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130 000 Euro wurden investiert
Blumengarten hat wieder einen Teich

Frank Müller als staatlich geprüfter Techniker für Gartenbau, Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis und Messe-Chef Volker Wagner (von links) vor dem „wiederbelebten“ Teich im Bexbacher Blumengarten.
Frank Müller als staatlich geprüfter Techniker für Gartenbau, Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis und Messe-Chef Volker Wagner (von links) vor dem „wiederbelebten“ Teich im Bexbacher Blumengarten. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Schritt für Schritt soll der Bexbacher Blumengarten noch weiter aufgewertet werden. Jetzt gibt es eine neue Attraktion: Ein Teich wurde angelegt. Von Thorsten Wolf

Wenn man in diesen Tagen durch den Bexbacher Blumengarten geht – und noch lässt das herbstlich-schöne Wetter das trockenen Fußes zu – dann wird man im Schatten des großen Turms des Bergbaumuseum eine Renaissance entdecken: Der Teich am Rande der Parkfreifläche präsentiert sich wieder so, wie man es aus früheren Jahren gewohnt war. Rund 130 000 Euro, zu 75 Prozent gefördert mit Mitteln der EU und des Landes im Rahmen des Projektes „Gärten der Geschichte“, wurden investiert, um alten Glanz vielleicht sogar noch ein bisschen glänzender wiederauferstehen zu lassen. Damit fügt sich ein weiteres Mosaiksteinchen ins allerdings noch lange nicht vollständige Bild eines Blumengartens ein, dem seit einiger Zeit seitens Stadt und privatem Engagement wieder mehr Aufmerksamkeit widerfährt.

Bei einem Pressetermin vor Ort stellten gestern Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis, Volker Wagner als Leiter des Messebetriebs der Stadt und damit quasi Hausherr im Blumengarten und Frank Müller als Chef des beauftragten Unternehmens, das Ergebnis vor. „Der Teich war früher ein Highlight im Blumengarten“, erinnerte sich Thomas Leis an seine eigene Jugend, sein Elternhaus steht nicht weit entfernt vom Park. „Das hier war mein Spielplatz. Damals gab es Enten, im Teich waren Fische, im Winter konnte man hier auf der Eisfläche rumrutschen und Schlittschuhlaufen. Das war toll.“ In den Jahren zwischen Leis’ Jugend und heute verfiel die Teichanlage allerdings zunehmend. Nun die Kehrtwende. Was gestern allerdings klar wurde: Die Zeit unbeschwerten Vergnügens am und im Teich wird es so nicht mehr geben, schon jetzt ist der Teich quasi abgesperrt, bislang allerdings nur durch einen leicht überwindbaren Holzzaun. Der Grund dafür ist klar: Keiner der Verantwortlichen will das Risiko eines Unfalls eingehen, immerhin liegt nicht weit von der Wasserfläche der Kinderspielplatz. „Wir haben den Gemeindeversicherungsverband angeschrieben um prüfen zu lassen, ob wir den Teich komplett absichern müssen. Es ist halt eine öffentliche Parkanlage und wir wollen da auf Nummer Sicher gehen“, erläuterte Volker Wagner die rechtlichen Hintergründe im Umgang mit dem rekultivierten und neu angelegten Wasserplatz.

Bis zu 1,50 Meter tief ist der Teich nun, angelegt von der Firma Müller, ansässig im Saarpfalz-Park. Dass es eben ein Bexbacher Betrieb sei, der den Teich wiederbelebt habe, das betonte Leis ausdrücklich – und auch, dass Frank Müller aus eigener Tasche noch 2500 Euro für eine angemessene Begrünung des Teichs mit Wasserpflanzen oben drauf gelegt habe.



Eben der „neue“ Teich ist für die Stadt dabei auch ein weiterer Schritt hin zur Aufarbeitung der gesamten Anlage. Thomas Leis: „Es ist ja Beschlusslage, dass wir den gesamtem Blumengarten in ein Konzept einbinden wollen. Dazu werden wir einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellen.“ Dessen Ziel, so der Bexbacher Verwaltungschef, werde es sein, im Blumengarten Notwendigkeiten für eine Weiterentwicklung zu definieren. „Dann können wir auch öffentliche Strukturen schaffen. Wir wollen sehen, was man braucht und was nicht.“

Zu den „Baustellen“ am Blumengarten gehört auch die Zukunft der früheren Gastronomie. Der Bau im vorderen Bereich des Blumengartens wird derzeit vom Trägerverein des saarländischen Bergbaumuseums genutzt. Auf die Frage, ob es vielleicht schon 2019 dort wieder eine Gastronomie geben könnte, symbolisierte Leis wortlos mit seinen Händen den Blick in eine Glaskugel und ergänzte dann: „Im Moment ist keine Lösung in Sicht, es ist eben so, wie es ist.“ Dabei gebe es durchaus Interesse Dritter, dort wieder eine Gastronomie zu etablieren. Derzeit arbeite man aber eben an dem Gesamtplan für den Blumengarten, davon hänge dann auch ab, so Leis, ob und wie ein gastronomisches Angebot in Zukunft aussehen könnte. Klar sei, dass eine Sanierung der früheren Gastronomie seitens der Stadt, also der öffentlichen Hand, aufgrund der damit verbundenen, hohen Auflagen, Stichwort „Brandschutz“, die Kosten in „sehr hohe Regionen“ treiben würde.