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Mutmaßlicher Kindesmissbrauch
Schwere Woche für Homburg

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es soll Promis geben, die gerne in den Schlagzeilen sind. Die sind aber die Ausnahme, denn die meisten Menschen wollen gar nicht im Rampenlicht stehen, schon gar nicht, wenn der Anlass negativ ist. Wie etwa Homburg. Von Christine Maack

Nun hatten die Homburger schon die Nase voll, dass die Verfehlungen ihrer verflossenen Oberbürgermeister bundesweit durch den Kakao gezogen wurden, als hätte man vor Ort nicht schon genug damit zu tun. Und nun auch noch das Uniklinikum. Wobei hier der Anlass jeden Spott verbietet, denn es geht um mutmaßlichen Kindesmissbrauch. Auch dies, so möchte man als Homburger gequält ausrufen, hatten wir doch schon, damals, am Johanneum - hier wurde sehr spät aufgeklärt, was von den Betroffenen als skandalös empfunden wurde. Um so unbegreiflicher, warum auch der mutmaßliche Kindesmissbrauch eines Assistenzarztes am renommierten Uniklinikum unter den Teppich gekehrt wurde. Und vor allem: dass die Eltern nichts erfuhren, die ihre Kinder in guten Händen glaubten. Beim ersten Verdacht auf einen möglicherweise pädophilen Assistenzarzt hätten die damals Verantwortlichen sofort eingreifen müssen. Statt dessen durfte der junge Mann weiter arbeiten. Und die Eltern wurden auf Gutsherrenart außen vor gelassen, ein nachträglich kaum gut zu machender Fehler. Da kann man noch so viele Preise und Sonderforschungsbereiche an Land ziehen, der Vertrauensverlust ist enorm und betrifft das ganze Uniklinikum - leider auch diejenigen, die dort Tag und Nacht gewissenhaft ihre Arbeit machen. Schlimmer geht es kaum noch.