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Narrenstart der MGM
Der Hoppeditz ist im Volkshaus wieder auferstanden

Foto: Bill Titze
Foto: Bill Titze FOTO: Bill Titze
Oberbexbach. Auch bei den Oberbexbacher Narren stehen seit gestern die Zeichen wieder ganz auf Jubel, Trubel und jeder Menge Heiterkeit. Von Bill Titze

Am 11.11. beginnt allenthalben die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ – die Fastnachtssession, die erst am Aschermittwoch endet. Um diesen ominösen 11.11. startet das närrische Treiben in allen Fastnachtshochburgen der Region – so natürlich auch im Bexbacher Raum. Eine ganz besondere Sessionseröffnung konnte am Samstagabend der Karnevalsverein „Mer Gehn Metsamme“ Oberbexbach feiern, denn man begeht in der aktuellen Session ein schönes Vereinsjubiläum – 5 x 11 Jahre. Und wie es sich für einen solchen Geburtstag gehört, hatten sich die vielen verschiedenen Gruppen des Vereins alle etwas ganz Eigenes für das große Ereignis im Volkshaus ausgedacht. Aber alle Auftritte hatten eines gemeinsam: viel gute Laune und eine tolle Stimmung im Saal.

Bei der Fastnacht in Oberbexbach darf einer natürlich nicht fehlen: der Hoppeditz. Dessen Auferstehung in Person von Birgit Breme wurde zu Anfang mit dem Einmarsch der Garde und des Elferrates zelebriert. Genauso wie die Auferstehung des Hoppeditz gehört die feierliche Bekanntgabe des neuen Mottos zur Sessionseröffnung. Der Präsident des MGM, Patric Breme, gab es gleich am Anfang der Sitzung bekannt: „Wir feiern wunderbare 55 Jahre.“ Nach den anfänglichen „Formalitäten“, gab es dann den ersten tänzerischen Auftritt des Abends. Und der war direkt ein voller Erfolg, denn das 14-jährige Aktive Majorette Tanzmariechen Jana Schöner sorgte mit Spagat und Überschlag für Stimmung im Saal. Belohnt wurde sie mit der ersten Rakete des Abends und einem dreifachen „Alleh hopp“.

Weiter ging es mit dem närrischen Nachwuchs und Lars Breme, der in die Bütt stieg und das Publikum mit Versen über ein herrlich misslungenes sturmfreies Wochenende unterhielt. Ganz viel Applaus gab es anschließend für das Tanzpaar, bestehend aus Celine Fries und Lena Stoffel. Unter der Filmmelodie von „Fluch der Karibik“ brannten sie ein wahres Feuerzeug an tänzerischen Einlagen ab, das für lautstarke „Zugabe“-Rufe sorgte. Natürlich ließen sich die beiden jungen Tänzerinnen nicht zweimal bitten und begeisterten die zahlreichen Zuschauer mit einer weiteren Einlage.



Nachdem der Nachwuchs in verschiedenen Disziplinen eindrucksvoll sein Können unter Beweis gestellt hatte, durfte nun die ältere Garde ans Werk. „Wenn man hier in den Saal einläuft, ist es unvermeidlich, dass man sie trifft“, kündigte Sitzungspräsident Patrick Weber mit den „Betschbacher Buwe“ Urgesteine der Fastnacht am Höcherberg an. Diese stellten auch gleich unter Beweis, wieso sie unverzichtbar für eine solche Sessionseröffnung sind, denn mit dem Traditionslied „Wenn es Trömmelche geht“ brachten sie den Saal zum Kochen. Passend zum 55. Geburtstag wurde mit „Das Heimatdörfchen“ noch ein Lied aus der Gründungszeit des Vereins gesungen, das manchem älteren Oberbexbacher wohl noch bekannt war.

Was der MGM in 55 Jahren erreicht hat, das hob der Vizepräsident des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine, Stefan Regert, in seiner Geburtstagsrede hervor. „Die Hingabe und Leidenschaft für das Brauchtum, die hier gepflegt wird, ist einfach vorbildlich. Vor allem die hervorragende Jugendarbeit ist beispielhaft“, fand Regert lobende Worte. Was im MGM Oberbexbach steckt, zeigten dann auch die nächsten Darbietungen. Wie zum Beispiel „No Limits“, die in Hippie-Outfit und Tanzeinlagen zu Songs wie „Night Fever“ oder „Dancing Queen“ die 70er unter dem Motto „Flower Power“ wiederaufleben ließen. Ein stimmungsvoller Abend also, der spätestens jetzt bei allen Narren die Lust auf die fünfte Jahreszeit geweckt haben sollte.