und es ist der Hammer!“40 Jahre wird der Verein bald alt, so wie es aktuell aussieht, werden da angesichts des bestens aufgelegten Spieler-Teams noch ein paar Jahre folgen. Wohin die Reise sportlich gehen wird, das wird sich zeigen, derzeit ist man auf dem vierten Platz in der Liga und hat noch die Chance auf den Aufstieg in die Bezirksliga. Bei allem möglichen sportlichen Erfolg, versicherte Nicola, gehe es aber immer um die Kameradschaft im Verein. „Die Kameradschaft kommt an erster Stelle, dann kommt lange, lange nix.“

 Schnell sein und mit Überlegung spielen – das macht Tischfußball aus. Foto: Thorsten Wolf
Schnell sein und mit Überlegung spielen – das macht Tischfußball aus. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf