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Ortsrat positioniert sich
Kleinottweiler will die Autos ausbremsen

 An dem Grünstreifen zwischen dem Flatterband entlang der B 423 hinten links soll nach dem Willen des Kleinottweiler Ortsrates am Mitfahrerparkplatz an der A6 noch ein lärmdämpfender Erdwall entstehen. Zwischen dem Wall und dem Parkplatz verliefe dann später der neue Radweg.
An dem Grünstreifen zwischen dem Flatterband entlang der B 423 hinten links soll nach dem Willen des Kleinottweiler Ortsrates am Mitfahrerparkplatz an der A6 noch ein lärmdämpfender Erdwall entstehen. Zwischen dem Wall und dem Parkplatz verliefe dann später der neue Radweg. FOTO: SZ-Redaktion Homburg
Kleinottweiler. Wegen Arbeiten an der A6-Abfahrt Homburg: Ortsrat ist einstimmig für Lkw-Fahrverbote und Geschwindigkeitslimits für verschiedene Straßen. Auch ein zweiter Erdwall am Pendlerparkplatz wird gefordert. Von Eric Kolling

Gleich in der ersten Sitzung als neuer Ortsvorsteher von Kleinottweiler hatte Daniel Heintz (SPD) am Dienstag im Dorfgemeinschaftshaus alle Hände voll zu tun. Es ging schwerpunktmäßig um die Verkehrssituation im Bexbacher Stadtteil, die in engem Zusammenhang mit den laufenden und noch geplanten Baumaßnahmen an der Autobahn A6 steht. Aktuell ist ja die Richardstraße nach Reiskirchen gesperrt – eine Situation, die ab Juni 2020 zum Dauerzustand wird. Dann, wenn das dritte Ohr an der Abfahrt Homburg/Bexbach gebaut wird.

Kleinottweiler hofft vor dem Hintergrund seit Jahren auf Entlastung. Und hat diese jetzt bei der Ortsratssitzung lautstark gefordert: CDU- und SPD-Fraktion stimmten unisono dafür, dass in der Homburger- und Altstadter Straße verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden – etwa Blinktafeln oder Geschwindigkeitslimits. Auch soll Lastern die Durchfahrt verboten werden. Diese lange bestehende Forderung gewinne vor dem Hintergrund des erwarteten zusätzlichen Verkehrs infolge der Autobahn-Baumaßnahmen an zusätzlichem Gewicht, so Heintz. Bereits jetzt würde durch die Abhängung Reiskirchens der Verkehr durch Kleinottweiler zu Spitzenzeiten, also zwischen 7 und 8 und nachmittags 17 und 17.30 Uhr, zunehmen. Mehrere Bürger zählten die vorbeifahrenden Autos, lieferten so verlässliche Angaben. Das gelte für die Jägersburger Straße (B 423) gleichermaßen wie für die als Abkürzung genutzt Homburger-/Altstadter Straße. Zu Beginn der Sperrung am 2. September war ein solcher Effekt noch nicht feststellbar (wir berichteten).

Auch für den denkbaren Fall, dass die sogenannte Notzufahrt zum Gewerbegebiet Zunderbaum (die Landstraße 219) später einmal geöffnet werde, möchte der Ortsrat Geschwindigkeitshinweise- oder begrenzungen umgesetzt sehen. Formal müsste Heintz entsprechende Forderungen an die Stadt Bexbach richten und diese sie an Landrat Theophil Gallo (SPD) weitergeben. Die infrage kommenden Straßen lägen in der Verantwortung des Kreises. „Nur der Saapralz-Kreis kann die entsprechenden Schilder aufstellen“, sagt Heintz.



Bei einem anderen Lärmschutzaspekt tat sich kurz nach der Sitzung etwas: Der Landesbetrieb für Straßenbau hat mit den Arbeiten am Mitfahrerparkplatz an der B 423 begonnen. Dieser wird für den Bau des dritten Ohrs vergrößert, um die Autos aufzunehmen, die durch den Ohr-Bau beim Parkplatz an der Richardstraße dauerhaft wegfallen. Sehr zu Heintz‘ Freude hat der LfS einen Erdwall errichtet, der den Parkplatz etwas von den letzten Häusern der Homburger Straße abschirmt – eine Lärmdämpfung für die Anwohner, die nach der Fällung mehrerer Bäume ebensolchen eingebüßt hätten. Der Ortsrat wünschte aber einstimmig, dass ein solcher Wall auch zwischen Parkplatz und B 423 aufgeschichtet wird. Anlegen könnte man ihn laut Heintz mithilfe der Erdmassen, die bei den Arbeiten zum dritten Ohr ausgehoben werden.

Im Hinblick auf den A6-Anschluss Homburg-Ost votierte der Ortsrat einstimmig für die Variante 1 – unter Zwischenrufen von Vertretern der BI „Kein Ohr für Kleinottweiler“. Die Variante 1 sei unter anderem schneller umsetzbar und deutlich günstiger als die konkurrierende Variante 2. Bei dieser müsste auch mehr Wald gefällt werden, weil unter anderem eine Umgehungsstraße zur Erbach-Umgehung gebaut werden müsste. „Uns wurde vom Landesbetrieb für Straßenbau und dem Bund gesagt, dass das dritte Ohr mittelfristig nur funktioniert, wenn auch ein Anschluss Ost kommt“, sagt Heintz. Insgesamt, so berichtet der Ortsvorsteher weiter, sei die Sitzung sehr gut besucht gewesen, etwa zwei Dutzend Bürger habe man gezählt.

Abgesehen von den Verkehrsthemen ging es auch um die Nutzungsvereinbarung hinsichtlich des Saales in der ehemaligen Grundschule, in der die Ortsratssitzung überhaupt stattfand. Die Stadt Bexbach hat nun mit dem Ortsrat eine entsprechende Übereinkunft für dessen Nutzung erzielt. Dort probte früher der inzwischen aufgelöste MGV Kleinottweiler. Künftig hat Ortsvorsteher Heintz einen Schlüssel und soll koordinieren, welche Fraktionen oder Arbeitskreisen außer dem Ortsrat wann den Saal nutzen können. Die Vereinbarung läuft bis Ende November 2020 und kann sich dann verlängern.