| 20:12 Uhr

Tag der offenen Tür
Reservisten fehlt der Nachwuchs

 Horst Frohnhöfer, Klaus Spallek, Frank Schöbel und Patrick Weber (von links) am großen Topf mit der legendären Erbsensuppe.
Horst Frohnhöfer, Klaus Spallek, Frank Schöbel und Patrick Weber (von links) am großen Topf mit der legendären Erbsensuppe. FOTO: Thorsten Wolf
Oberbexbach. Trotz des schlechten Wetters kamen viele Besucher zum Tag der offenen Tür der Reservistenkameradschaft Höcherberg. Am Rande auch ein Thema: die schwierige Aufgabe, Nachwuchs zu finden. Von Thorsten Wolf

Ja, sie hätten sich am vergangenen Samstag wohl wirklich besseres Wetter gewünscht, die Angehörigen der Reservistenkameradschaft (RK) Höcherberg – für sich selbst, vor allem aber für ihre Gäste. Traditionell hatten die ehemaligen Bundeswehrsoldaten und ihre Helferinnen und Helfer zum Tag der offenen Tür ins Reservisten-Heim an der Süßhübelstraße in Oberbexbach eingeladen. Und gerne hätte die Reservisten um ihren ersten Vorsitzenden, den Stabsfeldwebel der Reserve Klaus Spallek, die Besucher draußen vor der an diesem Tag eben offenen Tür mit Erbsensuppe und Rostwürstchen verpflegt. Doch der Wettergott hatte sich entschieden, echtes „Grenadier- und Jägerwetter“ auf den Dienstplan zu setzen. Und so gab‘s statt Mai-Sonnenschein satt Regen und Schnee.

Nun ist aber so, dass das Soldatenleben von allen Jahreszeiten und allen Wetterlagen geprägt ist. So verlagerte sich der Tag der offenen Tür einfach ins Vereinsheim selbst, dort im Trockenen gab‘s natürlich die legendäre Erbsensuppe. Für die zeichnete, unterstützt von Stabsunteroffizier der Reserve Patrick Weber, den meisten bekannt als Sitzungspräsident der Oberbexbacher Karnevalsgesellschaft „Mer gehen metsamme“, der ehemalige Marine-Hauptgefreite Frank Schöbel verantwortlich – er selbst „ausgeliehen“ von der befreundeten Reservistenkameradschaft Ottweiler.

Von halb vier Uhr ab am frühen Morgen hatte Schöbel, von Hause aus Metzger und Koch und zu seiner aktiven Zeit bei der Bundesmarine in der Kombüse eines Schiffes eingesetzt, mit seinen Kameraden an der Erbsensuppe gewerkelt. „Eine gute Erbsen-Suppe machen natürlich die Zutaten aus“, erzählte Schöbel am Samstagmittag, als sich die ersten kleinen Gästeschlangen vor der Suppenküchen-Ausgabe bildeten. „Viele Erbsen, viel Wurzelgemüse, viel Dörrfleisch. Schweineschmalz ist wichtig.“ Und was natürlich auch dazu komme, das sei die Zeit, die man für eine solche Suppe brauche. Schon am Vorabend habe man die Erbsen eingeweicht.



Fast vier Jahre sei er bei der Marine gewesen, sein letztes halbes Jahr habe er dann in Bexbach gedient. „Da ist hier schon ein bisschen Heimatverbundenheit“, so Schöbel, der selbst in Ottweiler wohnt.

Während Schöbel und Weber sich so um den kulinarischen „Kernauftrag“ des Samstags kümmerten, wuchs die Zahl der Gäste im eigentlichen RK-Raum nebenan minütlich, die Lage entwickelte sich für die Reservisten zusehends zum Guten. Luftwaffen-Hauptmann John Fredy Nicht, er selbst noch aktiver Soldat, sorgte für die Getränke, vor dem RK-Heim ließ sich Horst Frohnhöfer vom Förderverein der Reservisten-Kameradschaft Höcherberg nicht vom Wetter beeindrucken und sorgte für stetigen Rostwürschen-Nachschub. Gegen Mittag war der Tag der offenen Tür der Reservistenkameradschaft Höcherberg wirklich gut besucht. Wer nun keine Zeit hatte, sich für einen Teller Suppe oder ein Rostwürstchen hinzusetzen, der kam gleich mit Töpfen und nahm die Erbsensuppe eben mit. Diese trotz des miesen Wetters große Resonanz auf den Tag der offenen Tür freute vor allem auch RK-Chef Klaus Spallek. „Ich bin schon zufrieden. Die Bevölkerung lässt uns nie hängen, wenn wir hier etwas veranstalten, auch nicht bei so schlechtem Wetter wie heute.“ Gefragt, wie es abseits solcher Veranstaltungen grundsätzlich um die Reservisten am Höcherberg stehe, machte Spallek klar, dass es an Nachwuchs fehle. „Da geht es uns wie den anderen Reservisten-Kameradschaften auch. Es gibt eben hier in Bexbach keinen Bundeswehrstandort mehr. Die Nachwuchsgewinnung ist sehr, sehr schwer.“