| 22:00 Uhr

Thema kommt in den Ortsrat Oberbexbach
Lösung für Utopion-Gelände in Sicht

 Gibt es wieder Hoffnung für große Rollenspiele auf dem Utopion-Gelände in Bexbach? Die Stadt treibt jetzt doch noch Planungen voran. Nächste Woche werden sie in Oberbexbach vorgestellt.
Gibt es wieder Hoffnung für große Rollenspiele auf dem Utopion-Gelände in Bexbach? Die Stadt treibt jetzt doch noch Planungen voran. Nächste Woche werden sie in Oberbexbach vorgestellt. FOTO: Rico Pahlig
bexbach. Die Stadt hat nun doch ein Konzept erstellt, wie man den Bebauungsplan für das Rollenspielgelänge am Saarpfalz-Park vorantreiben kann. Er wird am Mittwoch im Oberbexbacher Rat vorgestellt. Die Feilbachaue wird nun ausgeklammert. Von Eric Kolling

Was an Neuigkeiten in puncto Utopion-Gelände informell auf der Tagesordnung des Ortsrates Oberbexbach am Mittwoch, 11. Dezember, steht, könnte den Durchbruch bedeuten: Der Bebauungsplan „Historische Siedlung am Saarpfalz-Park“ soll in „Abenteuer- und Freizeitgelände „LARP“ umbenannt werden. Vor allem will man das Landschaftsschutzgebiet Feilbachaue jetzt ausklammern. Das soll der Stadtrat am 19. Dezember beschließen. Mit Investor Gregor Hoch sollen die auf dem Gelände geplanten Veranstaltungen in einem Rahmenvertrag festgezurrt und dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden. Außerdem soll die Verwaltung ermächtigt werden, ein Angebot zur Beauftragung eines Planungsbüros einzuholen und mit Hoch abzuklären, welche Kosten er übernimmt. Angedacht ist, dass er alle Planungen und Gutachten zahlt, insofern sie nicht bereits vorliegen. Der Bebauungsplan soll dann auf Grundlage des Rahmenvertrags erstellt werden. Außerdem werden die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen in einem Städtebaulichen Vertrag festgehalten, dabei auch die Oberste Naturschutzbehörde eingebunden.

Ist der Bexbacher Stadtrat am 19. Dezember mehrheitlich für den nun vorgelegten Plan, könnte endlich das von Hoch seit langem erwartete Bebauungsplanverfahren in die Gänge kommen. Der Österreicher will auf dem Gelände bekanntlich die Infrastruktur verändern, unter anderem eine Art Taverne und acht bis zwölf Hobbithäuser für Übernachtungsgäste auf knapp 250 Quadratmetern als touristisches Highlight errichten. Schwierigkeiten bereiteten der Verwaltung unter anderem das Landschaftsschutzgebiet. Weil die Stadt Bexbach das Verfahren trotz eines anderslautenden Ratsbeschlusses vom Mai bisher nicht vorantrieb, hatten die Macher der Hauptveranstaltung, des Live-Rollenspiels „Epic Empire“ angekündigt, ab2020 vom Gelände weggezuziehen. Doch der Schritt ist noch nicht vollzogen, erklärt Gregor Mascher, Vorstandsmitglied des gleichnamigen Vereins „Epic Empire“. Denn ein Umzug koste Geld und man schätze die Lokalität in Bexbach. Solange aber nichts wasserdicht sei, nehme man andernorts Gesprächs- und Besichtungstermine wahr.

Gregor Hoch zeigte sich am Freitag ob der nun doch voranschreitenden Planung erfreut: „Ich finde es sehr gut, dass die Gemeinde sich um einen nächsten Schritt bemüht. Was es im Detail bedeutet, werden die nächsten Gespräche zeigen. Wir nehmen das als sehr positives Zeichen der Gemeinde.“



Problematisch war zuletzt auch für das übergeordnete Umweltministerium, dass die Stadt trotz des bejahenden Ratsbeschlusses das B-Plan-Verfahren nicht vorantrieb. Das Haus von Minister Reinhold Jost (SPD) hatte zuletzt sogar eine erneute Bestätigung des öffentlichen Interesses an der Maßnahme eingefordert, nachdem Bexbachs Bürgermeister Christian Prech (CDU) dieses in einem Fernsehbeitrag verneint hatte. „Aufgrund der unklaren Äußerungen des Bürgermeisters in der Presse und der bisher nicht erfolgten Übermittlung der vom Antragsteller vorgelegten Pläne ist die Stadt bis heute unklar in ihrer Aussage, ob sie die Veranstaltungen will“, hatte Sabine Schorr, Sprecherin des Umweltministeriums auf Anfrage unserer Zeitung vergangenen Freitag geschrieben. Dass die Stadt das Verfahren nicht mit Nachdruck betreibe sei „mehr als ungewöhnlich“.

Als der Oberbexbacher Rat sich im Oktober mit dem Thema beschäftigten sollte, stand in der Vorlage der Hinweis der Verwaltung, dass sie keine Haftung dafür übernimmt, wenn der Bebauungsplan wirklich wie vom Stadtrat beschlossen geändert wird. Streitpunkt war hier, dass Hochs Konzept angeblich „in weiten Teilen den Festsetzungen der Landschaftsschutzgebietsverordnung“, in der Folge dem saarländischen und dem Bundesnaturschutzgesetz widerspreche. Die Verwaltung hatte empfohlen, das Bebauungsplanverfahren nicht einzuleiten, weil es wegen der sich derzeit überlagernden gesetzlichen Regelungen nicht rechtswirksam zu Ende geführt werden könne. Der Punkt wurde damals nicht behandelt, sondern von der Tagesordnung abgesetzt.

Der Ortsrat tagt am Mittwoch ab 17.30 Uhr im Sozialraum Rathaus 2. Es geht dabei unter anderem auch um die Abrechnung des Seniorennachmittags.