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Gesangs-Open-Air
Den Blumengarten musikalisch beleben

 Frank Vendulet, der Vorsitzende des Kreischorverbands Homburg, und seine Stellvertreterin Elke Schneider präsentieren beim Redaktionsbesuch das Programm des „Open Air Bex“. Sie erzählten auch, wie die Idee dazu geboren wurde und was sie sich erhoffen.
Frank Vendulet, der Vorsitzende des Kreischorverbands Homburg, und seine Stellvertreterin Elke Schneider präsentieren beim Redaktionsbesuch das Programm des „Open Air Bex“. Sie erzählten auch, wie die Idee dazu geboren wurde und was sie sich erhoffen. FOTO: Eric Kolling
Bexbach. Bis zu 90 Sänger und 40 Instrumentalisten werden beim Gesangs-Festival „Open Air Bex“am 25. Mai auf der Bühne stehen. Unter anderem geben hiesige Chöre dabei als Gemeinschaftschor ein Querbeet-Liedprogramm zum Besten. Von Eric Kolling

„Gut Ding braucht gut Weil“ – aufs „Open Air Bex“ am Samstag, 25. Mai, 18.30 Uhr, im Bexbacher Blumengarten trifft dieses Uralt-Sprichwort exakt zu. Schon seit Februar 2018 ist der Vorstand des Kreischorverbands (KCV) Homburg dabei, dieses ungewöhnliche Event mit einem Gemeinschaftssingen hiesiger Chöre unter freiem Himmel zu planen. Das zehnköpfige Team setzte dabei auch auf den Rat eines jungen, eines älteren und eines externen Musikers. Alleine auf rund 200 Arbeitsstunden kommt Frank Vendulet, seit zehn Jahren KCV-Vorsitzender, für die ehrenamtliche Konzert-Organisation.

Beim Besuch in unserer Redaktion erläutern er und seine Stellvertreterin Elke Schneider, dass man die Idee zu diesem Event 2018 anlässlich des Kinder- und Jugendchorfestivals des Saarländischen Chorverbands im Blumengarten entwickelt habe, bei dem der Bexbacher Vendulet den Vizechefposten bekleidet: „Uns hat die Location so gut gefallen, dass wir überlegt haben, was wir dort noch machen könnten.“ Erfahrung mit Großevents hatte man etwa 2015 beim Chorfestival „Sing City“ in Homburg gesammelt.

Da im Blumengarten schon der Musikpavillon steht und es gerade zwischen 1990 und 2000 auch häufiger Musikveranstaltungen durch den Stadtkulturverband mit toller Atmosphäre im Blumengarten gab, wie sich Vendulet erinnert, war bald die Idee eines Open-Airs dort geboren. Als Besonderheit sollten nicht bloß Mitgliedschöre hintereinander Stücke aufführen, sondern die Sänger alle zusammen einen riesigen Projektchor bilden, der gemeinsam singt. Die jeweiligen Chorleiter sollten jeweils ein Lied vorschlagen und dieses dann im Projektchor dirigieren. Jeder Chor studierte die Stücke an mindestens fünf öffentlichen Terminen ein. Sprich: Dabei konnten Sänger aus den vier anderen Chören, die bei den eigenen Probenterminen verhindert waren, in andere Chöre hineinschnuppern, man sich gegenseitig besser kennenlernen. Die Hoffnung war, auch außenstehende Sänger für dieses Hobby zu begeistern. Immerhin: „Einige“ Neumitglieder hätten die Teilnehmerchöre so gewonnen.



Alle 35 Chöre aus 25 im Kreis-Chorverband organisierten Vereine wurden angeschrieben, fünf wollten teilnehmen: Voices Alive (Niederbexbach), Taktstrich (Kirrberg), 1Klang (Kirkel), der Frauenchor des MGV Kirrberg und Taktlos (Beeden). Wenige hätten abgesagt, die meisten sich gar nicht gemeldet, so Vendulet. Schlussendlich stehen wohl bis zu 90 Sänger und 40 Instrumentalisten gleichzeitig auf der Bühne. „Das wird kuschelig“, sagt Vendulet lachend.

Etwa zweieinhalb Stunden wird die Veranstaltung dauern, auf dem Programm stehen 17 Stücke (siehe Infobox), die der Projektchor, die Pfarrkapelle Kirrberg und das Lumos-Ensemble aus aktuellen und früheren Sängern des Landesjugendchors Saar mal alleine, mal zusammen aufführt. Moderieren wird das Ganze Susanne Wachs von SR3, für die Klavierbegleitung sorgt Marie Luise Liebel, über deren Zusage sich die Macher auch sehr freuen. Insgesamt wolle man gerade jungen Musikern die Chance geben, sich zu präsentieren und Erfolge zu sammeln.

Für den Fall schlechten Wetters ist eine 250 Quadratmeter große Zeltüberdachung aufgebaut, die den vollbestuhlten Zuschauerbereich vor Regen abschirmt. Den Großteil der Arbeiten stemmen die KCV-Mitglieder in Eigenregie ab Donnerstag, 23. Mai. Die Stadt helfe beim Aufbau, stelle die Stühle auf. Der KCV müsse für den Blumengarten nichts zahlen. „Wir kriegen damit quasi einen guten vierstelligen Betrag von der Stadt“, freut sich Vendulet.

Zwei Proben sind mit dem Projektchor geplant, die erste fand schon statt und lief laut Vendulet „sehr vielversprechend“ ab. Die Generalprobe sei auf Wunsch der Musiker am Morgen des Auftrittstages, 25. Mai, 9.30 Uhr. Wenn die erhofften 400 Besucher, die man vor allem aus dem Saarpfalz-Kreis erwartet, vorbeikommen, würde die Kalkulation etwa null auf null aufgehen. Was Vendulet toll findet: Alleine 28 ältere Leute aus einem Seniorenheim in Neunkirchen hätten Karten geordert. Außer den Eintrittsgeldern decken Sponsoren die rund 12 000 Euro Kosten, der Rest geht vom Eigenkapital des Chorverbandes ab. Warum ist Schirmherr die Sparkasse und nicht wie sonst meist Stadt, Kreis oder Land? „Das liegt an der Kommunalwahl“, erklärt Vendulet. Die findet ja nur einen Tag nach dem Konzert statt. „Wir wollten nicht in die Politik gehen, sind ein neutraler Verband“, so der Chorverbandschef.

Jedes Jahr wolle der KCV ein bis zwei Konzerte für seine Mitgliedsvereine veranstalten, im Erfolgsfall ist eine Neuauflage des „Open Air Bex“ denkbar, „wenn sich Sponsoren finden“, nennt Vendulet als Bedingung. Zunächst allerdings wird das Kinder- und Jugendchorfestival im kommenden Jahr in den Bexbacher Blumengarten zurückkehren. Der Auftritt wird am 7. Juni stattfinden.