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Firmenspende
Hilfe für schwerstkranke Kinder und Jugendliche

 Uwe Wessels, Britta Krämer, Heidi Weihe, Andrea Sonntag und Andreas Finkler (von links) bei der Spendenübergabe.
Uwe Wessels, Britta Krämer, Heidi Weihe, Andrea Sonntag und Andreas Finkler (von links) bei der Spendenübergabe. FOTO: Sebastian Dingler
Bexbach. Der Bexbacher Fertighaus-Anbieter Spektral-Haus spendet Geld für den Kinderhospizdienst im Saarland. Von Sebastian Dingler

Es ist schon eine gute Tradition, dass die Bexbacher Firma Spektral-Haus um diese Jahreszeit eine Spende an den Kinderhospizdienst Saar übergibt. Die Spenden sammeln die Mitarbeiter des Fertighaus-Anbieters bei Kundengesprächen und mit dem Verzicht auf die vorher üblichen Präsente für Handwerker und Lieferanten. Das so gesammelte Geld wird dann noch auf einen runden Betrag aufgestockt, und so kamen in diesem Jahr stolze 2400 Euro zusammen, die den Vertreterinnen des Kinderhospizdienstes übergeben wurden.

Dieser kümmert sich um die Unterstützung und Begleitung schwerstkranker Kinder und Jugendlicher. Die Angebote des Dienstes umfassen Tier-gestützte sowie Musiktherapie, Hilfe bei der Bewältigung der Bürokratie, Trauerbegleitung und vieles mehr. „Wir bieten den Familien ein Kompaktpaket an Hilfeleistungen an“, sagte Leiterin Heidi Weihe, die mit Koordinatorin Britta Krämer ins Firmengebäude gekommen war. Dort nahmen die beiden von den drei Geschäftsführern Andreas Finkler, Uwe Wessels und Andrea Sonntag den Scheck entgegen. Der Kontakt der Firma zum Kinderhospizdienst kam einst über Andrea Sonntags Tochter zustande, die am Uniklinikum Stationsleiterin der Kinderneurochirurgie und von daher oft mit den Schicksalen sterbender Kinder konfrontiert war.

Heidi Weihe sagte, der überwiegend über Spenden finanzierte Dienst habe im vorigen Monat 168 Kinder zu betreuen gehabt – „das ist mit dem derzeitigen Personal kaum zu bewältigen.“ Die Mitarbeiterinnen gäben zwar ihr Bestes, aber das reiche noch nicht aus, die Familien mit all ihren Bedürfnissen adäquat abzudecken. Wichtig sei auch die Betreuung der Geschwister betroffener Kinder. „Das wollen wir verstärkt ausbauen. Wir veranstalten Geschwisternachmittage. Zum Beispiel fahren wir nächsten Freitag auf den Gnadenhof in Eiweiler. Dort leben gerettete Kleintiere mit entsprechendem Schicksal.“ Für den Herbst hat Weihe einen Nachmittag in einem Tanzstudio geplant. „Das kommt selbst bei den Jungs gut an. Danach gehen wir noch Eis essen. Da haben die Geschwister einen Tag nur für sich. Das brauchen die auch mal.“



Derzeit arbeiten im Kinderhospizdienst neben der Leiterin noch drei Koordinatorinnen und zwei Halbtagskräfte im Büro. Deswegen ist die Einrichtung auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen. „Wir haben zurzeit 86 Ehrenamtliche im Einsatz, die sind nicht nur in den Familien, sondern auch für die Büroarbeit da.“ Gerade sei wieder ein neuer Kurs für 14 weitere Ehrenamtliche gestartet, der im Oktober ende. Für die Ehrenamtlichen gibt es ein Angebot an Supervision, das natürlich auch irgendwie finanziert werden muss. Manchmal gibt es auch Grenzen im Engagement, wie im Falle einer ehrenamtlichen Begleiterin, die zehn Jahre lang eine Familie betreute, ehe das Kind starb. „Die braucht jetzt erstmal etwas Abstand“, sagte Heidi Weihe. Sie selbst habe jetzt mehr administrative Aufgaben, sei aber immer noch ansprechbar, sowohl für die Ehrenamtlichen als auch die Familien selbst. „Wenn eine Mutter zu mir sagt, Heidi, mir geht’s nicht gut, können wir zusammen beten, dann mach’ ich das natürlich auch.“

Info: www.kinderhospizdienst-saar.de, Tel. (0 68 25) 95 40 90.